Wert-Schät­zung

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E -

Von Ge­denk­ta­gen kann man hal­ten, was man will. Un­ter­halt­sam sind sie al­le­mal. Oft ist al­lein schon ih­re ka­len­da­ri­sche Ab­fol­ge büh­nen­reif. Eben erst mach­te man ein Rie­sen­thea­ter um Lu­na und Ba­lu (vor­ges­tern war Welt­hun­de­tag), mor­gen hat in Bay­ern der Groß­el­tern­tag Pre­mie­re, und am 30. Ok­to­ber en­det al­les, so­gar in Bay­ern, in ei­nem Trau­er­spiel (Welt­spar­tag).

Hun­de, Groß­el­tern, Spa­ren. Das gro­ße Dra­ma in drei Ak­ten hät­te man frei­lich auch ganz kurz ab­han­deln kön­nen, in ei­nem Stück mit wahr­lich mär­chen­haf­tem Aus­gang. Al­le Fak­ten spre­chen da­für.

Für ih­re Hun­de ge­ben die Deut­schen laut ak­tu­el­ler Heim­tier­stu­die 5,6 Mil­li­ar­den Eu­ro im Jahr aus. Was ziem­lich ex­akt der Sum­me ent­spricht, die Groß­el­tern in Deutsch­land für Ge­schen­ke ih­rer En­kel hin­blät­tern: rund sechs Mil­li­ar­den Eu­ro jähr­lich. Da vie­le Men­schen über 53 (dem Ein­stiegs­al­ter für Groß­el­tern) sich bei­des leis­ten kön­nen, En­kel und Hund, han­delt es sich bei die­ser Al­ters­grup­pe oh­ne je­den Zwei­fel um ei­nen, wie man nicht nur in Bay­ern sagt, „nicht zu un­ter­schät­zen­den Wirt­schafts­fak­tor“.

Als In­ves­ti­ti­on in die Zu­kunft brach­te man frü­her sein Spar­schwein zur Bank. Heu­te bringt man Oma und Opa ver­schärft Wert-Schät­zung ent­ge­gen: „Komm, Rot­käpp­chen, bring den Hun­de­ku­chen dem Möp­schen dei­ner Groß­el­tern hin­aus; die sind reich und fi­del und du, ju­hu, wirst ein­mal al­les er­ben.“

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