Ge­nug von Fließ­band­ar­beit auf dem „Traum­schiff“

Haller Tagblatt - - BLICK IN DIE WELT -

Sa­scha Hehn wird 65 und blickt auf ei­ne lan­ge TV-Kar­rie­re zu­rück.

Mün­chen. Sa­scha Hehn ist ei­ne In­sti­tu­ti­on im deut­schen Fern­se­hen. „Schwarz­wald­kli­nik“, „Traum­schi°“– der Traum von Ge­ne­ra­tio­nen von Schwie­ger­müt­tern. Am 11. Ok­to­ber wird er 65. Wie geht es Ih­nen denn so oh­ne das „Traum­schi “? Sa­scha Hehn:

Sehr gut. Das „Traum­schi°“hat 28 Jah­re gut oh­ne mich ge­lebt und dann hat­te ich noch mal sechs Jah­re ei­ne teil­wei­se schö­ne Zeit. Üb­ri­gens da­mals bin ich die­ser Pro­duk­ti­ons­fir­ma schon ein­mal nach sie­ben Jah­ren ab­ge­hau­en, da sie sich mei­ner Mei­nung nach un­pro­fes­sio­nell ver­hal­ten hat. Vor sie­ben Jah­ren hat mich dann das ZDF zu­rück­ge­holt und mir die Rol­le des Ka­pi­täns an­ge­bo­ten. Nach ei­ner Wo­che Be­denk­zeit ha­be ich zu­ge­sagt. Und war­um sind Sie jetzt schon wie­der weg? Die­se Zu­sam­men­ar­beit war an Be­din­gun­gen ge­knüpft. Zum Bei­spiel war für mich ent­schei­dend: Wer macht die Re­gie, wie sind die Bü­cher? Aber zu­letzt war es so, dass ein­fach al­te Ge­schich­ten wie­der­holt wur­den. Nach dem Mot­to: Der Zu­schau­er merkt das ja so­wie­so nicht. Und die Re­gie war ver­dammt, Fließ­band­ar­beit ab­zu­fo­to­gra­fie­ren. Klar, die Bü­cher wa­ren frü­her auch nicht im­mer der Hit, aber es wa­ren da­mals sehr gu­te, nam­haf­te Schau­spie­ler da­bei, die aus ih­ren Rol­len was ge­macht ha­ben. Zum Schluss wur­den auch die dra­ma­tur­gi­schen Feh­ler un­er­träg­lich. Bei der Sum­me Geld, die da zur Ver­fü­gung steht, ist mir das al­les un­be­greif­lich. Be­reu­en Sie Ih­re TV-Ar­beit? Nicht ei­ne Se­kun­de. Die­ser Be­ruf hat viel mit „zum rich­ti­gen Zeit­punkt am rich­ti­gen Ort“und oft­mals auch mit sehr viel Glück zu tun. In ei­ner Zeit, in der feh­len­de Qua­li­tät den Schau­spie­lern das Le­ben schwer macht, fällt mir wie­der Ro­bert Mitchum ein, der mal sag­te: Sei pünkt­lich, hab dei­nen Text im Kopf, stoß nicht ge­gen die Ku­lis­sen und über­lass al­les an­de­re den­je­ni­gen, die Ah­nung da­von ha­ben. Wenn die dann al­ler­dings kei­ne Ah­nung ha­ben, wird es schwie­rig.

Sa­scha Hehn kann gut oh­ne „Traum­schi“le­ben.

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