Foh­len auf dem Gip­fel

Nicht Bay­ern, Dort­mund oder Leip­zig, son­dern Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach führt in der Län­der­spiel­pau­se ein dicht ge­dräng­tes Feld an. Auch Wolfs­burg über­rascht.

Haller Tagblatt - - SPORT -

So ku­sche­lig war es schon lan­ge nicht mehr. Die er­staun­li­chen Pat­zer der Top­teams Bay­ern Mün­chen und Bo­rus­sia Dort­mund so­wie die fre­chen Auf­trit­te der Über­ra­schungs­mann­schaf­ten ha­ben an der Spit­ze der Fuß­ball-Bun­des­li­ga ei­ne Ta­bel­len­kon­stel­la­ti­on her­vor­ge­bracht, die es seit 13 Jah­ren nicht gab. Die Fans dür­fen sich auf ei­nen hei­ßen Herbst mit viel Span­nung freu­en.

Nur zwei Punk­te lie­gen nach dem sieb­ten Spiel­tag zwi­schen dem Ers­ten und dem Sieb­ten, das gab es zu die­sem Zeit­punkt der Sai­son zu­letzt 2006/07, da­mals wur­de letzt­lich der VfB Stutt­gart vor Schal­ke 04 und Wer­der Bre­men Meis­ter. Nun ka­ta­pul­tier­te sich plötz­lich Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach zum ers­ten Mal seit acht Jah­ren an die Ta­bel­len­spit­ze. Vor dem VfL Wolfs­burg, der als ein­zi­ges Team der Li­ga un­ge­schla­gen ist.

Picht­sie­ge gibt es nicht

„In den ver­gan­ge­nen Wo­chen ha­ben wir ge­merkt, dass es auch schnell in die an­de­re Rich­tung kip­pen kann. Da­her wis­sen wir das ein­zu­ord­nen“, sag­te Glad­bachs Trai­ner Mar­co Ro­se nach dem über­zeu­gen­den 5:1 am Sonn­tag ge­gen den FC Augs­burg.

Wolfs­burgs Chef­coach Oli­ver Glas­ner sah in der Spit­zen­plat­zie­rung nach dem 1:0-Sieg ge­gen Uni­on Ber­lin we­nig spä­ter eben­falls ei­ne Mo­ment­auf­nah­me und be­ton­te, wie eng die Li­ga bei­sam­men ist. „Es gibt kei­ne Pflicht­sie­ge. Egal wer, wann, wo ge­gen wen spielt“, sag­te der 45-Jäh­ri­ge: „Ich den­ke schon, dass die Li­ga sehr aus­ge­gli­chen ist.“

Wäh­rend sich das kaum er­wart­ba­re Spit­zen­duo über die Län­der­spiel­pau­se an der Ta­bel­le er­göt­zen kann, müs­sen Ni­ko Ko­vac und Lu­ci­en Fav­re, die Trai­ner der am­bi­tio­nier­tes­ten Klubs aus Mün­chen und Dort­mund, die Sin­ne noch ein­mal deut­lich schär­fen.

„Wir be­kom­men die PS, die wir ha­ben, im Mo­ment ein­fach nicht auf die Stra­ße – auch nicht oƒen­siv“, sag­te BVB-Ma­na­ger Micha­el Zorc der Bild, un­zu­frie­den über Rang acht: „Wir tre­ten auf der Stel­le.“Noch ist der Rück­stand mit vier Zäh­lern auf Spit­zen­rei­ter Glad­bach im Rah­men.

Es geht im Ge­drän­ge um Spit­zen­plät­ze enorm phy­sisch zu Sa­che. Es gilt, je­der­zeit Top­ni­veau ab­zu­ru­fen. Dies stell­te auch Star­spie­ler Phil­ip­pe Cou­tin­ho nach sei­nem Wech­sel vom FC Bar­ce­lo­na zu den jetzt dritt­plat­zier­ten Bay­ern fest. „Je­des Team kämpft bis zum En­de um je­den Ball“, sagt der Bra­si­lia­ner und zieht ei­nen Ver­gleich zur eng­li­schen Pre­mier Le­ague: „Es gibt nicht viel Raum zu den­ken oder am Ball zu zö­gern.“

Wolfs­burgs Coach Glas­ner, der wie Ro­se vor der Sai­son aus der Bun­des­li­ga im Nach­bar­land Ös­ter­reich in die deut­sche Bel­eta­ge ge­wech­selt war, ver­wies auf die phy­si­sche Stär­ke der deut­schen Fuß­ball-Bun­des­li­ga und auf et­li­che Teams mit ei­ner Lauf­leis­tung von mehr als 120 Ki­lo­me­tern pro Spiel­tag: „Das musst du erst­mal raus­schüt­teln, da musst du erst­mal da­ge­gen­hal­ten.“

Die Ge­le­gen­heit zum Auf­la­den der Ak­kus und Pfle­gen der Wun­den in­fol­ge der Län­der­spiel­pau­se kommt nun ge­ra­de recht. Denn die Herbst­wo­chen wer­den in­ten­siv.

Fo­to: Eib­ner

Ju­bel im Bo­rus­sia-Park: Mön­chen­glad­bach steht mal wie­der an der Ta­bel­len­spit­ze der Fuß­ball-Bun­des­li­ga. Mar­cus Thur­am (links) und Bre­el Em­bo­lo ju­beln.

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