Schwie­ri­ger Um­bau

Haller Tagblatt - - WIRTSCHAFT - Tho­mas Veit­in­ger

Mög­li­cher­wei­se war es nur ein kur­zer rhe­to­ri­scher Schwä­che­an­fall oder ei­ne Un­kon­zen­triert­heit. Viel­leicht sagt es aber auch et­was über den der­zei­ti­gen Zu­stand von Sie­mens aus: Kon­zern­chef Joe Ka­e­ser ist bei der Vor­stel­lung der Bi­lanz die Zahl der Mit­ar­bei­ter nicht prä­sent. „Wie viel ha­ben wir? 350...“sagt er fra­gend in Rich­tung sei­ner Vor­stands­kol­le­gen, von de­nen die Aus­kunft kommt: „380 000“.

Sie­mens be­fin­det sich laut Ka­e­ser in der größ­ten Trans­for­ma­ti­on in der 172 Jah­re lan­gen Un­ter­neh­mens­ge­schich­te, da kann man die Zahl der Mit­ar­bei­ter schon mal ver­ges­sen. Ob die Auf­glie­de­rung des Kon­zerns ei­ne gu­te Idee war, wird die Zu­kunft zei­gen. Ei­ne ope­ra­ti­ve Hol­ding mit weit­ge­hend ei­gen­stän­di­gen Ge­schäf­ten ist si­cher­lich agi­ler als ein tra­di­tio­nel­ler Misch­kon­zern al­ter Prä­gung, in dem im­mer der ei­ne oder an­de­re Be­reich mit­ge­schleppt wer­den muss. Al­ler­dings ge­hen auch Vor­tei­le wie hö­he­re Sta­bi­li­tät in Ab­schwung­zei­ten und ge­gen­sei­ti­ge Hil­fe ver­lo­ren. Sie­mens muss stark wach­sen, da­mit die klei­ne­ren Be­rei­che mit den Großen der Bran­che mit­hal­ten kön­nen.

Bis jetzt ge­hen die Plä­ne auf. Doch die Aus­glie­de­rung kommt erst noch. Sie­mens soll­te nicht das star­ke Wachs­tum über al­les stel­len. Die Kun­den müs­sen im Mit­tel­punkt ste­hen. Und Mit­ar­bei­ter mit­ge­nom­men wer­den. Ih­re Zahl üb­ri­gens: 385 000.

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