Franz Ma­ty­si­ak ver­kör­pert die Stadt­ka­pel­le

Der Po­sau­nist lei­tet 2000 sein ers­tes Kon­zert in der Stadt. Schon lan­ge ist er in Crails­heim an­ge­kom­men.

Haller Tagblatt - - MENSCHEN - Ralf Snu­ra­wa

Crails­heim. En­de 1998 stand ei­ne An­non­ce in der „Neu­en Mu­sik­zei­tung“, in der ein neu­er städ­ti­scher Mu­sik­di­rek­tor für Crails­heim ge­sucht wur­de. Im Mai hat­te sich Franz Ma­ty­si­ak, da­mals noch in Lin­dau tä­tig, vor­ge­stellt und im Ju­li die Zu­sa­ge er­hal­ten. Das ers­te Kon­zert der Stadt­ka­pel­le, das er dann lei­te­te, war das Neu­jahrs­kon­zert im Jahr 2000.

Nur der Stadt­bus fehlt

In­zwi­schen ist Franz Ma­ty­si­ak voll und ganz Crails­hei­mer. Er lebt mit Frau Ul­ri­ke und den Kin­dern Ja­kob (5), Mar­tha (11) und Jo­han­na (14) in West­garts­hau­sen und ge­nießt die Ge­mein­schaft „dort drau­ßen“. „Ich bin dort hei­misch ge­wor­den und ver­mis­se nichts aus mei­ner Zeit in Lin­dau. Das Ein­zi­ge, was mir fehlt, ist der Stadt­bus“, meint Ma­ty­si­ak.

Dass er nicht lan­ge blei­ben wer­de, ha­be man an­fangs hö­ren kön­nen, er­in­nert er sich. Durch sein be­stän­di­ges Ar­bei­ten ha­be er aber Kri­ti­ker über­zeu­gen kön­nen: „Ich ha­be im­mer mehr Rück­halt und Rü­cken­wind er­hal­ten.“Über die Mu­si­ker der Stadt­ka­pel­le sagt er: „Wir kön­nen uns auf­ein­an­der ver­las­sen.“

Nach Abitur und Wehr­dienst ging es für Ma­ty­si­ak 1987 an die Münch­ner Mu­sik­hoch­schu­le – und wei­ter in die USA: Sein Stu­di­um in Ya­le schloss er 1991 mit dem „Mas­ter of Mu­sic in Trom­bo­ne Per­for­mance“ab. Zu­rück in Lin­dau, nahm Ma­ty­si­ak ei­ne Mu­sik­schul­stel­le mit dem Schwer­punkt Blech­blä­ser­un­ter­richt an. Im Ok­to­ber 1991 wur­de er da­mit auch Lei­ter der dor­ti­gen Ju­gend­ka­pel­le.

Die Crails­hei­mer Ju­gend­ka­pel­le lei­te­te er als Mu­sik­di­rek­tor ab 2000 ge­nau­so wie die Big Band oder das Ju­gend­blas­or­ches­ter. Das ge­hört eben­so zu sei­nem Be­rufs­pro­fil wie die Fach­be­reichs­lei­tung für die Blä­ser­aus­bil­dung, die Lehr­tä­tig­keit an der Städ­ti­schen Mu­sik­schu­le und die Tä­tig­keit als Mu­sik­be­auf­trag­ter der Stadt.

Die Crails­hei­mer und ih­re Stadt­ka­pel­le hat er trotz zahl­rei­cher Ne­ben­pro­jek­te nicht aus den Au­gen ver­lo­ren. Seit 20 Jah­ren sei es da ge­lun­gen, die Be­set­zungs­grö­ße bei­zu­be­hal­ten. Das möch­te er nicht än­dern. Wich­ti­ger sind ihm, mit dem Blas­or­ches­ter wei­te­res Re­per­toire zu er­schlie­ßen, und neue Pro­jek­te.

Fo­to: Ralf Snu­ra­wa

Ei­ne ty­pi­sche Si­tua­ti­on: Franz Ma­ty­si­ak sitzt hin­ter ei­nem Sta­pel mit No­ten.

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