Hamburger Morgenpost

Niemand kennt Harnik besser

Siegfried Niemand ist dem HSV-Profi seit dessen Jugend verbunden

- LUIS VIEIRA HEINE Luis.heiNeCMopo.de

Martin Harniks Wechsel zum HSV – es ist eine späte Heimkehr für einen, der in Hamburg das Kicken lernte und doch erst beim Erzrivalen so richtig durchstart­ete.

„Werder war damals einfach schneller“, weiß Siegfried Niemand, seit knapp 35 Jahren Fußball-Jugendleit­er beim SC Vier- und Marschland­e. Dem Verein, wo der neue HSV-Stürmer Harnik das erste Mal gegen den Ball trat. „Ich kenne ihn seit seiner Geburt, seine Eltern wohnen bei uns in der Straße. Die Geschwiste­r sind im Alter meiner Kinder, er war der kleine Nachzügler“, erzählt Niemand im Gespräch mit der MOPO. „Durch seinen Bruder ist er dann zwangsläuf­ig mit auf den Platz gekommen. Schon in der F-Jugend habe ich dann das erste Mal gemerkt: Hui, da könnte was draus werden“, erinnert sich „Siggi“.

Harnik sei schon immer ein „Vollblutst­ürmer“gewesen. Jetzt will er für den HSV knipsen – weil die Verantwort­lichen ihn unbedingt wollten. Trainer Dieter Hecking und Sportvorst­and Jonas Boldt schwärmen von dem 32-Jährigen, bauen große Stücke auf Harnik und seine Vielseitig­keit in der Offensive.

Anfang 2006 waren die Bemühungen weniger intensiv, weiß Niemand. „Der HSV kam damals ein bisschen zu spät – wie so oft! Da war kein Herzblut hinter, er war eher der Notnagel. Sie haben sich damals für Rouwen Hennings entschiede­n. Martin hatte bei Bremen einfach die besseren Chancen und Perspektiv­en.“

Und diese nutzte er. Über Werder kam der ehemalige österreich­ische Nationalsp­ieler (68 Einsätze) zu Fortuna Düsseldorf, etablierte sich im Profifußba­ll – und kehrte über Stationen in Stuttgart und Hannover im vergangene­n Sommer zu Werder zurück. Auch, weil dort ein UraltKumpe­l aus alten Vier- und Marschländ­er Zeiten kickte. „In der C-Sonderstaf­fel kam Max Kruse aus Reinbek zu uns, mit Martin war das dann ein Super-Duo“, erinnert sich der Fußball-Obmann. „Ich habe die beiden von Anfang an begleitet.“

Harniks Wechsel nach Bremen war dann schon ein Schritt zurück in die alte Heimat. „Er war in jüngerer Zeit wieder öfter bei uns, auch im Pokalspiel gegen Dassendorf im Juli. Er hat seinen Heimatvere­in nie vergessen – und auch immer wieder materiell unterstütz­t“, erzählt die gute Seele des Vereins aus HamburgKir­chwerder.

Als Kumpel Kruse diesen Sommer zu Fenerbahce Istanbul weiterzog und Harniks Einsatzzei­ten im dicht besetzten Werder-Sturm nicht mehr zu werden schienen, folgte der Last-MinuteWech­sel zum HSV. Das freut niemanden mehr als Niemand. „Ich werde seinen Papa mal fragen, der soll ein paar Karten besorgen. Das will ich mir angucken.“Das dürfte kein Problem sein.

In der FJugend habe ich erstmals gemerkt: Hui, das könnte was werden.

Siegfried Niemand

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Beim HSV soll der gebürtige Hamburger die Optionen in der Offensive vergrößern.
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Martin Harnik war Führungssp­ieler in de und Marschland­e. Dem Klub ist er bis he
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Martin Harnik schaut oft bei seinem alten Klub SC Vier- und Marschland­e und Siegfried Niemand vorbei.

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