Op­ti­mis­tisch ins Weih­nachts­ge­schäft

Die Händ­ler in Deutsch­land rech­nen zum Jah­res­en­de mit ei­nem or­dent­li­chen Um­satz­plus. Weil im­mer häu­fi­ger on­li­ne ein­ge­kauft wird, bau­en vie­le An­bie­ter ei­ge­ne Shops auf.

Haller Tagblatt - - WIRTSCHAFT - Von Si­mo­ne Dür­muth

Mehr als 100 Mrd. € soll das dies­jäh­ri­ge Weih­nachts­ge­schäft dem Han­del in Deutsch­land on­li­ne und sta­tio­när ein­brin­gen. Trotz der ab­flau­en­den Kon­junk­tur wol­len die Ver­brau­cher schö­ne Ge­schen­ke für ih­re Lie­ben kau­fen – der HDE rech­net mit ei­nem An­stieg des Weih­nachts­ge­schäfts um 3 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr. Für das Ge­samt­jahr soll das Um­satz­plus 3,2 Pro­zent be­tra­gen – das zehn­te Wachs­tums­jahr in Fol­ge.

Auch die Händ­ler in Ba­denWürt­tem­berg sind op­ti­mis­tisch: 379 € wol­len die Kun­den hier im Schnitt für Weih­nachts­ge­schen­ke aus­ge­ben. Das hat ei­ne Um­fra­ge der Dua­len Hoch­schu­le Stutt­gart un­ter 1100 Kun­den im Land er­ge­ben. Je­der fünf­te plant da­bei, mehr für Ge­schen­ke aus­zu­ge­ben, 14 Pro­zent der Be­frag­ten wol­len mehr Per­so­nen be­schen­ken als im ver­gan­ge­nen Jahr. Be­son­ders in Kauf­lau­ne sind auch die­ses Jahr Frau­en. Ei­ne von fünf Frau­en aus dem Süd­wes­ten plant, zu Weih­nach­ten mehr als zehn Men­schen aus ih­rem Um­feld mit Prä­sen­ten zu be­den­ken.

Für das Ge­samt­jahr 2019 er­war­tet der Han­dels­ver­band Ba­den-Würt­tem­berg (HBW) ein Um­satz­plus von rund 2 Pro­zent und wächst da­mit leicht un­ter­durch­schnitt­lich im Ver­gleich zum Ge­samt­markt. „Die po­si­ti­ve Um­satz­ent­wick­lung ist ei­ne gu­te Nach­richt“, ver­kün­det Her­mann Hut­ter, Prä­si­dent des HBW bei der Herbst­pres­se­kon­fe­renz in

Stutt­gart. „Aber ge­ra­de im länd­li­chen Raum und auch in vie­len In­nen­städ­ten hat der Han­del schwer zu kämp­fen.“

Grund sei die häu­fig schwie­ri­ge Er­reich­bar­keit der Ge­schäf­te. „70 Pro­zent der Kauf­ent­schei­dun­gen sind Im­puls­käu­fe“, er­klärt Hut­ter. „Und wenn die Men­schen nicht in den Städ­ten sind, dann be­kom­men sie auch kei­nen Im­puls.“Und er fügt hin­zu, er ha­be wäh­rend der Pres­se­kon­fe­renz nicht ei­nen Fuß­gän­ger vor dem

Ge­schäft vor­bei­ge­hen se­hen. In die­sem Jahr ist der HBW in den Räu­men des Wein­händ­lers „Wein-Mo­ment“zu Gast, der sich et­was ab­seits der Stutt­gar­ter Ein­kaufs­mei­le an ei­ner viel­be­fah­re­nen Stra­ße be­fin­det.

Das ist ei­ner der Grün­de, war­um im­mer mehr Händ­ler ei­nen ei­ge­nen On­li­ne­shop be­trei­ben oder ih­re Wa­ren auf ei­ner Platt­form wie Ama­zon an­bie­ten. Al­ler­dings dür­fe man die Kos­ten für so ei­nen Auf­tritt nicht un­ter­schät­zen: Die Platt­form­be­trei­ber ver­lan­gen ei­ne Pro­vi­si­on und auch der Auf­bau ei­nes ei­ge­nen Shops kann teu­er wer­den. „10 bis 15 Pro­zent des Um­sat­zes muss man auf je­den Fall in­ves­tie­ren, um sicht­bar zu sein“, so Hut­ter. Wich­tig sei so ein Auf­tritt für das „Ge­samt­pot­pour­ri“: Kun­den in­for­mie­ren sich im­mer häu­fi­ger zu­nächst im In­ter­net über Pro­duk­te, vie­le wol­len aber, weil sie den Ser­vice schät­zen, doch bei ei­nem lo­ka­len Händ­ler ein­kau­fen. Hat der kei­nen ei­ge­nen On­li­ne­shop, lan­det der Kun­de dann viel­leicht doch bei der Kon­kur­renz aus den USA.

Be­ein­flusst wird der Han­del auch durch die Ve­rän­de­run­gen des Wet­ters: „Mil­de Tem­pe­ra­tu­ren im Herbst und Win­ter ma­chen vor al­lem den Tex­til­händ­lern zu scha¨en“, er­klärt Hut­ter. Di­cke Win­ter­män­tel und ku­sche­li­ge Strick­pul­lis sind dann ein­fach nicht so ge­fragt. Doch auch für die an­de­ren Händ­ler be­deu­tet ein war­mer Herbst Stress. „Es ver­schiebt sich dann al­les nach hin­ten“, so Hut­ter. Die Kun­den kau­fen die Ge­schen­ke spä­ter, die Händ­ler ha­ben dann Schwie­rig­kei­ten, be­son­ders ge­frag­te Ar­ti­kel recht­zei­tig nach­zu­be­stel­len.

Auf der an­de­ren Sei­te sei Schnee und Eis­glät­te ei­ne Chan­ce für die Händ­ler in klei­ne­ren Or­ten, da die Kon­su­men­ten sich dann nicht so ger­ne ins Au­to set­zen, um in wei­ter ent­fern­ten Städ­ten ein­zu­kau­fen. Sie blei­ben auf der Ge­schen­ke­su­che dann lie­ber in der nä­he­ren Um­ge­bung.

Die Händ­ler ho en auf vol­le In­nen­städ­te wie auf un­se­rem Bild in der Kö­nigs­stra­ße in Stutt­gart.

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