„Mit Ein­stand zu­frie­den“

Seit drei Mo­na­ten re­giert Chris­toph Spie­les im Kup­fer­zel­ler Rat­haus. Im Ge­spräch zieht er sei­ne per­sön­li­che Bi­lanz der An­fangs­zeit.

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL - Von Christian Nick

An­fang Au­gust hat der neue Kup­fer­zel­ler Bür­ger­meis­ter das Amt von Vor­gän­ger Joa­chim Schaaf über­nom­men. Vie­le in­ten­si­ve Be­geg­nun­gen, Her­aus­for­de­run­gen und auch ei­ne durch­aus rup­pi­ge ers­te Ge­mein­de­rats­sit­zung gab es seit­dem. Ein Ge­spräch über den Start ei­nes Laufs, der vom Sprint zum Ma­ra­thon wer­den soll.

Herr Spie­les, in Ih­rer An­tritts­re­de ha­ben Sie ge­sagt, die 100-Ta­ge-Frist wer­de wohl zur Ei­n­ar­bei­tung nicht rei­chen. Trotz­dem: Sind Sie schon ganz an­ge­kom­men im Amt? Chris­toph Spie­les

Ja, ich wur­de sehr gut auf­ge­nom­men: von den Mit­ar­bei­tern hier im Rat­haus und auch von der Be­völ­ke­rung.

Bei der Pre­mie­re im Ge­mein­de­rat blies Ih­nen ein rau­er Wind ent­ge­gen: Un­ter an­de­rem be­wil­lig­ten die Rä­te we­ni­ger Ge­halt als Ih­rem Vor­gän­ger und kri­ti­sier­ten ve­he­ment, dass ih­re An­fra­gen ans En­de der Ta­ges­ord­nung ver­scho­ben wur­den. Wel­pen­schutz sieht an­ders aus, oder...?

Ich se­he das nicht ganz so dra­ma­tisch. Was das Ge­halt be­tri—t: Das ist das Recht des Ge­mein­de­rats − und ich ak­zep­tie­re das auch.

Hät­ten Sie sich ei­nen bes­se­ren Ein­stand ge­wünscht?

Ich bin mit mei­nem Ein­stand zu­frie­den und ha­be noch nie be­reut, hier Bür­ger­meis­ter zu sein.

Ihr Ton im Plenum ist for­scher als der Ih­res Vor­gän­gers. Muss das so sein, um die ö‹ers aus­ufern­den De­bat­ten auf ein halb­wegs ver­träg­li­ches Maß zu re­du­zie­ren?

Je­der Mensch ist nun mal an­ders. Und ja, viel­leicht will man die Sit­zun­gen auch et­was stra—en...

Ver­las­sen wir mal den Ge­mein­de­rat: In wel­chen Be­rei­chen konn­ten Sie bis­her schon Ak­zen­te set­zen?

Da gibt es ei­ni­ges. Wir brin­gen die Bau­ge­bie­te Kup­fer­aue und Be­cke­nä­cker auf den Weg und stel­len das Klei­ne Lern­haus fer­tig. Wir ha­ben uns auch in­ten­siv der Fra­ge ge­wid­met, wie es mit der Kin­der­be­treu­ung wei­ter­geht: ins­be­son­de­re der In­te­rims­lö­sung am Se­bas­ti­an-Kn­eipp-Kin­der­gar­ten.

Was hat Sie in den ers­ten 100 Ta­gen denn am meis­ten über­rascht?

Dass die Zeit oh­ne Käm­me­rer doch sehr lang war. Wir sind froh, dass wir nun wie­der je­mand Ge­eig­ne­ten ge­fun­den ha­ben.

Was war Ihr größ­ter Feh­ler bis­her?

Mir ist kein Feh­ler be­wusst, je­den­falls kein gro­ßer. Ich bin of­fen und ehr­lich auf die Men­schen zu­ge­gan­gen. Und auch mit dem Ge­mein­de­rat klappt es gut.

Wir ha­ben uns um­ge­hört. Das Fa­zit: Sie trä­ten bür­ger­nah auf und ar­bei­te­ten in­ten­siv, heißt es.

Das freut mich. So ha­be ich es ver­spro­chen und so will ich es hal­ten. Es ist ei­ne Be­stä­ti­gung, auf dem rich­ti­gen Weg zu sein.

Das schöns­te Er­leb­nis im Amt?

Da gab es vie­le. Die ers­ten Be­geg­nun­gen sind be­son­ders in­ten­siv. Be­son­ders schön war es, dass gleich die Kär­we, der Kup­fer­zel­ler Fei­er­tag, statt­ge­fun­den hat.

Ich neh­me an, der Abend des Wahl­siegs war auch ganz nett...

Selbst­ver­ständ­lich, aber da war ich ja noch nicht im Amt (lacht). Aber es stimmt: Die Ein­set­zung und die Ver­pflich­tungs­fei­er wa­ren auch sehr schön.

Nun, wo Sie be­reits mehr Ein­blick ha­ben als da­mals: Was sind die drei größ­ten Her­aus­for­de­run­gen, de­nen sich Kup­fer­zell stel­len muss?

Wir müs­sen den Schul­stand­ort und die Kin­der­ta­ges­stät­ten fit für die Zu­kunft ma­chen, die Bau­ge­bie­te und den Stand­ort von Bau­hof und Feu­er­wehr wei­ter­ent­wi­ckeln. Und auch für die Klär­an­la­gen müs­sen In­ves­ti­tio­nen in Mil­lio­nen­hö­he ge­tä­tigt wer­den. Viel hängt von der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung, von den Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men, ab.

Apro­pos Ge­wer­be­steu­er: War­um wol­len Sie ei­gent­lich Schwä­bisch Hall nicht im Ge­wer­be­park ha­ben?

Das war die ge­mein­sa­me Ent­schei­dung al­ler drei Part­ner...

Ich fra­ge ja jetzt Sie...

Ich kann für al­le spre­chen. Für die na­he Zu­kunft ist das nun vom Ver­band so be­schlos­sen. Was kommt, weiß auch nie­mand.

Fo­to: Christian Nick

An­ge­kom­men und hei­misch fühlt sich Chris­toph Spie­les am Schreib­tisch im Kup­fer­zel­ler Rat­haus. Das Woll­knäu­el ist ein Ge­schenk, das ihm hel­fen soll, den „ro­ten Fa­den“nicht zu ver­lie­ren.

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