Hamburger Morgenpost

SUPER LEAGUE

Das war’s schon! Fan-Proteste stoppen Pläne der Gierigen. Die UEFA feiert sich

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Es ist ein Sieg für die Fans – doch der Kampf um den Fußball und darum, wem er gehört, ist noch lange nicht vorbei. Die von zwölf gierigen „Spitzenklu­bs“geplante Super League ist jedenfalls (erstmal) Geschichte. Der Milliarden-Flop!

Vielleicht hatten sie wegen der Geisterspi­ele schlichtwe­g vergessen, was Fußball-Anhänger alles bewirken können. Dass niemand mit den massiven Protesten gegen die Pläne (vor allem in England) gerechnet hat, verwundert dann aber doch. Die Super League wurde mit dem Rückzug der sechs englischen Klubs beerdigt. Nach dem Ausscheide­n weiterer Vereine verflog der Glaube an eine kurzfristi­ge Perspektiv­e des Projekts der Superreich­en. Die Abtrünnige­n mussten ihre Niederlage eingestehe­n.

Während LiverpoolB­oss John W. Henry sich wenig glaubwürdi­g entschuldi­gte, betonten die Hauptakteu­re Andrea Agnelli (Juve) und Florentino Perez (Real Madrid), dass die Super League grundsätzl­ich eine super Idee ist und bleibt. Ihren Anteil an den allein 3,5 Milliarden Euro (!) Anschubfin­anzierung müssen aber auch sie sich abschreibe­n.

Dass die UEFA sich nun als Sieger und Retter des Fußballs feiert, ist zynisch. Gerade wurde die Reform der Champions League ab 2024 durchgewun­ken, die mit zusätzlich­en 100 Spielen, mehr Absicherun­g, einem Ligensyste­m und noch mehr Geld erst auf Druck der großen Vereine initiiert wurde. Die Fußball-Fans werden es vernommen haben.

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Keine Super League für Real-Boss Florentino Perez und Juve-Star Cristiano Ronaldo

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