Von Frucht­bar­keitstanz bis Tee­ze­re­mo­nie

Der „Ver­ein Freun­de des Goe­the-In­sti­tuts“fei­ert sein 25-jäh­ri­ges Be­ste­hen in der Ho­s­pi­tal­kir­che. Stu­den­ten und Grün­der er­zäh­len von ih­ren Er­fah­run­gen.

Haller Tagblatt - - SCHWÄBISCH HALL - Von Kers­tin Vlcek

Es war über­wäl­ti­gend, dass sich an dem Abend 70 Mit­glie­der für den Freun­des­kreis ge­fun­den ha­ben“, sagt Jörg Zan­zi­ger. Er ist ei­ner der Grün­der des Ver­eins „Freun­de des Goe­the-In­sti­tuts“und blickt bei der Fei­er in der Ho­s­pi­tal­kir­che vor rund 70 Gäs­ten 25 Jah­re zu­rück auf die ers­te Ver­samm­lung des da­mals neu ent­stan­de­nen Ver­eins.

Deut­sche Kul­tur nä­her­brin­gen

„Ziel ist es, das Goe­the-In­sti­tut und sei­ne jähr­lich mehr als 1000 Stu­den­ten aus al­ler Welt, so­wohl fi­nan­zi­ell als auch eh­ren­amt­lich zu un­ter­stüt­zen“, sagt Vor­sit­zen­der Wal­ter Dö­ring. Zum Bei­spiel konn­te durch die fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung die Me­dio­thek mit Lap­tops aus­ge­stat­tet wer­den. Der Freun­des­kreis möch­te den Stu­den­ten aber auch die deut­sche Kul­tur nä­her­brin­gen, durch Aus­fahr­ten, Stadt­füh­run­gen, Kaf­fee-und-Ku­chen-Nach­mit­ta­ge, dem Som­mer­fest und auch dem Glüh­wein­stand. „Ech­ter Te­am­geist zeich­net den Freun­des­kreis aus“, sagt In­sti­tuts­lei­te­rin Sa­bi­ne Haupt. „Er ver­mit­telt auch ein au­then­ti­sches Deutsch­land­bild, jen­seits des Tou­ris­ti­schen.“

Aber auch die Hal­ler ler­nen im­mer wie­der et­was von den Gäs­ten aus an­de­ren Kul­tu­ren. Sei es bei ei­ner ja­pa­ni­schen Tee­ze­re­mo­nie bei Mit­grün­der Jo­hann Ge­org Hüf­ner zu Hau­se oder ein Tanz von den Phil­ip­pi­nen. „Bei uns war für vier Wo­chen ei­ne Non­ne von den Phil­ip­pi­nen“, er­zählt Zanz­in­ger. Vor ih­rer Abrei­se ha­be sie ei­nen Kas­set­ten­re­kor­der ha­ben wol­len und ver­schwand für ein paar Mi­nu­ten. „Plötz­lich stand dann ein Hu­la-Mäd­chen vor uns und zeig­te ei­nen Frucht­bar­keitstanz.“Ein paar Mi­nu­ten spä­ter ha­be sie sich dann wie­der in die Non­ne ver­wan­delt.

„Vor 27 Jah­ren an Weih­nach­ten ha­be ich mei­nen El­tern ge­sagt, ich ge­he ins Aus­land um Deutsch zu ler­nen“, er­zählt Ken Swiers. Der Ame­ri­ka­ner war von 1992 bis 1993 am Hal­ler Goe­the-In­sti­tut. Die­se Zeit ha­be ihn ge­prägt und mitt­ler­wei­le, nach ei­ni­gen Zwi­schen­sta­tio­nen im In- und Aus­land, lebt er mit sei­ner Frau Clau­dia in der Hal­ler Alt­stadt. Seit cir­ca drei Wo­chen ist der Chi­ca­go­er au­ßer­dem Prä­si­dent des Ki­wa­nis-Clubs.

Auch für die ehe­ma­li­ge Stu­den­tin Ber­ran Gül aus der Tür­kei war die Zeit am Goe­the-In­sti­tut sehr prä­gend. Sie be­such­te 2003/04 Sprach­kur­se und hat viel Un­ter­stüt­zung von der stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den In­grid Lech­ner be­kom­men. Gül lebt in

Stutt­gart und ist mit ei­nem Deut­schen ver­hei­ra­tet. Aber nicht nur ehe­ma­li­ge Stu­den­ten sind auf der Büh­ne zu hö­ren, son­dern auch der­zei­ti­ge. Emi­na Chu prä­sen­tiert chi­ne­si­sche Dicht­kunst. Bar­fuß und mit ei­nem Fä­cher in der Hand. Be­glei­tet wird sie da­bei von Freun­des­kreis­mit­glied Huy Huang Tran. Ihr mu­si­ka­li­sches Kön­nen zei­gen auch Stu­den­tin Ro­xan­ne Ou­lai von der El­fen­bein­küs­te und Lau­ra Ack­stein vom Goe­the-In­sti­tut, die zwei Lie­der sin­gen und das Pu­bli­kum zum Mit­klat­schen brin­gen.

Lern­ort und Hei­mat

„Das Goe­the-In­sti­tut und der Freun­des­kreis tra­gen zur Welt­of­fen­heit der Stadt bei“, sagt der zwei­te eh­ren­amt­li­che stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter Rü­di­ger Schorpp in Ver­tre­tung für Ober­bür­ger­meis­ter Her­mann-Jo­sef Pel­grim. „Es ist für die Stu­den­ten nicht nur Lern­ort, son­dern ei­ne Hei­mat auf Zeit.“Der Freun­des­kreis sei auch ein­ma­lig an deut­schen In­sti­tuts­stand­or­ten und er be­trei­be ei­nes: Gast­freund­schaft. „Und des­halb be­an­tra­ge ich gleich hier und jetzt mei­ne Mit­glied­schaft“, er­klärt Schorpp be­vor er die Büh­ne ver­lässt.

Fo­to: Ufuk Ars­lan

Ge­schich­ten aus 25 Jah­ren Freun­des­kreis Goe­the-In­sti­tut: Die Grün­der Jörg Zanz­in­ger (links) und Jo­hann Ge­org Hüf­ner (rechts) wer­den von dem Vor­sit­zen­den Wal­ter Dö­ring und der stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den In­grid Lech­ner zu ih­ren Er­leb­nis­sen be­fragt.

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