Kuh­glo­cken zu laut – Bäue­rin ver­klagt

Ehe­paar strei­tet seit Jah­ren mit Land­wir­tin um das Ge­bim­mel auf der Wei­de

Hamburger Morgenpost - - PANORAMA -

Schluss mit Gestank und Ge­bim­mel: Seit Jah­ren strei­ten ein Ehe­paar und ei­ne Bäue­rin im ober­baye­ri­schen Holz­kir­chen um das Ge­läut von Kuh­glo­cken. Es geht auch um Gül­le – und um In­sek­ten, die von Gül­le und Kü­hen an­ge­lockt wer­den. Nun traf man sich wie­der vor Ge­richt. Güt­li­che Ei­ni­gung? Sieht nicht so aus.

HOLZ­KIR­CHEN -

Das Ehe­paar kauf­te 2011 im ober­baye­ri­schen Holz­kir­chen ein Häu­schen in idyl­li­scher La­ge, doch mit sei­nen tie­ri­schen Nach­barn kommt es nicht gut aus. Schon lan­ge ver­su­chen die bei­den, die Kuh­glo­cken – oder bes­ser noch die Kü­he selbst – von der be­nach­bar­ten Wei­de weg­zu­kla­gen. Auch den Gestank beim Dün­gen mit Gül­le wol­len sie nicht mehr dul­den – und die auf ihr Grund­stück flie­gen­den In­sek­ten möch­ten sie eben­falls nicht ha­ben.

Am Frei­tag be­gann vorm Land­ge­richt Mün­chen ein neu­er Pro­zess um den seit drei Jah­ren an­dau­ern­den Zwist. Nach­dem die Kla­ge des Ehe­manns in ers­ter In­stanz ab­ge­wie­sen wur­de und er auf die zwei­te In­stanz vorm Ober­lan­des­ge­richt war­tet, klagt nun sei­ne Frau ge­gen Bäue­rin Re­gi­na Kil­ler (42), die mit 35 bis 40 Milch­kü­hen ei­nen klei­nen Fa­mi­li­en­be­trieb be­treibt. Und auch ge­gen die Ge­mein­de, die das Wei­de­grund­stück ver­pach­te­te. Das An­we­sen be­fin­de sich in ei­nem Wohn­ge­biet. Im Üb­ri­gen sei es Tier­quä­le­rei, Kü­hen ei­ne lau­te Glo­cke um­zu­hän­gen.

Die Ehe­frau führ­te ge­nau Buch: Vom 8. Ju­ni bis 20. Ju­li wei­de­ten fünf Kü­he mit vier Glo­cken, vom 21. Sep­tem­ber bis 22. Ok­to­ber wa­ren es acht Kü­he mit sechs Glo­cken, die dem Paar schlaf­lo­se Näch­te be­scher­ten.

Die Bäue­rin be­steht auf die Glo­cken, da­mit sie die Tie­re nachts hört, falls mal eins aus­bricht.

Bbue­rin Re­gi­na Kil­ler will sich die Glo­cken für ih­re Kü­he nicht neh­men las­sen.

Das Paar bot auch an, auf sei­ne Kos­ten GPS-Kuh­glo­cken an­zu­schaf­fen. Re­gi­na Kil­ler hält aber da­ge­gen, dass es da­mit kei­ne Er­fah­run­gen ge­be.

Der Ehe­mann war mit sei­ner Kla­ge vor dem Land­ge­richt Mün­chen II En­de 2017 vor al­lem des­halb ge­schei­tert, weil er 2015 mit der Bäue­rin ei­nen Ver­gleich ge­schlos­sen hat­te: Nur im ent­fern­te­ren Teil der Wie­se mit gut 20 Me­ter Ab­stand soll­ten Kü­he mit Glo­cke gra­sen und bim­meln dür­fen. Dem Ehe­paar war es aber wei­ter zu laut. Ein An­ge­bot der Bäue­rin, nur ei­ner oder zwei Kü­hen ei­ne Glo­cke um­zu­hän­gen, je nach­dem wel­chen Be­reich ih­rer Wei­de sie nut­zen kön­ne, wur­de zu­nächst nicht wei­ter ver­folgt.

So wer­den die Ge­rich­te ent­schei­den müs­sen. Am 24. Ja­nu­ar 2019 will das Land­ge­richt Mün­chen II über die Zu­kunft der Kla­ge der Frau be­stim­men, dann steht noch der OLG-Be­schluss beim Mann aus.

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