Hei­ke Krau­se geht Main­hard­ter Markt auf den Grund

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL -

Die His­to­ri­ke­rin prä­sen­tiert im No­vem­ber in der Wald­hal­le ein neu­es Hei­mat­und Ge­schichts­buch. Vor­ab ge­währt sie Ein­bli­cke in ih­re For­schungs­er­geb­nis­se.

eit wann gibt es den Main­hard­ter Markt, und war­um fin­det er aus­ge­rech­net am 8. Au­gust statt? Die in Main­hardt le­ben­de His­to­ri­ke­rin Dr. Hei­ke Krau­se hat sich in­ten­siv mit die­ser Fra­ge aus­ein­an­der­ge­setzt. Ne­ben an­de­ren aus­wär­ti­gen Auf­ga­ben küm­mert sie sich auch um das Main­hard­ter Ar­chiv und be­wahrt da­mit die Orts­ge­schich­te für die Nach­welt. Bür­ger­meis­ter Da­mi­an Ko­mor wur­de von sei­nen Bür­ger­meis­ter­kol­le­gen dar­um schon oft be­nei­det.

Am 14. No­vem­ber 2019 wird das neue, von Hei­ke Krau­se ver­fass­te Main­hard­ter Hei­mat- und Ge­schichts­buch in der Main­hard­ter Wald­hal­le vor­ge­stellt. Es ist be­reits ihr drit­tes. Im Buch geht es un­ter an­de­rem auch um das Markt­recht in Main­hardt und da­mit auch um den be­lieb­ten Main­hard­ter Markt.

SZä­sur im Jahr 1806

Ei­nen Ein­blick in das neue Buch ge­währ­te Hei­ke Krau­se be­reits vor­ab. In ei­nem Vor­trag in der al­ten Schu­le, wid­me­te sie sich aus­schließ­lich dem Markt­recht in Main­hardt. Die Ver­lei­hung des Markt­rech­tes war ein be­son­de­res Pri­vi­leg, was der ört­li­chen Wirt­schaft, vor al­lem den Gast­stät­ten Vor­tei­le brach­te. Am 16. De­zem­ber 1784 wur­de in Main­hardt in ei­ner amt­li­chen Be­kannt­ma­chung ver­kün­det, dass es künf­tig drei­mal jähr­lich, an ei­nem Di­ens­tag im April, im Ju­ni und im Ok­to­ber, ei­nen Vieh- und Krä­mer­markt ge­ben soll. Da­zu muss­te man vor­her ei­nen Stand kau­fen. Die Main­hard­ter ta­ten dies flei­ßig. Auch Gast­stät­ten, selbst Leh­rer, wa­ren da­bei.

21 Main­hard­ter ha­ben da­mals 51 Stän­de ge­kauft. Aus­län­der konn­ten die Stän­de in­des nur für den je­weils an­ste­hen­den Markt pach­ten. Mit die­sem Pro­ce­de­re war al­ler­dings 1806 Schluss. Als sich in je­nem die Herr­schafts­ver­hält­nis­se än­der­ten und Main­hardt nicht mehr ho­hen­lo­hisch war, gab es auch Ve­rän­de­run­gen für die Märk­te. Jetzt war der Schult­heiß von Main­hardt zu­stän­dig, und seit­her gibt es Rech­nun­gen im Main­hard­ter Ar­chiv. Aus den ur­sprüng­lich drei Märk­ten sind im Lau­fe der Jah­re bis zu sechs Märk­te pro Jahr ent­stan­den, da­zu ka­men noch sechs wei­te­re Schwei­ne­märk­te.

Dass die­se Märk­te in der da­ma­li­gen Zeit sehr be­deut­sam wa­ren zei­gen die Zah­len von 1861. Dort wur­den beim April-Markt cir­ca 1000 Rin­der auf­ge­trie­ben und da­von rund 250 Stück ver­kauft. Und weil die Märk­te so gut lie­fen, for­der­te Main­hardt ei­nen vier­ten Markt für den Au­gust, was zu­nächst von der Kreis­re­gie­rung ab­ge­lehnt aber spä­ter vom In­nen­mi­nis­te­ri­um am 18. Mai 1863 ge­neh­migt und für den ers­ten Di­ens­tag im Au­gust fest­ge­legt wur­de.

Doch war­um fin­det Au­gust-Markt heu­te am stets am 8. Au­gust statt? Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um Nord­würt­tem­berg ge­neh­mig­te dies am 4. Fe­bru­ar 1960, hat Hei­ke Krau­se her­aus­ge­fun­den. Und wenn der 8. Au­gust auf ei­nen Sams­tag oder Sonn­tag fällt, fin­det der Markt am dar­au¡ol­gen­den Mon­tag statt, im Jahr 2020 al­so am 10. Au­gust.

Fo­to: pri­vat

Dr. Hei­ke Krau­se wid­met sich ih­rem Vor­trag in der al­ten Schu­le dem Markt­recht in Main­hardt.

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