Hamburger Morgenpost

Wegen Schäden durch Vandalismu­s ist die Grotte seit 2004 vergittert.

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Spender auch festgelegt hatte, dass ein prächtiger Springbrun­nen errichtet werden möge – und zwar am heutigen Altonaer Balkon.

Doch unter anderem durch die Umwandlung des nahen Altonaer Rathauses zum Bahnhof wurde der Brunnen erst Pfingsten 1900 errichtet, allerdings am Kaiserplat­z, dem heutigen Platz der Republik.

Der Stuhlmannb­runnen sorgte damals bei seinen Betrachter­n

für ziemliches Erstaunen. Kein Wunder: Dargestell­t sind zwei Zentauren (halb Mensch, halb Pferd), die wütend um einen gefangenen Fisch ringen.

Der Brunnen verbraucht­e ordentlich Wasser, das zu jener Zeit einfach über Rohre in die Elbe geleitet wurde. So kamen Altonas Stadtväter 1902 auf die Idee, das Wasser „besser“zu nutzen – für einen kleinen Wasserfall am Elbhang unterhalb des Altonaer Balkons. Und weil die Herrschaft­en wohl etwas romantisch veranlagt waren, bauten sie am Wasserfall gleich noch die passende Grotte aus Kalksandst­ein dazu. Voilà! Schon konnten sich die Altonaer wie im Harz fühlen.

Ich war wohl so zehn Jahre alt, als ich die Grotte entdeckte. 1970 gab es natürlich keinen Wasserfall mehr. Aber die Höhle im Elbhang konnten wir Kinder damals noch erkunden und uns dort tüchtig gruseln. Heutzutage ist das den kleinen Altonaern verwehrt. Seit 2004 versperrt ein Gitter den Zugang.

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Ein Blick ins Innere. Hier übernachte­ten zeitweise Obdachlose.
 ??  ?? Diese Treppe führt vom Altonaer Balkon hinunter zur Grotte.
Diese Treppe führt vom Altonaer Balkon hinunter zur Grotte.

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