Für Nö­te der Bür­ger und Po­li­zis­ten

Haller Tagblatt - - SÜDWESTUMS­CHAU -

Die 52-jäh­ri­ge Bea­te Böh­len ist vom Land­tag zur Bür­ger­be­auf­trag­ten ge­wählt wor­den.

Stutt­gart. Är­ger mit der Ver­wal­tung? Fra­gen zum Be­hör­den­dschun­gel? Be­schwer­den über die Po­li­zei? Dar­um küm­mert sich in Ba­den-Würt­tem­berg vom 1. No­vem­ber an die bis­he­ri­ge Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Bea­te Böh­len (Grü­ne). Der Land­tag hat sie zur neu­en Bür­ger­be­auf­trag­ten ge­wählt. Sie folgt auf Vol­ker Schind­ler, der sein Amt En­de Au­gust aus per­sön­li­chen Grün­den auf­ge­ge­ben hat.

Die 52-Jäh­ri­ge Böh­len aus dem Wahl­kreis Ba­den-Ba­den hat acht Jah­re lang den Pe­ti­ti­ons­aus­schuss des Land­tags ge­führt. Sie ha­be ver­sucht, das Gre­mi­um glä­ser­ner zu ma­chen und den Pe­ten­ten Ent­schei­dun­gen zu er­klä­ren, sag­te sie un­se­rer Zei­tung. „Ich ha­be ge­merkt, dass ich da­mit gern mehr Zeit ver­brin­gen wür­de.“Das nied­rig­schwel­li­ge Amt des Bür­ger­be­auf­trag­ten sei wich­tig für die De­mo­kra­tie.

Im ers­ten Wahl­gang im Ju­li war Böh­len über­ra­schend ge­schei­tert, nach­dem die CDU ge­for­dert hat­te, dass sie ne­ben dem Land­tags­man­dat auch ih­ren Sitz im Ba­den-Ba­de­ner Ge­mein­de­rat auf­ge­be. In­zwi­schen ist sie die­sem Ver­lan­gen nach­ge­kom­men – „der Wer­muts­trop­fen“. Am Mitt­woch ent­schie­den sich in ge­hei­mer Ab­stim­mung von 135 be­tei­lig­ten Ab­ge­ord­ne­ten 84 für Böh­len. 47 da­ge­gen, vier ent­hiel­ten sich.

Dem Ge­mein­de­rat Ba­den-Ba­den hat die stu­dier­te So­zi­al­ar­bei­te­rin seit 2004 an­ge­hört, dem Land­tag seit 2011. Sie ist ver­hei­ra­tet und hat zwei Kin­der.

Das Amt des Bür­ger­be­auf­tra­gen ist 2016 von der da­ma­li­gen grün-ro­ten Lan­des­re­gie­rung ge­scha£en wor­den. Die Grü­nen hat­ten nach der Po­li­zei­ge­walt bei Stutt­gart-21-De­mons­tra­tio­nen ei­ne neu­tra­le Be­schwer­de­stel­le ge­for­dert. Die Amts­zeit be­trägt acht Jah­re.

Die beim Land­tag an­ge­dock­te Om­buds­per­son ist Ver­mitt­ler und Lot­se bei Bür­ger­fra­gen zu Ver­wal­tungs­be­hör­den, darf al­ler­dings kei­ne Rechts­be­ra­tung leis­ten. Sie dient au­ßer­dem als Po­li­zei-An­lauf­stel­le: Ei­ner­seits kön­nen sich Bür­ger an sie wen­den, die sich über das Ver­hal­ten ein­zel­ner Be­am­ter oder ver­meint­li­che Rechts­wid­rig­kei­ten der Po­li­zei be­schwe­ren möch­ten. An­de­rer­seits kön­nen Po­li­zis­ten in­ter­ne Miss­stän­de oder Pro­ble­me mel­den.

Im Jah­res­be­richt 2018 wa­ren 498 An­lie­gen auf­ge­führt, da­von 96 aus dem Be­reich der Lan­des­po­li­zei. 82 von die­sen stamm­ten von Bür­gern, 14 von An­ge­hö­ri­gen der Po­li­zei selbst.

Fo­to: Ma­ri­jan Mu­rat/dpa

Neue Bür­ger­beau rag­te: Bea­te Böh­len (Grü­ne).

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