Schwü­ler Som­mer setzt Win­zern zu

Haller Tagblatt - - WIRTSCHAFT -

Die Er­trä­ge in Würt­tem­berg fal­len ge­rin­ger aus als im Vor­jahr. Im­mer mehr Be­trie­be müs­sen schlie­ßen.

Mög­lin­gen. Die gu­te Nach­richt vor­weg: Beim Ge­schmack ha­ben die würt­tem­ber­gi­schen Wei­ne nichts ein­ge­büßt. Im Ge­gen­teil: „Die Qua­li­tät des Jahr­gangs 2019 wird her­vor­ra­gend“, sagt Bern­hard Id­ler, Vor­stands­mit­glied der würt­tem­ber­gi­schen Wein­gärt­ner-Zen­tral­ge­nos­sen­schaft (WZG).

An­sons­ten gibt es für die Win­zer al­ler­dings kaum Grund zur Freu­de. Denn das Jah­res­fa­zit der WZG, die fast 70 Pro­zent der würt­tem­ber­gi­schen Reb­flä­chen er­fasst, fällt er­nüch­ternd aus: we­ni­ger Um­satz und ei­ne deut­li­che klei­ne­re Ern­te als noch 2018. Letz­te­res ist vor al­lem dem schwü­len Som­mer ge­schul­det. Tem­pe­ra­tu­ren von mehr als 40 Grad Cel­si­us und schwe­re Ge­wit­ter setz­ten den Wein­trau­ben zu. Das Re­sul­tat: Ins­ge­samt pro­du­zier­ten die 36 Wein­gärt­ner­ge­nos­sen­schaf­ten im Länd­le rund 63,5 Mio. Li­ter Wein. Fast 20 Mio. Li­ter we­ni­ger als im Vor­jahr.

We­ni­ger Wein be­deu­tet für die Win­zer auch: we­ni­ger Geld. 2019 deu­tet sich in Deutsch­land zum wie­der­hol­ten Mal ein Käu­fer-Rück­gang an. Ein Grund da­für sei „ein deut­lich kri­ti­sche­rer Um­gang der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on mit Al­ko­hol“, sagt Die­ter Weid­mann, Vor­stands­vor­sit­zen­der der WZG. Die Fol­ge: In Würt­tem­berg gibt es im­mer we­ni­ger Wein-Be­trie­be. Seit 2000 hat sich die An­zahl von 16 200 auf 8450 fast hal­biert.

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