Start frü­hes­tens im Jahr 2025

Das Ziel­jahr 2023 ist vom Tisch. Das RP rech­net mit ei­ner fünf­jäh­ri­gen Bau­zeit. Da­mit wä­re das Stück bis nach Bay­ern erst 2030 kom­plett sechs­spu­rig.

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL - Von Ralf Rei­chert

Der sechs­spu­ri­ge Aus­bau der A 6 zwi­schen dem Weins­ber­ger Kreuz und der baye­ri­schen Lan­des­gren­ze ver­zö­gert sich. Die Pla­nun­gen dau­ern län­ger als ge­dacht. Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um Stutt­gart (RP) geht jetzt da­von aus, dass die Bau­pha­se erst 2025 star­tet und nicht 2023, wie die Be­hör­de noch im Früh­jahr ver­kün­det hat­te. En­de 2021 soll für die sechs Bau­ab­schnit­te Bau­recht ge­scha¦en wor­den sein. Erst dann kann das zwei- bis drei­jäh­ri­ge Ver­ga­be­ver­fah­ren be­gin­nen. Zu­letzt hat­te das RP an­ge­peilt, die ent­schei­den­de Pl­an­fest­stel­lung für die ge­sam­te Aus­bau­stre­cke bis zum drit­ten Quar­tal 2020 er­le­digt zu ha­ben.

Wie das RP auf An­fra­ge der Ho­hen­lo­her Zei­tung mit­teilt, dau­ert die Bau­zeit min­des­tens fünf Jah­re: egal ob das Vor­ha­ben wie vor­ge­se­hen un­ter Be­tei­li­gung pri­va­ter In­ves­to­ren als ÖPP-Pro­jekt (Ö¦ent­lich-Pri­va­te Part­ner­schaft) oder kon­ven­tio­nell über den Bun­des­haus­halt fi­nan­ziert wird. Mit der Fer­tig­stel­lung des 64 Ki­lo­me­ter lan­gen Ab­schnitts durch Ho­hen­lo­he und ei­nes klei­nen Stücks im Land­kreis Heil­bronn sei frühs­tens 2030 zu rech­nen, heißt es. Nach der zu­letzt auf­ge­stell­ten Pro­gno­se wä­re dies 2028 der Fall ge­we­sen.

Vor­be­rei­ten­de Ar­bei­ten zum öko­lo­gi­schen Aus­gleich könn­ten ab 2023 be­gin­nen. Da­bei geht es dar­um, Er­satz­le­bens­räu­me für streng ge­schütz­te Ar­ten wie die Ha­sel­maus zu scha¦en. Der Ar­ten­schutz sei ein Haupt­grund für die län­ge­re Pla­nungs­dau­er. Seit 2014 wür­den schär­fe­re Re­geln gel­ten, „die zeit­auf­wen­di­ge Na­cher­he­bun­gen al­ler ge­schütz­ten Tier­ar­ten ent­lang der ge­sam­ten Stre­cke er­for­der­ten“.

Der Na­tur­schutz spielt auch ei­ne Rol­le bei der Fra­ge, wie stark Land­wir­te durch öko­lo­gi­sche Aus­gleichs­flä­chen be­tro¦en sind. Dar­über wird seit Früh­jahr 2018 im Be­reich zwi­schen Bretz­feld, Öh­rin­gen und Kup­fer­zell ge­strit­ten. Ei­ne Art der Flur­be­rei­ni­gung soll die Las­ten ge­recht ver­tei­len und exis­ten­zi­el­le Ge­fähr­dun­gen ver­hin­dern. Die Be­las­tun­gen soll­ten so ge­ring wie mög­lich ge­hal­ten wer­den. Das kos­te viel Zeit.

Als wei­te­re Grün­de für die Ver­zö­ge­rung wer­den geo­tech­ni­sche Un­ter­su­chun­gen ge­nannt. Auch die Nach­ar­bei­tung der 20 Bür­ger­di­alo­ge ha­be per­so­nel­le Res­sour­cen ge­bun­den. Ziel sei es, „ei­nen Kon­sens für die Tras­sen­füh­rung zu fin­den“. Los­ge­löst da­von sei das Pl­an­fest­stel­lungs­ver­fah­ren zu se­hen. Al­lein dies ent­schei­de über das Bau­recht. Das RP möch­te mit dem Dia­log Kon­flik­te bei Lärm und Flä­chen­ver­brauch früh­zei­tig ent­schär­fen, um die Pl­an­fest­stel­lung zu be­schleu­ni­gen.

Die Au­to­bahn 6 gilt als wich­ti­ge Ost-West-Ver­kehrs­ach­se. Sie soll auf sechs Fahr­strei­fen aus­ge­baut wer­den.

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