Jat­tas Traum wird wahr

Als Jo­ker schlägt der 20-Jäh­ri­ge erst­mals zu. „Die­ser Tag be­deu­tet den nächs­ten Schritt für mich“

Hamburger Morgenpost - - SPORT -

Das war dann wie­der so ein Tag, den er nie­mals ver­ges­sen wird. Im oh­ne­hin schon wun­der­sa­men Buch sei­nes Le­bens schlug Ba­ke­ry Jat­ta in Aue das nächs­te Ka­pi­tel auf – und er­ziel­te sein ers­tesPflicht­spiel­tor­für­diePro­fis.Für den 20-Jäh­ri­gen, der im Som­mer 2015 aus Gam­bia flüch­te­te, ein wei­te­rer Traum, der wahr wur­de.

Die Wor­te, die Han­nes Wolf fand, als er Jat­ta bei des­sen Ein­wechs­lung nach 63 Mi­nu­ten noch letz­te Rat­schlä­ge mit auf den Weg gab, wa­ren nicht ganz so episch wie die von Joa­chim Löw wäh­rend des WM-Fi­na­les 2014. Nix mit Mes­si oder so. „Er hat mir nur ge­sagt: Geh rein und mach dei­nen Job“, ließ Jat­ta wis­sen. So ein­fach ist das manch­mal.

Jat­tas nächs­ter Traum wur­de wahr. Nach 68 Mi­nu­ten war es so weit, der lan­ge Ball von Hunt, der Stel­lungs­feh­ler von Kee­per Da­ni­el Haas. „Ich sah, dass er nicht gut po­si­tio­niert war“, er­zählt Jat­ta, der sich die Chan­ce aus spit­zem Win­kel nicht ent­ge­hen ließ. „Als der Ball dann drin war, dach­te ich nur: oh!“

Und dann ka­men sie al­le zu ihm und fei­er­ten ihn. „Er hat es sich so ver­dient, im­mer hart da­für ge­ar­bei­tet“, ju­bi­lier­te Le­wis Holt­by. Und Pier­re-Mi­chel La­sog­ga er­gänz­te: „Er ist ein ganz be­son­de­rer Typ, der sich im­mer freut, dass er die Chan­ce hat, hier Fuß­ball zu spie­len. Ba­ka ist ein wit­zi­ges Kerl­chen. Manch­mal auch un­ge­wollt …“

Ein wun­der­ba­rer Tag für Jat­ta. Ei­ner, „der den nächs­ten Schritt für mich be­deu­tet“, wie der seit Wo­chen über­zeu­gen­de Jo­ker be­kann­te. Sein Trai­ner will die Sa­che zwar „nicht zu groß ma­chen“, doch auch Han­nes Wolf ist des Lo­bes voll: „Ba­ka war bei all sei­nen Ein­wechs­lun­gen wich­tig für uns, er hat die Ein­sät­ze nicht ge­schenkt be­kom­men. Er hat sich das al­les ver­dient.“

Das Mär­chen geht al­so wei­ter. Mit kur­zer Ver­zö­ge­rung, nach­dem Jat­tas Kar­rie­re zwi­schen­zeit­lich ins Sto­cken ge­ra­ten war. Seit die­sem Tag in Aue strahlt sie schö­ner als je zu­vor. TA­GUNG: Han­nes Wolf ver­brach­te die Nacht in Aue, düst heu­te Vor­mit­tag zur Trai­ner­ta­gung nach Frank­furt – und schaut sich am Abend mit sei­nen Kol­le­gen die Par­tie der Ein­tracht ge­gen Schal­ke 04 an.

TRA­DI­TI­ON: Ge­ball­te Tra­di­ti­on im Erz­ge­birgs­sta­di­on. Aue (1019 Spie­le) ab­sol­vier­te die meis­ten Spie­le in der ehe­ma­li­gen DDROber­li­ga, der HSV ist mit 1866 Par­ti­en im­mer noch Re­kord­klub der Bun­des­li­ga.

TA­CHE­LES: Ei­nen bit­te­ren Nach­mit­tag er­leb­te der Ex-HSVer Sö­ren Ber­tram, der bei sei­nem Spiel des Jah­res erst nach 76 Mi­nu­ten ein­ge­wech­selt wur­de – und an­schlie­ßend wut­schnau­bend und die Tür knal­lend in der Ka­bi­ne ver­schwand. Fand sein Trai­ner Da­ni­el Mey­er nicht so lus­tig: „Da­für ha­be ich gar kein Ver­ständ­nis und wer­de mit ihm re­den.“

TRAI­NING: Das heu­ti­ge Aus­lau­fen im Volks­park be­ginnt um 11 Uhr.

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