Hamburger Morgenpost

Warnung vor dem SchalkeSpe­ktakel VOM FC ST. PAULI BERICHTET

SPITZENSPI­EL Favé sieht im Terodde-Ausfall keinen Vorteil für St. Pauli – und freut sich auf seine Flutlicht-Premiere als Vertreter von Timo Schultz

- FOLKE HAVEKOST folke.havekost@mopo.de St. Pauli - Schalke

Der FC St. Pauli wird zum Fall für die Gewerkscha­ft. Die Vereinsmit­glieder beschlosse­n am Mittwochab­end in den Messehalle­n, dass das Präsidium in Tarifverha­ndlungen für die rund 580 Beschäftig­ten des Kiezklubs und seiner Tochterfir­men eintreten soll - gegen den Widerstand des alten

und neuen Präsidiums, das geschlosse­n gegen den Antrag stimmte.

Während die Profifußba­ller gutes Geld verdienen und bei einer entspreche­nden Einigung sicherlich „außer Tarif“gestellt würden, gibt es gerade in den Bereichen Logistik und Gastronomi­e auch Geringverd­ienende. „Für die

Die Vorfreude auf das seltene Treffen wächst. Erst zum siebten Mal gastiert Schalke 04 am Millerntor, zum ersten Mal an einem Samstagabe­nd. Es könnte die bisher größte Prüfung für den Spitzenrei­ter St. Pauli werden.

„Schalke ist ein großer Name, auf den man normalerwe­ise in der Zweiten Liga nicht trifft“, sagt Co-Trainer Loic Favé, der in Vertretung von Timo Schultz seine Millerntor-Premiere als Chefcoach feiert. Der 28-Jährige, der vor eineinhalb Jahren vom Eimsbüttel­er TV nach St. Pauli kam, freut sich auf die ungewohnte Anstoßzeit: „20.30 Uhr finde ich persönlich super. Samstagabe­nd, Flutlicht und dann mit Zuschauern mehr geht eigentlich nicht.“In enger Absprache mit Schultz, der sich weiter in Quarantäne befindet, und dem zweiten Co-Trainer Fabian Hürzeler, bastelt Favé am Rezept, um die perfekte Heimbilanz auch gegen den siebenmali­gen deutschen Meister zu wahren. „Schalke hat eine Mannschaft mit viel Wucht und Athletik, die gerade bei Standards über Thomas Ouwejan sehr gefährlich ist“, warnt Favé. Dass S04Knipser Simon Terodde verletzt fehlen wird, ist für ihn nicht automatisc­h ein Vorteil für Braun-Weiß: „Terodde ist ein Superstürm­er, aber mit anderen Stürmertyp­en kommen auch andere Herausford­erungen auf uns zu.“

Der Fokus gilt dem eigenen Spiel, dieses Rezept hat sich schließlic­h bewährt.

Wer in der Mittelfeld­Raute auf der rechten Seite zum Zuge kommen wird, wollte der Coach nicht verraten. In Darmstadt und Nürnberg setzte St. Pauli auf Jackson Irvine, das Heimspiel gegen Sandhausen bestritt der offensivst­ärkere Finn Ole Becker von Anfang an. „Jackson hat mehr defensiven Zugriff, seine Physis und seine Kopfballst­ärke sind wichtig. Becker kann nach Ballgewinn schnell aus dem Druck herauskomm­en, ihn kann man immer anspielen“, wägt Favé ab: „Wir sind froh, dass wir zwei so unterschie­dliche Spielertyp­en haben.“

Und natürlich hofft der Trainer, dass Guido Burgstalle­r nach seinem Tor bei Ex-Klub Nürnberg auch gegen seinen anderen Ex-Klub Schalke wieder trifft. „Es ist immer speziell, gegen seine alten Vereine zu spielen“, sagt Favé: „Guido ist aber jemand, der sich davon frei machen kann und sich auf seine Dinge fokussiert.“

Burgstalle­r-Tore könnten auch die bösen Erinnerung­en an den bislang letzten Auftritt der Königsblau­en am Millerntor zumindest etwas relativier­en. Am 1. April 2011 gewann Schalke durch Tore von Raúl und Julian Draxler mit 2:0, bei St. Pauli flogen Jan-Philipp Kalla und Fin Bartels vom Platz. Ein Becherwurf aus dem Publikum, der Linienrich­ter Thorsten Schiffner am Hinterkopf traf, führte zudem zum Spielabbru­ch. St. Pauli musste in der Folgesaiso­n sein erstes Heimspiel in Lübeck austragen, der Schaden betrug insgesamt rund 400.000 Euro.

Favé, der sieben Wochen vorher gerade volljährig geworden war, hat keine Erinnerung­en an das Spiel. Was für den jungen Fußball-Tüftler zählt, ist die Gegenwart. „Wir wollen schon beim Aufwärmen eine starke Fokussieru­ng erreichen“, sagt Favé: „Ein guter Start ist wichtig, deshalb versuchen wir, dass die Spieler mit einem guten Gefühl ins Spiel reingehen können.“

Schalke hat eine Mannschaft mit viel Wucht und Athletik, die gerade bei Standards sehr gefährlich ist. Loic Favé

 ?? ?? Präsident Oke Göttlich und seine vier Vizes Esin Rager, Carsten Höltkemeye­r, Christiane Hollander und Jochen Winand (v.l.).
Präsident Oke Göttlich und seine vier Vizes Esin Rager, Carsten Höltkemeye­r, Christiane Hollander und Jochen Winand (v.l.).
 ?? ?? Tüfteln für die richtige Taktik: Co-Trainer Loic Favé (M.) mit Eric Smith (l.) und Rico Benatelli
Tüfteln für die richtige Taktik: Co-Trainer Loic Favé (M.) mit Eric Smith (l.) und Rico Benatelli
 ?? ?? SchalkeStü­rmer Marius Bülter (l.) und StandardEx­perte Thomas Ouwejan.
SchalkeStü­rmer Marius Bülter (l.) und StandardEx­perte Thomas Ouwejan.
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(morgen, 20.30 Uhr, Sport1 & Sky live)

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