Ha­rald Eb­ner wirbt für das Bie­nen-Volks­be­geh­ren

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E - Von Eli­sa­beth Schwei­kert

Land­kreis. Mit­glie­der des Grü­nen-Kreis­ver­ban­des Schwä­bisch Hall dis­ku­tie­ren in Un­ter­schmerach über Ar­ten­schutz, Land­wirt­schaft und den Man­gel an Woh­nun­gen.

Die Grü­nen dis­ku­tie­ren bei ih­rer Kreis­mit­glie­der­ver­samm­lung über Ar­ten­schutz und Land­wirt­schaft. Su­san­ne Bay in­for­miert über Wohn­bau­po­li­tik.

war steht das The­ma Wohn­bau­po­li­tik auf dem Pro­gramm des Abends, zu dem die Grü­nen nach Un­ter­schmerach ge­la­den ha­ben. Doch bei der Dis­kus­si­on nimmt der Aus­tausch über das Volks­be­geh­ren Ar­ten­schutz und die Nach­fol­ge­re­ge­lung für den Kreis­vor­sitz den größ­ten Raum ein. Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ha­rald Eb­ner wirbt für das Un­ter­zeich­nen des Volks­be­geh­rens: „Die Si­tua­ti­on beim In­sek­tenster­ben ist dra­ma­tisch. Es muss was pas­sie­ren.“Ab Mit­te Ok­to­ber lä­gen die Un­ter­schrif­ten­lis­ten in den Rat­häu­sern aus, bis März wer­de ge­sam­melt. „Wenn es schei­tert, dann wird es schwie­rig im po­li­ti­schen Be­reich noch et­was für den Ar­ten­schutz zu ma­chen“, meint Eb­ner. „Es braucht den Druck, dass et­was pas­siert. Es wä­re schön, wenn der Rü­cken­wind da wä­re.“

„Und was sa­gen wir den Jun­g­land­wir­ten?“, fragt der Kirch­ber­ger Lud­wig Kron, ei­ner der 17 Be­su­cher des Abends. De­ren Zu­kunft stün­de auf dem Spiel. Eb­ner ent­geg­net: Die Agrar­po­li­tik ha­be da­zu ge­führt, dass seit Jahr­zehn­ten Bau­ern ih­re Hö­fe auf­ge­ben müss­ten und kein Aus­kom­men mehr fän­den. „1990 gab es in Deutsch­land noch 770 000 Bau­ern,

Zheu­te 240 000. Auch oh­ne das Volks­be­geh­ren ster­ben die Be­trie­be seit Jahr­zehn­ten dra­ma­tisch.“Um die­ses The­ma müs­se sich die Po­li­tik küm­mern, „aber was seit Jahr­zehn­ten schief läuft“kön­ne jetzt nicht durch die Ab­leh­nung des Volks­be­geh­rens ge­löst wer­den. „Es ist nicht ge­wollt, dass Land­wirt­schaft nicht mehr statt­fin­det.“

Der Land­tag ent­schei­de nächs­tes Jahr nach Ab­schluss der ak­tu­el­len Un­ter­schrif­ten­samm­lung über den Ge­setz­ent­wurf der Initia­to­ren. Der Land­tag kön­ne, so er den Ent­wurf ab­lehnt, ein ei­ge­nes Ge­setz zum Ar­ten­schutz for­mu­lie­ren. Bei­de stün­den dann par­al­lel zur Ab­stim­mung. „Ein Ent­wurf, der Här­ten aus­schließt“, wie et­wa das ab­so­lu­te Spritz­mit­tel­ver­bot in Na­tur­schutz­ge­bie­ten. Zu­dem müss­ten Über­gangs­re­ge­lun­gen for­mu­liert wer­den, so Eb­ner. „Un­se­re Bot­schaft muss schon sein, dass Ar­ten­schutz gut ist. Wir wol­len ei­ne bes­se­re Land­wirt­schaft“, er­gänzt Jut­ta Nie­mann.

Ge­bäu­de auf­sto­cken

Über den Woh­nungs­markt und über die Mög­lich­kei­ten, die Bund, Land und Kom­mu­nen bei der Steue­rung ha­ben, in­for­miert an die­sem Abend Su­san­ne Bay, woh­nungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen-Frak­ti­on im Land­tag. „Ein­kom­men und Wohn­kos­ten sind von­ein­an­der ab­ge­kop­pelt“, stellt sie fest, „es be­steht ei­ne Schief­la­ge“. Laut ei­ner Stu­die der Pro­gnos AG müss­ten jähr­lich 65 000 Woh­nun­gen ge­baut wer­den, tat­säch­lich sei­en es le­dig­lich 40 000 Woh­nun­gen. „Der Markt rich­tet das The­ma Wohn­raum­ver­sor­gung nicht.“Auch im Kreis Hall feh­le Wohn­raum – al­lein zu­sätz­li­che 5300 bar­rie­re­freie Woh­nun­gen wür­den ge­braucht.

Bay zeigt zahl­rei­che Stell­schrau­ben auf, an de­nen ge­dreht wer­den kön­ne: Nach­ver­dich­ten; Stän­der­bau­wei­se auf Park­plät­zen – un­ten Par­ken, oben Ge­schoss­bau; Woh­nen in Ge­wer­be­ge­bie­ten er­mög­li­chen; Bau­en über kom­mu­na­le Bau­ge­sell­schaf­ten; Auf­sto­ckung be­ste­hen­der Ge­bäu­de er­mög­li­chen.

Schon ge­hört? Wie wird sich die FDP-Frak­ti­on im Kreis­tag zur Kran­ken­haus-Pro­ble­ma­tik po­si­tio­nie­ren? Gibt es ei­ne ein­heit­li­che Li­nie?

Im Mo­ment wer­den ja noch Ge­sprä­che zwi­schen Land­kreis und Dia­ko­neo ge­führt. Wir sind der Mei­nung, dass er­geb­ni­so«en auch an­de­re Mo­del­le als das Be­tei­li­gungs­mo­dell ge­prüft wer­den soll­ten, um die Zu­kunft der sta­tio­nä­ren Kran­ken­ver­sor­gung im Land­kreis Schwä­bisch Hall zu ge­währ­leis­ten und auch in zehn und mehr Jah­ren noch auf bei­den Bei­nen zu ste­hen – will hei­ßen: so­wohl Schwä­bisch Hall als auch Crails­heim.

Das Kreis­kli­ni­kum Crails­heim schrieb zu­letzt stets ro­te Zah­len. An wel­chen Stell­schrau­ben könn­te der Land­kreis dre­hen, da­mit das Kran­ken­haus end­lich wirt­schaft­li­cher ar­bei­tet?

Die Bun­des­ge­setz­ge­bung ist so kon­zi­piert, dass es für Häu­ser in die­ser Grö­ße so gut wie un­mög­lich ist, schwarze Zah­len zu schrei­ben. Hier ge­hört ein Stück mehr Ehr­lich­keit in die De­bat­te. Ent­we­der man ak­zep­tiert dau­er­haft ein De­fi­zit oder ver­sucht durch Part­ner­schaf­ten ei­nen wirt­schaft­li­chen Be­trieb si­cher­zu­stel­len.

Fo­to: sel

Ex­per­tin für Bau­en und Woh­nen: Su­san­ne Bay.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.