Je­der Land­wirt muss Ö ent­lich­keits­ar­beit be­trei­ben

Haller Tagblatt - - MEINUNG DISKUSSION - Michael Re­ber zum The­ma „Land­wirt­schaft in den so­zia­len Me­di­en“

Im­mer mehr Land­wir­te en­ga­gie­ren sich in den so­zia­len Me­di­en. Das ist sehr wich­tig, weil heu­te dort sehr viel Mei­nungs­bil­dung statt­fin­det und sich auch die Land­wirt­schaft nach au­ßen zei­gen kann. Durch die im­mer wei­ter fort­schrei­ten­de Ent­frem­dung von Land­wirt­schaft und Ver­brau­chern (auch räum­lich) muss je­der Land­wirt je­de Mög­lich­keit der ֆent­lich­keits­ar­beit nut­zen.

Auch die Po­li­ti­ker be­die­nen sich im­mer mehr der so­zia­len Me­di­en, um sich dort ein Mei­nungs­bild der Be­völ­ke­rung ein­zu­ho­len. Aus die­sen Grün­den ist es wich­tig, dass sich auch mehr Bau­ern dort en­ga­gie­ren. Nicht je­der muss al­les ma­chen, aber je­der Land­wirt muss Öf­fent­lich­keits­ar­beit be­trei­ben, egal ob Ho†üh­rung, So­ci­al Me­dia oder Sons­ti­ges. Nur wir kön­nen zei­gen, wie Land­wirt­schaft wirk­lich ist. Uns, als ein­zel­nem Land­wirt, wird ver­traut, im Ge­gen­satz zur be­rufs­stän­di­schen Ver­tre­tung.

Wich­tig ist, dass die In­for­ma­tio­nen, die wir dort lie­fern, „echt“sind, al­so glaub­wür­dig. Nichts ist schlim­mer, als ein fal­sches Bild nach au­ßen zu lie­fern! Wir müs­sen au­then­tisch sein. Nur so kön­nen wir Ver­trau­en wie­der auf­bau­en, das auch auf­grund jahr­zehn­te­lan­ger Nicht­in­for­ma­ti­on über das, was wir auf un­se­ren Hö­fen tun, heut­zu­ta­ge eher noch schwin­det als wie­der steigt.

Nicht je­der kann So­ci­al Me­dia. Aber die, die es kön­nen, müs­sen es auch ma­chen. Wir brau­chen je­den Ein­zel­nen! Klar, kann man sa­gen, wir brau­chen den gan­zen Quatsch nicht. Aber wie wol­len wir (Bäue­rin­nen und Bau­ern) sonst über­haupt noch re­el­le Bil­der in die ֆent­lich­keit brin­gen? Das Volks­be­geh­ren „Ar­ten­viel­falt“hat sei­nen Grund. Die Land­wirt­schaft hat ver­ges­sen zu zei­gen, was sie ne­ben der Ver­sor­gung mit preis­wer­ten Le­bens­mit­teln für die Ge­sell­schaft leis­tet. Und nun ha­ben wir ein Bild nach au­ßen durch Pres­se, Rund­funk und Fern­se­hen, das nur noch sel­ten die Rea­li­tät auf den Hö­fen wi­der­spie­gelt.

Für Be­trie­be mit Ab-Hof-Ver­mark­tung bie­tet So­ci­al Me­dia gro­ße Chan­cen der Kun­den­ge­win­nung. Man kann es blöd fin­den oder nicht: Dort wird heu­te mit­ent­schie­den, ob ich et­was ver­kau­fe oder nicht. Bau­ern­hö­fe ha­ben was zu zei­gen. Wer das pro­fes­sio­nell und ge­schickt nutzt, kann sich re­la­tiv ein­fach neue Märk­te und Kun­den er­schlie­ßen. Wich­tig ist, dass man da­für o†en ist.

Ein Zeit­fres­ser ist das gan­ze schon, aber für mich gilt nach wie vor: „Nichts tun, ist kei­ne Op­ti­on!“Was ich tue, ist nicht nur für mich. Das ha­ben lei­der nicht al­le Be­rufs­kol­le­gen ver­stan­den. Von Ver­brau­cher­sei­te ha­be ich bis­her nur po­si­ti­ve Rück­mel­dun­gen er­hal­ten.

In­fo Michael Re­ber ist stu­dier­ter Di­plom-Agrar­in­ge­nieur. 2003 über­nahm er den land­wirt­schaft­li­chen Be­trieb sei­ner El­tern in Gai­len­kir­chen. Re­ber ist Mit­glied im Hal­ler Stadt­rat (FWV) und im Bau­ern­ver­band. Er ist ver­hei­ra­tet und hat zwei Kin­der.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.