Es fehlt an Leich­tig­keit Cham­pi­ons Le­ague

Haller Tagblatt - - SPORT -

Bo­rus­sia Dort­mund setzt sich dank zwei­er Tref­fer von Achraf Ha­ki­mi in Prag durch. Bei RB Leip­zig mehrt sich nach dem 0:2 ge­gen Lyon die Kri­tik.

Bo­rus­sia Dort­mund trat die Heim­rei­se aus Prag dank Aus­hilfs­stür­mer Achraf Ha­ki­mi mit der Hošnung auf ein we­nig Ru­he an, bei RB Leip­zig sah sich Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann da­ge­gen erst­mals vor­sich­ti­ger Kri­tik aus­ge­setzt. Nach dem grund­ver­schie­de­nen Ab­schnei­den am zwei­ten Spiel­tag der Cham­pi­ons-Le­ague-Grup­pen­pha­se hat­ten die bei­den Spit­zen­klubs der Fuß­ball-Bun­des­li­ga den­noch ei­nes ge­mein­sam: In der Kom­fort­zo­ne be­fin­det sich kei­ner der bei­den.

„Las­sen Sie es uns doch ein­fach mal po­si­tiv neh­men“, sag­te Dort­munds Li­zenz­spie­ler­chef Se­bas­ti­an Kehl nach dem 2:0 (1:0) beim tsche­chi­schen Meis­ter und Po­kal­sie­ger SK Sla­via ge­nervt: „Wir ha­ben bei ei­ner Mann­schaft ge­won­nen, die sehr we­ni­ge Ge­gen­to­re kas­siert, die In­ter Mai­land aus­wärts am Ran­de ei­ner Nie­der­la­ge hat­te.“Al­ler­dings hat­te der BVB auch alt­be­kann­te Schwä­chen ošen­bart. Über man­gel­haf­te Chan­cen­ver­wer­tung, die bis­wei­len wack­li­ge Ab­wehr oder die An­ge­wohn­heit, nach Füh­run­gen stets wun­der­sam nach­zu­las­sen, woll­te al­ler­dings nie­mand re­den. Der Sieg, den der BVB zwei Toren des ei­gent­li­chen Links­ver­tei­di­gers Ha­ki­mi ver­dank­te und der mehr auf Drecks­ar­beit denn auf Schön­spie­le­rei grün­de­te – ge­nau, wie es Klub­chef Hans-Joa­chim Watz­ke ein­ge­for­dert hat­te – war wohl­ver­dient. Die Aus­gangs­po­si­ti­on in der Grup­pe F ist nun glän­zend – auch durch den Bo­nus­punkt im ers­ten Spiel ge­gen den FC Bar­ce­lo­na (0:0).

Sport­di­rek­tor Michael Zorc durf­te des­halb auch ein­mal durch­at­men, er muss­te nicht wie­der in den Ver­tei­di­gungs­mo­dus. „Wir sind sehr glück­lich und na­tür­lich auch er­leich­tert“, sag­te er: „So ein Sieg ist nicht zu er­set­zen.“Ju­li­an Brandt, der in vor­ders­ter Front ge­spielt hat­te, warn­te da­vor, „sol­che Sie­ge der Selbst­ver­ständ­lich­keit zu­zu­ord­nen“.

Ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit sind auch Sie­ge bei RB Leip­zig längst nicht mehr. Dass die Sach­sen beim 0:2 (0:1) ge­gen den kri­seln­den frü­he­ren fran­zö­si­schen Se­ri­en­meis­ter Olym­pi­que Lyon die zwei­te Nie­der­la­ge in Fol­ge kas­sier­ten, lag in ers­ter Li­nie an un­er­klär­li­chen Ab­wehr­feh­lern und der kläg­li­chen Chan­cen­ver­wer­tung von Tor­jä­ger Wer­ner.

Leip­zig oh­ne Tem­po­fuß­ball

Für auf­kom­men­de Kri­tik hat­te der 32-jäh­ri­ge Na­gels­mann aber kei­ner­lei Ver­ständ­nis. „Wenn die Art und Wei­se, wie wir ge­spielt ha­ben, ein Ab­wärts­trend ist, dann darf es ger­ne wei­ter berg­ab ge­hen“, kon­ter­te der Trai­ner trot­zig auf Fra­gen zur Leis­tung sei­ner Mann­schaft. Wie schon in der Bun­des­li­ga ge­gen Schal­ke 04 (1:3) fehl­te RB zwar auch das nö­ti­ge Glück, von der Leich­tig­keit des er­folg­rei­chen Sai­son­starts war den­noch nur noch we­nig zu se­hen.

Leip­zig hat­te im Spiel­auf­bau mehr Mü­he als ge­wohnt, ge­gen das kom­pak­te Mit­tel­feld der Fran­zo­sen fand RB zu sel­ten ein Mit­tel, den RB-ty­pi­schen Tem­po­fuß­ball zeig­te Na­gels­manns Team kaum. „Un­ter dem Strich“, sag­te Ka­pi­tän Wil­li Or­ban, „ha­ben wir lei­der ver­dient zu Hau­se ver­lo­ren. Es war aber kein so schlech­tes Spiel.“

Na­gels­mann ging in sei­ner Beur­tei­lung noch ei­nen Schritt wei­ter. Man ha­be mit „viel Po­wer und Lei­den­schaft“agiert und „deut­lich mehr Chan­cen als der Geg­ner“ge­habt. „Wenn wir 3:0 ge­win­nen, was mög­lich ge­we­sen wä­re, hät­te wie­der je­der ge­sagt, wie ge­ni­al wir ge­spielt hät­ten“, er­klär­te Na­gels­mann: „Wir ha­ben kei­nen schlech­ten Spiel­vor­trag ge­habt, aber de­fi­ni­tiv auch nicht al­les rich­tig ge­macht.“

Fo­to: Gui­do Kirch­ner/dpa

Ei­gent­lich ist er ja gar kein Stür­mer. Doch mit sei­nen bei­den Tre ern führ­te Achraf Ha­ki­mi den BVB zum Sieg in Prag.

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