Hei­ßer Flirt dank schlap­per Mit­be­wer­ber

Hamburger Morgenpost - - POLITIK - RALF DORSCHEL po­li­tik@mo­po.de

Schmis­si­ge Par­tei­tags­re­gie und ganz vie­le bun­te Bil­der von strah­len­den Men­schen: Die Grü­nen zeig­ten sich in Leip­zig von ih­rer al­ler­bes­ten Sei­te. Nach den Wah­len in Hes­sen und Bay­ern und nach ak­tu­el­len Um­fra­gen im Bund (22 Pro­zent!) füh­len sie sich der­zeit ab­so­lut un­wi­der­steh­lich.

Blöd nur: Die­ser Hö­hen­flug hat ganz viel mit der Schwä­che der Kon­kur­renz zu tun – der hilf­los her­um­tau­meln­den SPD, den beim The­ma Mi­gra­ti­on in­ein­an­der ver­keil­ten Lin­ken und der völ­li­gen Charm­e­frei­heit der FDP. Doch all das könn­te sich wie­der än­dern – und gera­de die gast­ge­ben­de Stadt Leip­zig er­in­nert die Grü­nen an ei­ne är­ger­li­che Klei­nig­keit: In wei­ten Tei­len Ost­deutsch­lands konn­te man sie bis­her ver­ges­sen – und die Wäh­ler ta­ten das auch. Ei­ne neue Um­fra­ge sieht Ha­becks Trup­pe jetzt auch in Thü­rin­gen auf Hö­hen­flug: von sechs rauf auf zwölf Pro­zent. Dort und in Sach­sen wird sich 2019 ent­schei­den, ob die Grü­nen das Zeug zur neu­en Re­gie­rungs­par­tei ha­ben. Oder ihr hei­ßer Flirt mit den Wäh­lern nur mit dem ak­tu­el­len Man­gel an at­trak­ti­ven Mit­be­wer­bern zu tun hat.

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