Bun­des­li­ga

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Zum drit­ten Mal in Fol­ge hat Bo­rus­sia Dort­mund ei­ne Füh­rung nicht über die Zeit ge­bracht. Der SC Frei­burg si­cher­te sich ver­dien­ter­ma­ßen das 2:2-Re­mis kurz vor Ab­pfiff.

ie Mie­ne von Hans-Joa­chim Watz­ke war ver­stei­nert, Micha­el Zorc leg­te den Kopf mit ge­schlos­se­nen Au­gen in den Na­cken, Lu­ci­en Fav­re hat­te Fra­ge­zei­chen im Ge­sicht – als sich der Mann­schafts­bus von Bo­rus­sia Dort­mund in Be­we­gung setz­te, sa­hen die Gran­den in der ers­ten Rei­he so aus wie Mar­co Reus sich fühl­te. „Da ist man be­dient“, gab der Ka­pi­tän nach dem 2:2 (1:0) beim SC Frei­burg kopf­schüt­telnd zu Pro­to­koll.

Reus konn­te nicht glau­ben, dass der BVB zum drit­ten Mal in Fol­ge mit dem­sel­ben Er­geb­nis vom Platz ge­gan­gen war - und zum drit­ten Mal in Fol­ge ei­ne Füh­rung nicht über die Zeit ge­bracht hat­te. Noch bit­te­rer als das Re­mis beim er­neut star­ken Über­ra­schungs­team aus dem Breis­gau war al­ler­dings der Auf­tritt der West­fa­len in der letz­ten Par­tie vor der Län­der­spiel­pau­se.

DBVB hinkt An­sprü­chen hin­ter­her

Trotz des spä­ten Frei­bur­ger Aus­gleichs durch ein Last-Mi­nu­te-Ei­gen­tor von Ma­nu­el Akan­ji (90.) hat­ten die schwa­chen Gäs­te un­ter den Au­gen von Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw und DFB-Prä­si­dent Fritz Kel­ler nicht mehr als ei­nen Punkt ver­dient. Der selbst er­nann­te Meis­ter­schafts­an­wär­ter, der sich nach dem 2:0 in der Cham­pi­ons Le­ague bei Sla­via Prag auf dem Weg der Bes­se­rung ge­wähnt hat­te, hinkt den ei­ge­nen An­sprü­chen im­mer wei­ter hin­ter­her. „Drei Un­ent­schie­den in Fol­ge – das ist zu we­nig, ganz klar“, gab Reus un­um­wun­den zu. Nicht ein­mal die Nie­der­la­ge des gro­ßen Ri­va­len Bay­ern Mün­chen konn­te den Na­tio­nal­spie­ler trös­ten: „Das bringt uns al­les nichts. So lan­ge wir un­se­re Spie­le nicht ge­win­nen, brau­chen wir nicht auf an­de­re Plät­ze zu schau­en.“

Freu­de beim Zu­schau­en in Frei­burg be­rei­te­te aus BVB-Sicht ei­gent­lich nur das Traum­tor des Bel­gi­ers Axel Witsel (19.). An­sons­ten ging vor 24 000 Zu­schau­ern im aus­ver­kauf­ten Schwarz­wald­sta­di­on vor al­lem in der Of­fen­si­ve so gut wie nichts. Nach dem Aus­gleich durch Senk­recht­star­ter Lu­ca Wald­schmidt (55.) brach­te nur ein Ei­gen­tor des Frei­bur­gers Lu­kas Küb­ler (67.) die Gäs­te auf die Sie­ger­stra­ße. Der Punkt­ge­winn für den SC war aber

Hof­fen­heim fei­er­te den ers­ten Sieg beim FC Bay­ern nach elf ver­geb­li­chen Ver­su­chen. hoch­ver­dient. „Ich ste­he ja nicht im Ver­dacht, dass ich zu viel lo­be. Aber die Mann­schaft hat in der zwei­ten Halb­zeit ei­ne Leis­tung ge­zeigt, auch die in­di­vi­du­el­le Christian Gün­ter Ka­pi­tän des SC Frei­burg

Leis­tung, die war her­aus­ra­gend“, sag­te Frei­burgs Trai­ner Christian Streich und gab sei­nen Spie­lern zwei trai­nings­freie Ta­ge. „Ich glau­be die­ses Un­ent­schie­den, auch wenn das Tor glück­lich war, war hoch­ver­dient. Auf­grund der

Ro­bert Le­wan­dow­ski hat in je­dem sei­ner letz­ten zehn Pflicht­spie­le für den FC Bay­ern ge­trof­fen. der 1. FC Köln auf ei­nen Tor­er­folg war­ten. Jo­nas Hec­tor ge­lang das Köl­ner 1:1 auf Schal­ke. Leis­tung wa­ren wir auf Au­gen­hö­he mit Dort­mund.“

Dem SC ge­lan­gen im Schwarz­wald-Sta­di­on die bei­den ers­ten Heim­to­re ge­gen Bo­rus­sia Dort­mund seit De­zem­ber 2011 – und nach Spie­len ge­gen ver­meint­lich schwä­che­re Teams der Li­ga nun auch ein Er­folgs­er­leb­nis ge­gen ei­nes der Schwer­ge­wich­te Deutsch­lands. „Die letz­ten Wo­chen ha­ben ge­zeigt, dass wir rei­fer ge­wor­den sind, dass un­se­re Spiel­an­la­ge gut ist“, sag­te SC-Ka­pi­tän Christian Gün­ter bei sei­nem Be­such im ak­tu­el­len „Sport­stu­dio“des ZDF: „Ers­ter rich­ti­ger Här­te­test, den ha­ben wir be­stan­den.“

Die letz­ten Wo­chen ha­ben ge­zeigt, dass wir rei­fer ge­wor­den sind.

Frei­burgs Hö­hen ug geht wei­ter

Wäh­rend beim SC Frei­burg der Hö­hen­flug wei­ter­geht, wer­den die kri­ti­schen Tö­ne beim BVB lau­ter. Der un­taug­li­che Ver­such, al­les nur spie­le­risch lö­sen zu wol­len, stieß auch bei Trai­ner Lu­ci­en Fav­re un­an­ge­nehm auf. „Die Ag­gres­si­vi­tät hat ge­fehlt“, äu­ßer­te der Trai­ner, der sei­nen Schütz­lin­gen ins­ge­samt ein schlech­tes Zeug­nis aus­stell­te: „Ei­ni­ge Sa­chen ha­ben ge­fehlt.“Auch der 61-Jäh­ri­ge selbst ge­rät im­mer mehr in die Kri­tik. Fal­sche Tak­tik, fal­sche Auf­stel­lung, fal­sche Ent­schei­dun­gen an der Sei­ten­li­nie – die Lis­te der Vor­wür­fe in Rich­tung des Schwei­zers ist mitt­ler­wei­le lang. Nach sie­ben Par­ti­en weist der BVB nur zwölf Punk­te auf – die schlech­tes­te Bi­lanz zu die­sem Zeit­punkt der Sai­son seit fünf Jah­ren.

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