Schau­spiel-Kar­rie­re im Yak-Fell

Haller Tagblatt - - SPIELEN -

Sein ers­tes En­ga­ge­ment ver­dankt er ei­ner Re­por­ta­ge über Män­ner mit gro­ßen Fü­ßen. Ein Film­pro­du­zent ist vom Fo­to sei­ner nicht zu über­se­hen­den „Wald­brand­tre­ter“so an­ge­tan, dass er ihn für den Fan­ta­sy­film „Sind­bad und das Au­ge des Ti­gers“cas­tet und ihn das Un­ge­heu­er Mi­no­tau­rus spie­len lässt. Be­vor der Kran­ken­pfle­ger an sei­nen Ar­beits­platz zu­rück­keh­ren kann, nimmt er an ei­nem wei­te­ren Cas­ting teil und über­zeugt dies­mal mit sei­ner Kör­per­grö­ße: Schließ­lich misst er 2,21 Me­ter, ge­nau das wird ge­sucht. Er über­nimmt nur ei­ne Ne­ben­rol­le, die ihn je­doch zu ei­ner der po­pu­lärs­ten Fi­gu­ren der Film­ge­schich­te wer­den lässt. Und das, ob­wohl kein Ki­no­be­su­cher sein Ge­sicht zu se­hen oder sei­ne Stim­me zu hö­ren be­kommt. Er ver­schwin­det kom­plett in ei­nem Ko­s­tüm aus Mo­hair- und Yak-Haa­ren und trägt ei­ne Mas­ke. Die Äu­ße­run­gen sei­ner Fi­gur sind ein Sound­mix aus Lö­wen-, Wal­ross-, Bä­ren­und Ka­mel­stim­men. Doch ge­ra­de sei­ne un­ge­wöhn­li­che Op­tik, sein schlak­sig-elas­ti­scher Gang und sein gut­mü­ti­ger und zu­gleich ar­cha­isch-cho­le­ri­scher Haud­rauf-Cha­rak­ter be­sche­ren ihm als­bald ei­ne gro­ße Fan­ge­mein­de. Die Zeit­schrift En­ter­tain­ment Wee­kly be­zeich­net ihn so­gar als ei­nen der größ­ten Si­de­kicks in der Film­ge­schich­te. Um sei­ne be­ruf­li­che Zu­kunft muss sich der schau­spie­le­ri­sche Quer­ein­stei­ger kei­ne Sor­gen mehr ma­chen. Er be­hält die Rol­le des „le­ben­den Bett­vor­le­gers“fast bis zu sei­nem Tod. Wer

ist er?

Lö­sung: RETEP WEHYAM

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