Die To­ten kla­gen an

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E - Ul­rich Be­cker zu dem At­ten­tat von Hal­le

Rund 80 Men­schen be­te­ten ges­tern in der Sy­nago­ge von Hal­le, als ein Be­wa ne­ter ver­such­te, in das Got­tes­haus ein­zu­drin­gen. 80 Men­schen jü­di­schen Glau­bens, die sich 74 Jah­re nach dem En­de der Na­zi-Dik­ta­tur in ei­nem Deutsch­land wähn­ten, das sie und ih­ren Glau­ben schützt. An Jom Kip­pur, dem höchs­ten jü­di­schen Fei­er­tag, ver­hin­der­ten nur Glück und ei­ne wi­der­stands­fä­hi­ge Tür, dass nicht viel mehr To­des­op­fer zu be­kla­gen sind.

Die letz­ten Wo­chen und Mo­na­te ha­ben ge­ra­de­zu hin­ge­führt auf die­sen Tag. An­ti­se­mi­tis­mus ist wie­der ho ähig ge­wor­den, der Hass ge­gen­über Ju­den äu­ßert sich im­mer o ener und un­ver­hoh­le­ner. Ras­sis­ti­sche Brand­stif­ter wie der Thü­rin­ger AfD-Spit­zen­kan­di­dat Björn Hö­cke be­rei­ten da­zu den Bo­den, in des­sen Un­ter­grund o en­sicht­lich ei­ne mi­li­tä­risch gut vor­be­rei­te­te Sze­ne ge­wach­sen ist, die auch vor schwers­ten An­schlä­gen nicht mehr zu­rück­schreckt.

Der Mord an Wal­ter Lüb­cke war ein ers­tes Fa­nal, In­nen­mi­nis­ter See­ho­fer kün­dig­te vor vier Wo­chen ei­nen ver­stärk­ten Kampf ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus an. Die To­ten von Hal­le kla­gen an: Han­delt end­lich, stoppt die bru­ta­len Tä­ter!

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