Ams­ter­dam auf der Über­hol­spur

Haller Tagblatt - - STUTTGART UND UMGEBUNG -

Kom­mu­nen Im Ran­king eu­ro­päi­scher Kul­tur­städ­te be­haup­tet Stutt­gart in ih­rer Grup­pe Platz fünf, ver­liert aber an Bo­den.

Stutt­gart. „Der fünf­te Platz im EU-Ran­king zu Kul­tur und Krea­ti­vi­tät ist ein tol­les Er­geb­nis und freut mich sehr“, sagt OB Fritz Kuhn (Grü­ne) über ei­ne Stu­die der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on, die Kul­tur und Krea­ti­vi­tät von Städ­ten aus 30 Län­dern Eu­ro­pas be­wer­tet. Stutt­gart er­reicht in der Grup­pe der Städ­te mit 500 000 bis 1 Mil­li­on Ein­woh­nern Rang 5. Kuhn sieht da­rin „Be­stä­ti­gung und Ansporn zugleich“.

Das EU-Städ­te­mo­ni­to­ring 2019 un­ter­sucht 190 eu­ro­päi­sche Kom­mu­nen. In die Be­wer­tung ka­men 179 Städ­te, die nach Ein­woh­ner­zahl in fünf Grup­pen ge­glie­dert sind. Die 20 Städ­te in der XXL-Ab­tei­lung ha­ben mehr als ei­ne Mil­li­on Ein­woh­ner. Hier führt Pa­ris mit deut­li­chem Vor­sprung vor Mün­chen und Lon­don. In der Stutt­gart-Grup­pe (40 Städ­te) ist Ko­pen­ha­gen vor Lis­s­a­bon, Stock­holm und Du­blin vor­ne. In der Stu­die steht der Hin­weis, dass Ams­ter­dam an der Lan­des­haupt­stadt vor­bei­zie­hen könn­te, je nach Ge­wich­tung der Kri­te­ri­en.

Loh­nen­de Kul­tur­aus­ga­ben

Nach Ein­schät­zung des Ober­bür­ger­meis­ters lohn­ten sich In­ves­ti­tio­nen in Kul­tur­stät­ten wie Oper und künf­ti­ges Kon­zert­haus. Hier ge­he es „um die Zu­kunft der Stadt“. Mit den Aus­ga­ben wer­de die At­trak­ti­vi­tät als „Stadt zum Le­ben und Ar­bei­ten“ge­si­chert.

Wo­bei die Lan­des­haupt­stadt ih­ren Spit­zen­platz we­ni­ger dem reich­hal­ti­gen Kul­tur­le­ben und der kul­tu­rel­len Teil­ha­be ver­dankt, hier ist sie in ih­rer Grup­pe nur ge­ho­be­nes Mit­tel­maß. Den Spit­zen­platz be­legt Stutt­gart in­des im Be­reich Krea­tiv­wirt­schaft. Hier geht es um Ar­beits­plät­ze im Kul­tur- und Me­dien­be­reich, um Pa­ten­te im Elek­tro­nik- und um neue Jobs im Krea­tiv­sek­tor.

Schwä­cher im Re­gie­ren

Auf ei­nem vor­de­ren Mit­tel­platz lan­det Stutt­gart im Be­wer­tungs­be­reich, bei dem es um Men­ta­li­tät, In­ter­na­tio­na­li­tät, Aus­län­der­freund­lich­keit und Bil­dung geht. Hier wird das po­li­ti­sche Kli­ma ei­ner Kom­mu­ne ein­ge­schätzt. Zu die­sem Sek­tor ge­hört die Be­wer­tung der Ver­wal­tungs­leis­tung. Hier ver­liert Stutt­gart ein paar Punk­te ge­gen­über 2017. Der Pfeil, der zeigt, ob die Stadt gut re­giert wird, zeigt nach un­ten.

Stutt­gart ist kein Ein­zel­fall: Ins­ge­samt ge­he die Qua­li­tät der Re­gie­rungs­füh­rung zu­rück, stel­len die For­scher fest. Sie se­hen geo­gra­phi­sche Un­ter­schie­de. Wäh­rend Städ­te in Nord­eu­ro­pa ih­ren ho­hen Stan­dard hal­ten könn­ten, ge­he die Ver­wal­tungs­leis­tung in west- und süd­eu­ro­päi­schen Re­gio­nen zu­rück.

Ne­ben Stutt­gart sind im Ran­king Karls­ru­he (Rang 2 un­ter den Städ­ten bis 500 000 Ein­woh­nern) und Hei­del­berg (Rang 3 bei Kom­mu­nen bis 250000 Ein­woh­nern) gut plat­ziert.

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