Bil­dung

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL -

Der Aus­schuss lehnt den Kreis­bei­tritt zum Bünd­nis „Si­che­rer Hä­fen“ab. Er gibt grü­nes Licht für 50 000 Eu­ro, die in ei­ne Ge­mein­schafts­in­itia­ti­ve für Bil­dung in ein Ent­wick­lungs­land flie­ßen sol­len.

en­schen wer­den aus dem Mit­tel­meer aus See­not ge­ret­tet, müs­sen dann aber wo­chen­lang an Bord von Schi¦en aus­har­ren, weil Län­der sie nicht auf­neh­men. Was kann der Land­kreis Schwä­bisch Hall tun?

Die Frak­ti­on Grü­ne/ÖDP be­an­tragt, dass der Kreis sich zum „Si­che­ren Ha­fen“er­klärt und da­mit be­reit ist, Ge­flüch­te­te über den vor­ge­ge­be­nen Ver­tei­lungs­schlüs­sel hin­aus auf­zu­neh­men. Bei der Initia­ti­ve „Städ­te Si­che­rer Hä­fen“han­delt es sich um ein wach­sen­des kom­mu­na­les Bünd­nis, be­ste­hend aus mitt­ler­wei­le 26 Städ­ten, die sich be­reit er­klärt ha­ben, aus See­not ge­ret­te­te Men­schen zu­sätz­lich will­kom­men zu hei­ßen. Ei­ne Stadt ist Schwä­bisch Hall und be­reit, „15 aus See­not ge­ret­te­te Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men“, schrieb OB Her­mann-Jo­sef Pel­grim in ei­nem Brief an Land­rat Ger­hard Bau­er. Der SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de for­dert die Ko­ope­ra­ti­on des Land­krei­ses und be­an­tragt, die Auf­nah­me­quo­te im Land­kreis zu er­hö­hen, um Platz für sol­che zu­sätz­li­chen Boots­flücht­lin­ge zu scha¦en.

„Wir sind uns si­cher ei­nig dar­über, dass es ab­so­lut un­ab­ding­bar ist, Men­schen aus See­not zu ret­ten“, macht Ger­hard Bau­er im Aus­schuss für So­zia­les, Ge­sund­heit und Schu­len deut­lich. Der Land­rat ver­weist auf die Rechts­la­ge, nach der es al­lein in der Zu­stän­dig­keit des Bun­des und des Lan­des lie­ge, ob und wie zu­sätz­li­che Flücht­lin­ge bei­spiels­wei­se aus der See­notret­tung in den Kreis kom­men und ver­teilt wer­den. Mit ei­nem Kreis­bei­tritt zum Bünd­nis „Städ­te Si­che­rer Hä­fen wür­de des­halb kein zu­sätz­li­cher Flücht­ling ge­ret­tet“. Bau­er ver­weist auf In­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer, der zu­ge­sagt hat, dass Deutsch­land ein Vier­tel die­ser ge­ret­te­ten Men­schen auf­nimmt. Es be­ste­he Ho¦nung, dass ne­ben Deutsch­land, Frank­reich, Ita­li­en und Mal­ta noch wei­te­re Län­der ih­re Be­reit­schaft da­zu er­klä­ren.

M„Wir soll­ten eher un­se­ren Bei­trag da­zu leis­ten, dass Men­schen gar nicht erst in Ge­fahr kom­men, aus See­not ge­ret­tet wer­den zu müs­sen. Al­so ist es not­wen­dig, Flucht­ur­sa­chen wie Ar­mut und Per­spek­tiv­lo­sig­keit in de­ren Hei­mat zu be­kämp­fen“, er­klärt Bau­er und po­si­tio­niert die Initia­ti­ve „1000 Schu­len für un­se­re Welt“, durch die Schu­len über vie­le Spen­den­ak­tio­nen in Ent­wick­lungs­län­dern ge­baut wur­den, um mit Bil­dung Ar­mut zu ver­rin­gern, Per­spek­ti­ven vor Ort zu scha¦en. Bau­er will „den Bau ei­ner Schu­le fi­nan­zie­ren“. 50 000 Eu­ro sol­len in den Kreis­haus­halt 2020.

Stim­men aus den Frak­tio­nen

Wie sind die Po­si­tio­nen in den Frak­tio­nen? Kon­sens be­steht bei der Ge­mein­schafts­in­itia­ti­ve „1000 Schu­len für un­se­re Welt“: Al­le an­we­sen­den Kreis­rä­te sind da­für mit­zu­ma­chen. Ei­nig­keit be­steht auch da­rin, dass Men­schen aus See­not ge­ret­tet wer­den müs­sen. Aber an der Fra­ge, ob der Land­kreis „Si­che­rer Ha­fen“wer­den soll, schei­den sich die Geis­ter, er­ge­ben sich zwei Mei­nungs­blö­cke. Auf der ei­nen Sei­te sind Grü­ne/ ÖDP, SPD und Lin­ke da­für, dass sich der Land­kreis selbst zum „si­che­ren Ha­fen“er­klärt. Freie, CDU, FDP und die AfD sind da­ge­gen, ver­wei­sen vor al­lem auf die feh­len­de Zu­stän­dig­keit des Krei­ses.

„Wir soll­ten das ei­ne tun und das an­de­re nicht las­sen“, gibt Feuch­ter die Po­si­ti­on von Grü­ne/ ÖDP zu bei­den Initia­ti­ven wie­der. Der Land­kreis soll ein Si­gnal sen­den, sei­ne Be­reit­schaft er­klä­ren, „im Even­tu­al­fall mit­zu­ma­chen“und Flücht­lin­ge aus der See­notret­tung

Fo­to: dpa/Jo­han­nes Fi­lous

Flücht­lin­ge auf dem Mit­tel­meer: Eu­ro­pa sucht der­zeit ei­ne Lö­sung zur Ver­tei­lung. Seit Ju­li 2018 ka­men 225 Boots ücht­lin­ge nach Deutsch­land, ins­ge­samt wur­den 2199 ge­ret­tet.

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