Kein Per­so oh­ne Fin­ger­ab­druck

EU: Al­le Per­so­nal­aus­wei­se sol­len künf­tig mit bio­me­tri­schen Merk­ma­len ver­se­hen sein

Hamburger Morgenpost - - POLITIK -

BERLIN - Kein Per­so­nal­aus­weis mehr oh­ne ge­spei­cher­ten Fin­ger­ab­druck: Was bis­her bei uns frei­wil­lig ist, soll nach dem Wil­len der EU-Kom­mis­si­on künf­tig Pflicht wer­den. Nicht nur in Deutsch­land, son­dern in al­len EUMit­glieds­staa­ten. Das wür­de es Ter­ro­ris­ten und an­de­ren Kri­mi­nel­len schwe­rer ma­chen, die Do­ku­men­te zu fäl­schen, so die Be­grün­dung. In­nen­kom­mis­sar Di­mi­tris Av­ra­mo­pou­los zur „Welt“: „Wir müs­sen die Schrau­ben an­zie­hen, bis es kei­nen Raum mehr gibt für Ter­ro­ris­ten oder Kri­mi­nel­le und kei­ne Mit­tel mehr für sie, An­schlä­ge durch­zu­füh­ren. Das be­deu­tet, dass ih­nen der Zu­gang zu Geld, ge­fälsch­ten Do­ku­men­ten, Waf­fen und ex­plo­si­ven Stof­fen ver­sperrt wer­den muss und sie zugleich dar­an ge­hin­dert wer­den müs­sen, un­se­re Gren­zen un­ent­deckt zu über­que­ren.“

Die Bun­des­re­gie­rung muss den EU-Plä­nen zu­stim­men. Doch das dürf­te rei­ne Form­sa­che sein. „Deutsch­land steht die­sem Vor­ha­ben po­si­tiv ge­gen­über, da Per­so­nal­aus­wei­se als Rei­se­do­ku­men­te – auch in das au­ßer­eu­ro­päi­sche Aus­land – ge­nutzt wer­den kön­nen und die ver­pflich­ten­de Ein­füh­rung von Fin­ger­ab­drü­cken in Per­so­nal­aus­wei­sen ei­nen zu­sätz­li­chen Si­cher­heits­fak­tor bie­ten kann“, heißt es in ei­ner Er­klä­rung des In­nen­mi­nis­te­ri­ums. In deut­schen Rei­se­päs­sen sind Fin­ger­ab­drü­cke be­reits seit 2007 Stan­dard.

Und auch ju­ris­tisch wird es kaum Ein­wän­de ge­ben. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter hat vo­ri­gen Au­gust ent­schie­den, dass die Ab­ga­be von Fin­ger­ab­drü­cken Vor­aus­set­zung für die Aus­ga­be von Rei­se­päs­sen ist.

Ein Rechts­an­walt aus Bochum woll­te ei­nen Pass oh­ne bio­me­tri­sche Merk­ma­le, hat­te ge­klagt – und ver­lo­ren.

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