Ver­schie­de­ne Aspek­te der Re­for­ma­ti­on

Ge­schich­te Der His­to­ri­sche Ver­ein für Würt­tem­ber­gisch Fran­ken gibt sein neu­es Jahr­buch her­aus. Es legt den Fo­kus auf Brenz und Tru­ber. Von Eber­hard Göp­fert

Haller Tagblatt - - KULTUR -

Im neu­en Jahr­buch des His­to­ri­schen Ver­eins für Würt­tem­ber­gisch Fran­ken wer­den die Vor­trä­ge veröˆent­licht, die bei der Ta­gung „Aspek­te der Re­for­ma­ti­on“ge­hal­ten wur­den. Ver­an­stal­ter wa­ren der His­to­ri­sche Ver­ein für Würt­tem­ber­gisch Fran­ken, das Häl­lisch-Frän­ki­sche Mu­se­um und das evan­ge­li­sche De­ka­nat Schwä­bisch Hall.

Die Vor­trä­ge kon­zen­trie­ren sich auf die mit Schwä­bisch Hall ver­bun­de­nen Re­for­ma­to­ren Jo­han­nes Brenz (1499–1570) und Pri­mus Tru­ber (1508–1586). Sie sol­len er­wei­tern und ver­tie­fen, was über die Wir­kung der Schrif­ten des Theo­lo­gen Brenz über Hall und Würt­tem­berg hin­aus be­kannt ist.

Ers­te Bü­cher in der Volks­spra­che

Tru­ber war der Re­for­ma­tor sei­ner Hei­mat Krain, das heu­te zu Slo­we­ni­en ge­hört. Vin­cenc Raisp be­han­delt in sei­nem Auf­satz das Le­ben und Wir­ken Tru­bers. Er war zu­nächst ka­tho­li­scher Theo­lo­ge und Pries­ter, wirk­te als Pre­di­ger und Dom­herr in Lai­bach, dem heu­ti­gen Ljublja­na. Spä­ter wur­de Tru­ber zum Or­ga­ni­sa­tor der evan­ge­li­schen Kir­che in Slo­we­ni­en und zur zen­tra­len Per­sön­lich­keit der slo­we­ni­schen und in­ner­ös­ter­rei­chi­schen Re­for­ma­ti­on. Er veröˆent­lich­te au­ßer­dem 1550 die ers­ten Bü­cher in slo­we­ni­scher Spra­che: ei­nen Ka­te­chis­mus nach dem Vor­bild von Brenz und ein Schul­buch, das Abe­ce­da­ri­um.

Bei­de Bü­cher wur­den nicht wie bis­her an­ge­nom­men in Tü­bin­gen, son­dern auf der Pres­se von Pe­ter Fr­entz in Hall im Haus Zoll­hüt­ten­gas­se 6 ge­druckt. Hel­mut Claus be­rich­tet, mit wel­chen de­tek­ti­vi­schen Me­tho­den der Nach­weis für Hall als Druck­ort er­bracht wer­den konn­te.

Auf die Ver­bin­dun­gen zwi­schen Tru­ber und Jo­han­nes Brenz, auf die Be­deu­tung sei­nes Ka­te­chis­mus und der Kir­chen­or­ga­ni­sa­ti­on in Würt­tem­berg für Tru­ber und die Re­for­ma­ti­on in Slo­we­ni­en wie­sen meh­re­re Re­fe­ren­ten hin. Wei­ter fin­det man im Jahr­buch Auf­sät­ze zu di­ver­sen Stel­lung­nah­men von Jo­han­nes Brenz: im Streit um die Bil­der in evan­ge­li­schen Kir­chen, zum Bil­dungs­ver­ständ­nis und zur Bil­dungs­po­li­tik so­wie zu mit­tel­al­ter­li­chen Jen­seits­vor­stel­lun­gen. Wei­te­re Auf­sät­ze wid­men sich dem Re­for­ma­tor der Graf­schaft Ho­hen­lo­he, Cas­par Hu­be­ri­nus, der Re­for­ma­ti­on in Creg­lin­gen und Frau­en­tal.

Der Auf­satz über die Re­for­ma­ti­on des Klos­ters Murr­hardt durch den Her­zog von Würt­tem­berg be­zieht sich auch auf Schwä­bisch Hall. War doch die Kir­che St. Kat­ha­ri­na von die­sen Vor­gän­gen be­troˆen, da die Murr­hard­ter Äb­te über Jahr­hun­der­te das

Kan- Recht hat­ten, den Pfar­rer der tha­ri­nen­kir­che ein­zu­set­zen. Noch 1521 hat­te der spä­te­re Re­for­ma­tor Michael Grä­ter die­se Pfar­rei vom Klos­ter Murr­hardt er­hal­ten.

In­fo Das Jahr­buch des His­to­ri­schen Ver­eins für Würt­tem­ber­gisch Fran­ken Band 102/2018 mit 246 Seiten und zahl­rei­chen Ab­bil­dun­gen ist im Häl­lisch-Frän­ki­schen Mu­se­um er­hält­lich.

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