Lutz baut im Kreis Ver­den zwei­tes Pfer­de­kre­ma­to­ri­um

Sechs Mo­na­te nach dem Brand lau­fen wie­der bei­de Ein­hei­ten im Hal­ler Hu­man­kre­ma­to­ri­um. Jetzt in­ves­tiert die Be­trei­ber­fa­mi­lie 2,2 Mil­lio­nen Eu­ro in Nie­der­sach­sen.

Haller Tagblatt - - SCHWÄBISCH HALL - Von Thu­mi­lan Sel­va­ku­ma­ran

Ei­ne dich­te Rauch­säu­le stieg am Wald­fried­hof me­ter­hoch in den Nacht­him­mel. Et­was mehr als ein hal­bes Jahr ist es nun her, dass es im Hal­ler Hu­man­kre­ma­to­ri­um brann­te. Das Feu­er brach in ei­ner von zwei Ver­bren­nungs­ein­hei­ten aus. Er­mitt­ler gin­gen von ei­nem tech­ni­schen De­fekt aus. Der Scha­den sum­mier­te sich auf 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro. Die Brand­schutz­tü­ren, die nachts im­mer ge­schlos­sen sind, hät­ten ein Über­grei­fen der Flam­men auf die an­de­ren Räu­me ver­hin­dert, sag­te da­mals San­dra Lutz. Sie be­treibt zu­sam­men mit ih­rem Ehe­mann Jo­chen das Hu­man­kre­ma­to­ri­um und in ei­nem Ge­bäu­de ne­ben­an ein Tier­kre­ma­to­ri­um.

Ver­si­che­rung er­stat­tet Scha­den

Heu­te läuft der Be­trieb im Hal­ler Wes­ten wie­der nor­mal, wie Jo­chen Lutz auf Nach­fra­ge er­klärt. Der be­schä­dig­te Ge­bäu­de­teil sei ab­ge­ris­sen und neu auf­ge­baut wor­den. „Ver­si­che­rung und Hand­wer­ker ha­ben sehr gut mit­ge­spielt.“Die Scha­den­sum­me sei voll­stän­dig er­stat­tet wor­den. „Wir wur­den von kei­nem hän­gen ge­las­sen.“Die Zeit seit dem Brand sei „sehr in­ten­siv“ge­we­sen, ha­be „Ner­ven und Ge­sund­heit“ge­kos­tet, meint Lutz. Aber da die Be­trie­be al­le „or­dent­lich an­ge­packt“hät­ten, sei be­reits im Ju­ni, al­so drei Mo­na­te nach dem Feu­er, das Ob­jekt wie­der ge­stan­den. „Wir woll­ten kei­ne Kun­den oder Be­stat­ter ver­lie­ren und ha­ben mit mehr Mit­ar­bei­tern un­se­re ei­gent­li­che Ar­beit ge­stemmt.“Da ei­ne Ver­bren­nungs­ein­heit un­be­schä­digt ge­blie­ben war, hät­te nie­mand ab­ge­wie­sen wer­den müs­sen.

Neu­er Ab­schieds­raum ge­plant

Nun ste­he das Ge­bäu­de zwar, auch die zwei­te Ver­bren­nungs­ein­heit lau­fe wie­der – „aber wir wol­len die Si­tua­ti­on nut­zen, um ein paar Din­ge an­ders zu ma­chen“. Das 2009 erö‹ne­te Haus soll ei­nen neu­en Ab­schieds­raum be­kom­men, au­ßer­dem farb­lich neu ge­stal­tet wer­den.

Das ist aber nicht das ein­zi­ge Pro­jekt der tüch­ti­gen Un­ter­neh­mer­fa­mi­lie, die un­ter an­de­rem das Smar­ti­no-Ho­tel im Sol­park be­treibt, au­ßer­dem noch ein Hu­man­kre­ma­to­ri­um in Schwä­bisch Gmünd und ein Tier­kre­ma­to­ri­um in Oed­heim.

Ei­ne Ge­set­zes­än­de­rung hat­te den Be­trieb des Pfer­de­kre­ma­to­ri­ums er­mög­licht. Die 2017 erö‹ne­te An­la­ge in Hall ist bun­des­weit die ein­zi­ge die­ser Art – aber nicht mehr lan­ge. Der­zeit lässt Fa­mi­lie Lutz ein ähn­li­ches Pro­jekt in Blen­der im Kreis Ver­den in Nie­der­sach­sen für 2,2 Mil­lio­nen Eu­ro rea­li­sie­ren. Baustart war im Mai. „Bis De­zem­ber wol­len wir fer­tig sein und im Früh­jahr erö‹nen“, meint Jo­chen Lutz.

An­fangs gab es dort Wi­der­stand aus der Be­völ­ke­rung. Der hat sich zwi­schen­zeit­lich ge­legt. Nun freut sich un­ter an­de­rem der Blen­der Bür­ger­meis­ter Andre­as Mey­er über die Ent­wick­lung im dor­ti­gen Bau­ge­biet Holt­umMarsch. „Die Be­völ­ke­rung war am An­fang zum Teil sehr skep­tisch“, wird May­er im „Achi­mer Ku­ri­er“zi­tiert. Das Ehe­paar Lutz sei aber „im­mer sehr o‹en mit ih­ren Plä­nen um­ge­gan­gen“. Und wei­ter: „Dass Sie hier nun bau­en, ist ein schö­ner Start für das neue Ge­wer­be­ge­biet.“

Es wer­den nur Pfer­de kre­miert

An­ders als in Hall wür­den in Blen­der nicht ge­ne­rell Tie­re, son­dern nur Pfer­de kre­miert. „Das hat Grün­de im Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren “, er­klär­tJoc he nLutz. Die­se Ver­fah­ren sei­en, wenn al­le Tie­re feu­er­be­stat­tet wer­den sol­len, sehr auf­wen­dig und zö­gen sich in die Län­ge. „Da­her ha­ben wir uns im pfer­de­reichs­ten Bun­des­land für die­ses Kon­zept ent­schie­den.“Lutz rech­net mit ei­ner gro­ßen Nach­fra­ge.

Der Markt für Pfer­de kre­mie run gen müs­se sich al­ler­dings ins­ge­samt noch ent­wi­ckeln. Bis zur Ge­set­zes­än­de­rung wur­den Pfer­de in Tier­kör­per be­sei­ti­gung s an­la­gen ver­brannt. Dass ei pie­tät los, soLutz.Bis­lang­be herrscht sein Be­trieb den Markt al­lei­ne. „Das än­dert sich aber“, weiß auch der Ro­sen­gar­te­ner. „In Mün­chen wur­de ei­nem Un­ter­neh­mer ei­ne Ge­neh­mi­gung für ein Pfer­de kre­ma­to­ri­um er­teilt .“Wei­te­re Pfer­de kre­ma­to­ri­en wer­den kom­men– „nicht nur von uns“.

Fo­to: Ufuk Ars­lan

Ein Blick auf die bei­den An­la­gen der Fa­mi­lie Lutz am Hal­ler Wald­fried­hof. Im vor­de­ren Ge­bäu­de ist das Hu­man­kre­ma­to­ri­um. Im bei­ge-far­be­nen Teil mit Schorn­stein hat es ge­brannt. Hin­ten steht das Tier­kre­ma­to­ri­um.

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