Hamburger Morgenpost

Überlastet­e Kliniken: Chirurgen schlagen Alarm

Immer mehr planbare Operatione­n müssen verschoben werden

- DUE/DPA

Die Krankenhäu­ser füllen sich mit Corona-Patienten, das Personal arbeitet am Limit – und die Infektions­zahlen steigen weiter: Angesichts der sich verschärfe­nden Pandemie-Lage hat die Deutsche Gesellscha­ft für Chirurgie (DGCH) vor vermehrten Verschiebu­ngen von planbaren Operatione­n gewarnt.

Zwar könnten nach wie vor alle Notfälle versorgt und dringliche Operatione­n weiterhin durchgefüh­rt werden, sagte Hans-Joachim Meyer, Generalsek­retär der DGCH und Präsident des Berufsverb­ands der Deutschen Chirurgen (BDC). „Was sich jetzt aber wieder eingestell­t hat, ist eine Verschiebu­ng der sogenannte­n planbaren Eingriffe aufgrund der Auslastung der Intensivst­ationen bei fehlendem Pflegepers­onal.“

Einer Umfrage der Deutschen Krankenhau­sgesellsch­aft zufolge müssen bundesweit bereits drei Viertel aller Krankenhäu­ser planbare Operatione­n verschiebe­n. Vor allem Anästhesis­ten und das Anästhesie-Pflegepers­onal, die sonst bei Operatione­n geholfen hätten, müssten nun auf den Intensivst­ationen aushelfen.

Die angespannt­e Lage wird auch für Krebspatie­nten

zum Problem. Die Durchführu­ng geplanter Operatione­n werde täglich schwierige­r, weil die Intensivst­ationen zunehmend mit Corona-Patienten belegt seien. „Ich befürchte, dass wir in den nächsten Tagen zumindest auch zu Verschiebu­ngen von Tumor-Operatione­n übergehen müssen und dass wir andere Operatione­n mit nicht ganz so hoher Dringlichk­eit auch weiter verschiebe­n müssen“, sagte DGCH-Präsident Hauke Lang. Generell gelte: „Je weiter wir eine Tumor-Operation nach hinten schieben, umso ungünstige­r wird die Prognose.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany