„Wir sind in der Rol­le des Jä­gers“

Vor dem Aus­wärts­spiel des VfB Stutt­gart in Os­na­brück spricht Sport­di­rek­tor Sven Mis­lin­tat über die neue Rol­le von Gon­za­lo Cas­tro, den har­ten Kon­kur­renz­kampf im Team und fle­xi­ble Spiel­sys­te­me.

Haller Tagblatt - - SPORT - Von Cars­ten Muth

Nach drei Punkt­spiel­nie­der­la­gen in Fol­ge hat Fuß­ball-Zweit­li­gist VfB Stutt­gart die Kur­ve be­kom­men und Dy­na­mo Dres­den ge­schla­gen. Am Sams­tag steht das Aus­wärts­spiel bei Auf­stei­ger VfL Os­na­brück an (13 Uhr/Sky). Sport­di­rek­tor Sven Mis­lin­tat äu­ßert sich vor dem Du­ell beim Ta­bel­len-15. zum Stand der Din­ge.

Ta­bel­len­si­tua­ti­on

Der VfB ran­giert auf Rang drei, je­weils zwei Punk­te hin­ter Spit­zen­rei­ter HSV und dem ers­ten Ver­fol­ger Ar­mi­nia Bie­le­feld. Mit dem Sieg ge­gen Dres­den ha­be man sich end­lich ein­mal für ei­ne gu­te Leis­tung be­lont, sagt Sport­di­rek­tor Mis­lin­tat. Der 47-Jäh­ri­ge be­tont al­ler­dings: „Fakt ist: Wir ha­ben un­se­re Po­le-Po­si­ti­on ver­spielt und sind in der Rol­le des Jä­gers. Des­halb müs­sen wir wei­ter drei­fach Punk­ten, um die Teams vor uns un­ter Druck zu set­zen.“

De­ba­kel in Ham­burg

Im Punkt­spiel beim HSV er­hielt der VfB vor zwei Wo­chen ei­ne bö­se Abrei­bung. 2:6 hieß es am En­de. Ei­ne

Klat­sche, die Mis­lin­tat aber nicht ner­vös ge­macht hat, wie er sagt. „Ich ha­be vol­les Ver­trau­en in die Mann­schaft. Im Er­geb­nis war es ein De­ba­kel, aber es gab auch An­sät­ze, die rich­tig, rich­tig gut wa­ren.“Es ge­he dar­um, Er­geb­nis­se rich­tig ein­zu­ord­nen. „Der HSV hat sechs Mal aufs Tor ge­schos­sen, sechs Mal war er drin.“

Ma­rio Go­mez

Die frü­he­re Tor­ma­schi­ne Ma­rio Go­mez muss sich hin­ten an­stel­len, be­kommt kaum Ein­satz­zei­ten. Ei­ne un­ge­wohn­te Si­tua­ti­on für den Ex-Na­tio­nal­spie­ler. „Das wird ihm nicht schme­cken“, sagt sein Sport­di­rek­tor. „Aber Ma­rio geht gut mit der Si­tua­ti­on um. Es ist schwie­rig für ihn, wenn die an­de­ren Jungs gut per­for­men.“Go­mez sei fürs Team auch dann wich­tig, wenn er nicht spielt. „Weil er die jun­gen Spie­ler gut führt.“

Gon­za­lo Cas­tro

Der Mit­tel­feld­spie­ler hat zu­letzt auf der für ihn un­ge­wohn­ten Links­ver­tei­di­gerPo­si­ti­on ge­spielt – und macht dort ei­ne gu­te Fi­gur. Der etat­mä­ßi­ge Links­ver­tei­di­ger Bor­na So­sa fällt nach sei­ner Ge­hirn­er­schüt­te­rung bis auf Wei­te­res aus, kämpft mit Schwin­del­ge­füh­len. „Da muss man vor­sich­tig mit um­ge­hen.“Der etat­mä­ßi­ge Er­satz­mann Emi­lia­no In­sua läuft sei­ner Form mei­len­weit hin­ter­her. Al­so muss Cas­tro links ran. So rich­tig zu­frie­den ist die­ser mit sei­ner neu­en Rol­le nicht. Im Mit­tel­feld fühlt sich der 32-Jäh­ri­ge woh­ler. „Aber Gon­za­lo ist ei­ne Sen­sa­ti­ons-Ty­pe, der vol­ler Lei­den­schaft al­les für sei­nen Klub gibt. Wir flach­sen viel und sa­gen, wir hät­ten ihn schon viel frü­her zum Links­ver­tei­di­ger um­schu­len sol­len“, sagt Mis­lin­tat.

San­tia­go As­ca­ci­bar Der Ar­gen­ti­ni­er hat ge­gen Dres­den sei­nen ers­ten Tre§er für den VfB er­zielt. Vor dem Spiel gab der 22-jäh­ri­ge Mit­tel­feld­spie­ler be­kannt, dass er zum ers­ten Mal Va­ter wird. „Wir ho§en nicht, dass er je­des Mal Pa­pa wer­den muss, be­vor er tri§t“, sagt Mis­lin­tat und lacht.

Sys­tem Ge­gen Dres­den agier­te der VfB im 4-3-2-1 und wirk­te in die­sem Sys­tem ge­fes­tig­ter, nicht mehr ganz so kon­ter­an­fäl­lig wie zu­vor. „Wir ha­ben die­ses Sys­tem schon in Hei­den­heim und Bie­le­feld ge­spielt. Es gibt uns Sta­bi­li­tät, ge­ra­de im Zen­trum“, fin­det der Sport­di­rek­tor. Grund­sätz­lich will der VfB je­doch fle­xi­bel blei­ben. Ob man nun al­ter­na­tiv im 4-3-3 mit Stär­kung der bei­den Flü­gel­po­si­tio­nen agie­re oder mit ei­ner Drei­ket­te hin­ten – ent­schei­dend sei, wie das Team die je­wei­li­gen Sys­te­me aus­fül­le.

Si­las Wa­man­gi­tu­ka Der 21-Jäh­ri­ge ist vom fran­zö­si­schen Zweit­li­gis­ten FC Pa­ris ge­kom­men, hat viel­ver­spre­chen­de An­la­gen, ist schnell und drib­bel­stark. Ge­gen Dy­na­mo mach­te er we­ni­ge Se­kun­den nach sei­ner Ein­wechs­lung ein Tor, das die Par­tie ent­schied. Ist der jun­ge Kon­go­le­se ein Mann für die Start­elf? „Wenn er je­des­mal rein­kommt und ein Tor schießt wie ge­gen Dres­den, ist das auch in Ord­nung“, sagt Mis­lin­tat. Die Qua­li­tät in der Mann­schaft sei groß, der Kon­kur­renz­kampf ent­spre­chend hart. Wer spielt, ent­schei­de der Trai­ner auch auf­grund der Trai­nings­ein­drü­cke. Für Pro­fis sei das ganz nor­mal. „Das sind al­les ab­so­lu­te Spit­zen­sport­ler. Die wis­sen, dass sie sich in der Grup­pe durch­set­zen müs­sen.“

Fo­to: Eib­ner-Pres­se­fo­to

Schaut zu­ver­sicht­lich in die Zu­kun : Sven Mis­lin­tat, Sport­di­rek­tor beim VfB Stutt­gart.

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