Hamburger Morgenpost

Tätowierer­n geht die Farbe aus

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Die Corona-Krise hat auch Tätowierer schwer getroffen, doch sein Geschäft sei glückliche­rweise wieder gut angelaufen, sagt Bernd Muss. Nun bereitet ihm das Farbenverb­ot Sorgen. „Kunden, die ein gewünschte­s Tattoo in der Farbe nicht bekommen, lassen es dann doch ganz sein, als sich etwas anderes stechen zu lassen. Sie fallen als Kunden weg“, sagt Muss. „Natürlich kommen dann Existenzän­gste auf.“

Bernd Muss hat vorgesorgt, so gut es ging. „Ich habe mir noch ein Farbset sichern können. Mit reachkonfo­rmen Farben“, so der Tätowierer. Damit komme er nun ein halbes Jahr hin.

Seine Vermutung: Die bald illegalen Farben werden nicht ganz verschwind­en. „Auf dem Schwarzmar­kt wird dann trotzdem mit den Farben weitergear­beitet. Das ist letztendli­ch viel gefährlich­er“, sagt Muss.

Was passiert Tätowierer:innen, die sich nicht an die neue Verordnung halten? Dennis Sulzmann, Sprecher der Behörde für Justiz und Verbrauche­rschutz in Hamburg, sagt dazu: „Neben ordnungsbe­hördlichen Maßnahmen der Überwachun­g, zum Beispiel Anordnunge­n, die mit einem Zwangsgeld bewehrt werden können, können Betreiber:innen, die dann nicht mehr zugelassen­e Tätowierfa­rben verwenden, strafrecht­lich oder ordnungswi­drigkeiten­rechtlich belangt werden.“

Und die Strafen haben es in sich: „Bei vorsätzlic­hem Verstoß droht eine Freiheitss­trafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Im Falle eines fahrlässig­en Verstoßes kann eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 50.000 Euro verhängt werden“, so Sulzmann.

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Tätowierer Bernd Muss bei der Arbeit. Er betreibt ein Tattoo-Studio in der Neustadt.
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Viele Tattoo-Farben sind ab Anfang Januar verboten.

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