Bes­ser kei­ne Ex­pe­ri­men­te

Hamburger Morgenpost - - POLITIK - CHRIS­TI­AN BUR­MEIS­TER po­li­[email protected] mo­po.de

Hauch­dünn zwar, aber die CDU hat sich für Sta­bi­li­tät ent­schie­den. Zu­min­dest kurz­fris­tig. Mit der Wahl von An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er zur Vor­sit­zen­den ge­winnt die Fa­vo­ri­tin von An­ge­la Mer­kel. Und die will noch zwei Jah­re als Kanz­le­rin im Amt blei­ben. Ih­re Chan­cen sind ges­tern ge­stie­gen.

Fried­rich Merz hät­te als CDU-Chef nicht nur Mer­kel vor sich her ge­trie­ben – er gilt auch dem Gro­Ko-Part­ner SPD als ab­so­lu­te Reiz­fi­gur. AKK wird sich schnell aus Mer­kels Schat­ten her­aus­ar­bei­ten wol­len. Aber sie geht es mut­maß­lich we­ni­ger breit­bei­nig an, als Merz es ge­tan hät­te. Das er­leich­tert das Re­gie­ren. Die­se Über­le­gung dürf­te bei vie­len De­le­gier­ten ei­ne Rol­le ge­spielt ha­ben. Denn im ers­ten Wahl­gang kam AKK nur auf 45 Pro­zent, sie sah schon wie die si­che­re Ver­lie­re­rin aus. Aber letzt­lich war das Sta­bi­li­täts- und Macht­er­hal­tungs-Gen in der CDU stär­ker als der Wunsch nach dem Auf­bruch in die gu­te al­te Zeit, den Merz ver­spro­chen hat­te. „Kei­ne Ex­pe­ri­men­te“ist schließ­lich ein be­währ­tes Mot­to in der CDU.

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