Nicht mehr bei der Po­li­zei

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Frü­her war die Kon­trol­le von Gast­stät­ten Sa­che des Wirt­schafts­kon­troll­diensts (WKD). Der WKD war ein Di­enst­zweig der Po­li­zei. Ne­ben der Le­bens­mit­tel­über­wa­chung kon­trol­lier­ten die Be­am­ten zum Bei­spiel auch auf Schwarz­ar­beit.

Im Ja­nu­ar 2005 wur­de der WKD im Zu­ge ei­ner Ver­wal­tungs­re­form auf­ge­löst. Seit­dem sind die un­te­ren Le­bens­mit­tel­über­wa­chungs­be­hör­den − al­so die 35 Land­rats­äm­ter − zu­stän­dig für die Über­wa­chung der Be­trie­be, die Le­bens­mit­tel, Be­darfs­ge­gen­stän­de, aber auch kos­me­ti­sche Mit­tel her­stel­len oder ver­trei­ben.

Die Re­form ver­ein­heit­lich­te die Struk­tu­ren der Le­bens­mit­tel­über­wa­chung in Deutsch­land. Ba­den-Würt­tem­berg war das ein­zi­ge Bun­des­land, in dem die Ab­tei­lung der Po­li­zei zu­ge­ord­net war.

Wer zur Le­bens­mit­tel­über­wa­chung will, braucht ei­ne ab­ge­schlos­se­ne Aus­bil­dung im Le­bens­mit­tel­hand­werk, al­so zum Bei­spiel als Metzger oder Bä­cker, zu­sätz­lich ei­nen Meis­ter oder Le­bens­mit­tel­tech­ni­ker. Wer das al­les mit­bringt, kann die zwei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung zum Le­bens­mit­tel­kon­trol­leur be­gin­nen – ei­ne Aka­de­mie da­für gibt es in Stutt­gart. In Tü­bin­gen ar­bei­ten un­ter an­de­rem Metzger, Bä­cker, Kon­di­to­ren, Kö­che, aber auch Tier­ärz­te.

„Die Hür­den sind recht hoch“, sagt der Tü­bin­ger Ab­tei­lungs­lei­ter Her­bert Kem­mer. Da­für bräch­ten die Kol­le­gen auch viel Vor­wis­sen mit, kön­nen bei Kon­trol­len mit ent­spre­chen­der De­tail­kennt­nis nach­fra­gen.

Die Re­form führ­te für ei­ni­ge Zeit zu Eng­päs­sen in der Le­bens­mit­tel­über­wa­chung. Die ehe­ma­li­gen Be­am­ten des WKD wur­den für fünf Jah­re an die von da an zu­stän­di­gen Land­rats­äm­ter ab­ge­ord­net. Sie konn­ten aber ei­ne Ver­set­zung in den Voll­zugs­dienst be­an­tra­gen – und der war bes­ser ver­gü­tet. Neue Kol­le­gen muss­ten erst die lang­wie­ri­ge Aus­bil­dung durch­lau­fen. In­zwi­schen ha­be man in Tü­bin­gen aber wie­der die al­te Per­so­nal­stär­ke er­reicht, be­rich­tet Her­bert Kem­mer.

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