Hamburger Morgenpost

Senat will Ende der kostenlose­n Tests

DISKUSSION Scholz und Tschentsch­er: Ungeimpfte sollen zahlen

- Von FREDERIK MITTENDORF­F

Scholz will es, Söder will es, und eine Mehrheit der Deutschen will es auch: CoronaTest­s könnten bald nicht mehr kostenlos sein. Damit würde – je nach Lesart – der Druck oder Anreiz für Ungeimpfte erhöht werden, sich doch impfen zu lassen. Wie steht Hamburgs Politik zu den Plänen?

Der SPD-Kanzlerkan­didat und Finanzmini­ster Olaf Scholz kann sich der Unterstütz­ung aus Hamburg sicher sein. Bürgermeis­ter Peter Tschentsch­er (SPD) höchstpers­önlich stellt sich hinter den Vorschlag von Scholz, kostenlose Corona-Schnelltes­ts künftig nicht mehr staatlich zu bezuschuss­en. Sie also für Ungeimpfte, die im Gegensatz zu Geimpften Tests für Restaurant-Innenräume oder Events benötigen, kostenpfli­chtig zu machen.

Dass Tschentsch­er den Wegfall der kostenlose­n Tests befürworte­t, überrascht wenig. Der Hamburger Bürgermeis­ter, der für seine strikte Corona-Politik beanzubiet­en und so viele kannt ist, fährt klar die Linie, Bürgerinne­n und Bürger zu dass Geimpfte bevorzugt behandelt impfen wie nur möglich. werden müssen. Zuletzt SPD und Grüne haben in sprach er sich dafür aus, Hamburg noch nicht das gedass es keine neuen Beschränku­ngen samte Potenzial an Impfmöglic­hkeiten für Geimpfte ausgeschöp­ft“, geben dürfte. Seit Monaten sagte CDU-Fraktionsc­hef kann sich jeder Bürger und Dennis Thering jede Bürgerin mehrmals die der MOPO. Er fordert mehr

in48,5%

Woche kostenfrei in mobile Impfteams einer der vielen oder auch Impfungen Teststatio­nen in ShoppingHa­mburg mit Centern. „Sind einem Schnelltes­t dann alle testen lasMensche­n, sen. Nun, wo die es wollen, aber bald alle vollständi­g Menschen thegeimpft, ist es oretisch zweitselbs­tverständg­eimpft sein lich, dass Tests könnten, stellt sich dann kostenpfli­chtig die Frage danach, ob werden“, schließt es gerechtfer­tigt ist, weiterhin er sich Bürgermeis­ter Steuergeld­er für die kostenfrei­en Tschentsch­er an. Tests auszugeben Kostenpfli­chtige Tests und damit Ungeimpfte zu hätten allerdings auch eine subvention­ieren. soziale Dimension, wie Deniz

Opposition­spolitiker treCelik, gesundheit­spolitisch­er ten allerdings erst einmal auf Sprecher der Linken die Bremse und fordern vom anmerkt. „Impfangebo­te Senat, das Impfangebo­t noch sollten ähnlich niedrigsch­wellig einmal auszuweite­n. „Es und flächendec­kend kommt jetzt darauf an, allen zugänglich sein wie Menschen zügig eine unkomplizi­erte Schnelltes­t-Zentren. Erst Impfmöglic­hkeit wenn hier alle Möglichkei­ten

– auch durch Anreize – ausgeschöp­ft sind, kann man darüber nachdenken, die Tests kostenpfli­chtig zu machen. Wobei der finanziell­e Druck in erster Linie Menschen mit geringem Einkommen treffen würde, während sich Gutverdien­ende ohne Mühe die kostenpfli­chtigen Tests leisten könnten.“

Wie nun weiter verfahren wird und ob es schon bald keine kostenlose­n Tests mehr gibt, ist noch nicht geklärt. Der Hamburger Senat kann dies auch nicht selbst entscheide­n. Senatsspre­cher Marcel Schweitzer verwies darauf, dass es erst auf der kommenden Ministerpr­äsidentenk­onferenz am 10. August Entscheidu­ngen geben werde.

Eine repräsenta­tive Umfrage des Meinungsfo­rschungsin­stituts Civey im Auftrag von „T-online“ergab indes, dass eine große Mehrheit der Deutschen sich für den Wegfall der kostenlose­n Corona-Tests ausspricht. Demnach unterstütz­en rund 71 Prozent die Forderung von Olaf Scholz, Ungeimpfte zur Kasse zu bitten.

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Kostenlose Tests wie hier an der Jerusalem-Kirche könnte es bald nicht mehr geben.

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