Er­wei­te­rung des Mu­se­um steht in der Kri­tik

In der Bür­ger­fra­ge­stun­de der jüngs­ten Ge­mein­de­rats­sit­zung be­rich­tet Die­ter Al­ler von Un­ter­münk­hei­mern, die In­ves­ti­tio­nen ins Röß­ler-Mu­se­um skep­tisch se­hen. Ge­schich­te Von Oli­ver Fär­ber

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E -

Un­ter­münk­heim. Ein Bür­ger be­haup­tet im Ge­mein­de­rat, dass die Sa­nie­rung ei­nes Hau­ses für das Röß­ler-Mu­se­um für ei­ni­ge Un­ter­münk­hei­mer falsch an­ge­leg­tes Geld be­deu­te.

Glaubt man Die­ter Al­ler, dann gibt es ei­ni­ge Un­ter­münk­hei­mer, die ei­nen Be­schluss des Ge­mein­de­rats in Fra­ge stel­len. 2018 hat das Gre­mi­um da­mit die Wei­chen ge­stellt, das Haus Hä­ber­len, das sich di­rekt ne­ben Bür­ger­saal und Röß­ler-Mu­se­um be­fin­det, als Er­wei­te­rung der Aus­stel­lungs­flä­che zu sa­nie­ren und um­zu­bau­en. Rund 270 000 Eu­ro sind da­für ver­an­schlagt, rund die Hälf­te soll aus Mit­teln der Le­a­der-Ku­lis­se der eu­ro­päi­schen Uni­on flie­ßen. Zu viel Geld für ei­nen über­al­ter­ten Ver­ein und die Kom­mu­ne, wie Al­ler und an­de­re Kri­ti­ker, die er na­ment­lich (noch) nicht nen­nen will, mein­ten.

Un­ter­schri en von Bür­gern

„Ich könn­te ei­ne Un­ter­schrif­ten­lis­te vor­le­gen“, meint er in der Bür­ger­fra­ge­stun­de der Ge­mein­de­rats­sit­zung am Mitt­woch­abend. Doch im Mo­ment wol­le er eher sanft, dis­kus­si­ons- und ge­sprächs­be­reit an die Sa­che her­an­ge­hen; ob­wohl er fast im glei­chen Atem­zug er­wähnt, dass er sich im Land­rats­amt be­reits über ein Bür­ger­be­geh­ren und wei­te­re Re­ge­lun­gen in­for­miert ha­be. Sei­ne An­fra­gen, die teil­wei­se eher als Aus­sa­gen for­mu­liert sind, trägt er teil­wei­se vor, über­gibt sie aber auch schrift­lich an Bür­ger­meis­ter Chris­toph Masch­ke.

„Die Ge­mein­de Un­ter­münk­heim hat in der na­hen Zu­kunft er­heb­li­che In­ves­ti­tio­nen zu tä­ti­gen“, führt er in sei­nem Schrift­stück aus – und fährt da­rin fort: „Vor die­sem Hin­ter­grund meh­ren sich in der Ein­woh­ner­schaft die kri­ti­schen Stim­men, ob es noch zeit­ge­mäß ist, ei­ne sechs­stel­li­ge Sum­me in ein Er­wei­te­rungs­pro­jekt für das Röß­ler-Mu­se­um zu in­ves­tie­ren.“In­di­rekt be­zwei­felt er, dass es mit den 270 000 Eu­ro ge­tan sei, fragt auch an, wer die Fol­ge­kos­ten tra­ge.

Wei­ter stellt er in der Sit­zung die Fra­ge, wie lan­ge es den Ver­ein ge­ben wer­de – schließ­lich sei er ja über­al­tert. Was so man­chem Ge­mein­de­rat und Bür­ger­meis­ter Chris­toph Masch­ke spä­ter sau­er auf­stößt, ist der Sei­ten­hieb Al­lers, das man ei­ne de­mo­kra­ti­sche Lö­sung an­stre­be – und O en­heit für die Bür­ger­schaft, die bis­her ver­misst wor­den sei.

„Dass das schnell be­schlos­sen und nicht in­for­miert wur­de, das wei­se ich zu­rück“, ent­geg­net der Schul­tes. Lan­ge ha­be sich der Ge­mein­de­rat mit dem The­ma be­schäf­tigt. „Ich wun­de­re mich, dass sol­che Bür­ger­an­fra­gen kom­men, wenn die Ab­wick­lung be­reits größ­ten­teils er­folgt ist“, spielt er den Ball zu­rück. Sol­che An­fra­gen wür­de er sich in frü­hen Pha­sen wün­schen – und si­cher auch der Ger­mein­de­rat, dem Ent­schei­dun­gen dann leich­ter fie­len.

Er­neut The­ma im Gre­mi­um

Auch jetzt könn­ten sich Bür­ger di­rekt an ihn wen­den. „Wir wer­den das The­ma noch­mals voll um­fas­send im Ge­mein­de­rat be­han­deln“, ver­spricht er.

Ge­mein­de­rat Bernd Wolf weist dar­auf hin, dass das Ver­mö­gen des Ver­eins bei Auf­lö­sung an die Ge­mein­de ge­he. „Und der Ver­ein ist der Be­trei­ber ei­nes Mu­se­ums, das der Ge­mein­de ge­hört“, fügt er hin­zu. Man set­ze sich dort für das kul­tu­rel­le Le­ben ein.

Auf An­fra­ge er­in­nert Uwe Wink­ler, Vor­sit­zen­der des Kul­turund För­der­ver­eins Röß­ler-Mu­se­um, auch zu be­den­ken, dass das Haus Hä­ber­len eins der äl­tes­ten im Ort sei. „Das steht der Ge­mein­de gut zu Ge­sicht“, meint er. Ei­ni­ge be­mal­te Mö­bel führ­ten im Ma­ga­zin des Mu­se­ums „der­zeit ein trau­ri­ges Da­sein“. Sie könn­ten nach dem Um­bau aus­ge­stellt wer­den. Angst um die Zu­kunft des Ver­eins hat er nicht: „Ich bin zu­ver­sicht­lich, dass wir per­so­nel­le Um­brü­che be­wäl­ti­gen.“

Das Haus Hä­ber­len (links) soll mit dem Bür­ger­saal und dem Röß­ler-Mu­se­um ein En­sem­ble bil­den. Da­zu wird es sa­niert und da­nach als zu­sätz­li­che Aus­stel­lungsäche die­nen – zu­min­dest lau­tet so der Ge­mein­de­rats­be­schluss aus 2018. Fo­to: Oli­ver Fär­ber

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