Weg mit Hartz IV: SPD er­fin­det sich neu

Vom Grund­ein­kom­men bis zur grü­nen Ar­bei­ter­par­tei

Hamburger Morgenpost - - POLITIK - ROH

BER­LIN - Grü­ne 22, SPD 14 Pro­zent – die jüngs­te WahlUm­fra­ge ver­tieft die Kri­se der schrump­fen­den So­zi­al­de­mo­kra­tie noch ein biss­chen wei­ter. Die Ex-Volks­par­tei sucht ein neu­es Image, am bes­ten jen­seits von Hartz IV. Bei­na­he täg­lich plop­pen neue SPD-Ide­en auf. Sie rei­chen vom 12Eu­ro-Min­dest­lohn bis zum „Grund­ein­kom­mens­jahr“.

Auf­fäl­lig ist da­bei, wie Ge­ne­ral­se­kre­tär Lars Kling­beil ver­sucht, dem er­klär­ten GroKo-Geg­ner Ke­vin Küh­nert die Luft­ho­heit in der so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Denk­fa­brik zu ent­rei­ßen. Die Lis­te der Denk­an­stö­ße ist lang:

➤ „Hartz IV ist von ges­tern“,

lau­tet Kling­beils neue Lo­sung. SPD-Vi­ze Ma­nue­la Schwe­sig stimmt zu und sagt, sie ar­bei­te mit Küh­nert an ei­nem neu­en Kon­zept des So­zi­al­staats. So sol­len „Men­schen, die nach 30 Jah­ren im Be­ruf ar­beits­los wer­den, nach dem En­de des Ar­beits­lo­sen­geld­be­zugs nicht in Hartz IV fal­len“. Da­zu will die SPD das nicht an­tast­ba­re „Schon­ver­mö­gen“deut­lich an­he­ben. Kling­beil will den Be­zug von Ar­beits­lo­sen­geld I über 18 Mo­na­te hin­aus ver­län­gern, wenn der Be­tref­fen­de sich neu qua­li­fi­ziert.

➤ Grund­ein­kom­mens­jahr: Da­mit ver­sucht Kling­beil, die Idee ei­nes be­din­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­mens für die SPD zu ver­ein­nah­men: „Mit je­dem Jahr Be­rufs­tä­tig­keit er­wirbt man den An­spruch auf ei­nen Mo­nat Grund­ein­kom­men. Die­ses Ein­kom­men von 1000 Eu­ro net­to kann für sechs bis ma­xi­mal zwölf Mo­na­te in An­spruch ge­nom­men wer­den. Die Bei­trä­ge zur Kran­ken­ver­si­che­rung über­nimmt der Staat.“ ➤ 12 Eu­ro Min­dest­lohn und Ren­ten­ga­ran­tie. Mit die­sem Vor­schlag hat­te Par­tei-Vi­ze Olaf Scholz – recht­zei­tig zu den Land­tags­wah­len in Bay­ern und Hes­sen – ei­nen Plan ent­wor­fen, der sich an For­de­run­gen der Link­s­par­tei an­lehnt, die schon lan­ge ei­nen weit hö­he­ren Min­dest­lohn for­dert. Das Ar­gu­ment: Erst ab 12 Eu­ro wä­re je­mand, der Voll­zeit ar­bei­tet, im Al­ter nicht mehr auf Hil­fe vom Staat an­ge­wie­sen. Von Scholz stammt auch die Idee, die Ren­te auf Staats­kos­ten bis 2040 zu ga­ran­tie­ren. Ein Pro­jekt, das Hun­der­te Mil­li­ar­den an Staats­zu­schüs­sen er­for­dert.

➤ Grü­ne SPD? Po­li­ti­ker um Frak­ti­ons­vi­ze Mat­thi­as Miersch drin­gen in ei­nem Auf­ruf für das SPD-De­bat­ten­camp auf ei­ne Stär­kung des Öko-Pro­fils der Par­tei. Die Un­ter­zeich­ner stel­len sich nach dem mas­si­ven Er­star­ken der Grü­nen ge­gen den Kurs von Par­tei­che­fin Andrea Nah­les. Die­se hat deut­lich ge­macht, dass ÖkoThe­men nicht ihr Schwer­punkt sind.

eit ju­tum dihr Eu­ruyst­ntig­kuit ur­wirot min tun Cn­spr­urh iuy uinun eo­nit ar­un­tuin­kom­mun. Lars Kling­beil

Die K-Fra­ge der SPD: Lars Kling­beil oder doch Ke­vin Küh­nert?

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