AfD-Chef Spa­ni­el em­pört sich über Whist­leb­lo­wer

Nach der Ab­hör­af­fä­re wur­de ei­ne Er­klä­rung oh­ne sein Wis­sen ver­brei­tet: „Ei­ne Un­ge­heu­er­lich­keit.“

Haller Tagblatt - - SÜDWESTUMS­CHAU - Dirk Hül­ser

Stutt­gart. Der Co-Lan­des­vor­sit­zen­de der AfD, Dirk Spa­ni­el, wehrt sich ge­gen die Ver­brei­tung ei­ner Er­klä­rung, die in sei­nem Na­men von ei­nem Par­tei­mit­glied ge­le­akt wur­de. Es geht um ei­ne par­tei­in­ter­ne Ab­hö­raŽäre: Im Au­gust war meh­re­ren Me­di­en ein heim­lich auf­ge­nom­me­ner Au­dio­mit­schnitt ei­nes Ge­sprächs zu­ge­spielt wor­den, in dem Spa­ni­el den Sturz von Co-Par­tei­chef Jörg Meu­then for­der­te.

In dem Ge­spräch hat­te sich der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Spa­ni­el da­für stark ge­macht, den ehe­ma­li­gen Bun­des­wehr-O«zier und stell­ver­tre­ten­den Bun­des­spre­cher der Par­tei, Ge­org Paz­der­ski, als Nach­fol­ger von Meu­then zu in­stal­lie­ren. Die bei­den Chef­pos­ten der AfD wer­den bei ei­nem Bun­des­par­tei­tag En­de No­vem­ber in Braun­schweig neu be­setzt, Meu­then will wie­der an­tre­ten. Ob auch Alex­an­der Gau­land sei­nen Hut er­neut in den Ring wirft, ist noch un­klar.

Am 10. Au­gust wand­te sich der 47-jäh­ri­ge Spa­ni­el dann in ei­ner E-Mail an „Mit­glie­der und För­de­rer“und er­klär­te, er ha­be „le­dig­lich im pri­va­ten Ge­spräch mei­ne Mei­nung ge­äu­ßert“. Dies sei ein „ei­gent­lich ab­so­lut harm­lo­ser Vor­gang“. Es gibt aber noch ein zwei­tes Do­ku­ment, ein PDF mit dem Ti­tel „Er­klä­rung Ton­band“. Auch hier heißt es in der An­re­de „Lie­be Par­tei­freun­de“, un­ter­zeich­net ist es mit „Ihr Dirk Spa­ni­el, Ber­lin, 9. 8. 2019“.

Un­se­re Zei­tung hat­te sein­er­zeit dar­aus zi­tiert, un­ter an­de­rem woll­te Spa­ni­el dem­nach „in den Thron­saal stür­men“, um den „bö­sen schwar­zen Raub­rit­ter zu be­kämp­fen“. Nun, knapp zwei Mo­na­te spä­ter, mel­det sich der Lan­des­vor­sit­zen­de er­neut in der Sa­che zu Wort – und er­klärt schrift­lich: „Die an­ge­führ­ten Zi­ta­te stam­men je­doch nicht aus ei­ner Mit­glie­der­nach­richt von Herrn Spa­ni­el, son­dern aus ei­nem Text, wel­cher der Redaktion von ei­nem AfD-Mit­glied als an­geb­li­che Mit­glie­der­nach­richt zu­ge­sandt wur­de.“

Te­le­fo­nisch er­läu­tert er, wie es da­zu kam: „Hier ist der Ein­druck er­weckt wor­den, ich hät­te Schwach­sinn ge­schrie­ben, es wur­de aber in mei­nem Bü­ro ver­fasst und ich ha­be das dann ge­stoppt.“Das Gan­ze sei ein „sa­ti­ri­scher Ent­wurf “ge­we­sen. Er kri­ti­sie­re Meu­then in „kei­ner Wei­se als schwar­zen Rit­ter“. Spa­ni­el är­gert sich über den Whist­leb­lo­wer: „Ich fin­de es ei­ne Un­ge­heu­er­lich­keit, dass Per­so­nen so et­was raus­ge­ben.“

Wirk­lich wun­dern tut sich der ne­ben Bernd Gö­gel zwei­te AfDLan­des­chef je­doch nicht: „Hier geht es ganz klar drum, mich als Per­son zu be­schä­di­gen. Die­se Schlamm­schlacht ist eben ty­pisch für die AfD.“

AfD-Lan­des­chef Dirk Spa­ni­el spricht von „Schlamm­schlacht“.

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