Flücht­ling sticht Ne­ben­buh­ler mit Mes­ser nie­der

Streit in Un­ter­kunft es­ka­liert – jetzt steht Tä­ter vor Ge­richt

Hannoversche Allgemeine - - HANNOVER - Von Micha­el Zgoll

Meh­re­re Mes­ser­sti­che, die ei­nen 32-jäh­ri­gen Asyl­be­wer­ber aus Li­be­ria in Rü­cken und Hand tra­fen, be­schäf­tig­ten seit ges­tern das han­no­ver­sche Schwur­ge­richt. Ver­ant­wor­ten muss sich Ra­pha­el P., eben­falls Flücht­ling aus Li­be­ria, we­gen ver­such­ten Tot­schlags. Die Tat er­eig­ne­te sich am 17. Ja­nu­ar die­ses Jah­res mor­gens kurz vor 4 Uhr in ei­ner Un­ter­kunft im Lan­gen­ha­ge­ner Orts­teil God­s­horn. Ur­säch­lich für den hand­fest aus­ge­tra­ge­nen Streit zwi­schen den zwei Schwarz­afri­ka­nern war ei­ne Frau, das aus­schlag­ge­ben­de Mo­tiv für die Tat war al­lem An­schein nach Ei­fer­sucht.

Das spä­te­re Op­fer war in je­ner Nacht, in der viel Schnee fiel, spät nach Hau­se ge­kom­men. In dem Zim­mer, das er sich mit Ra­pha­el P. teilt, saß die­ser auf dem Bett des 32-Jäh­ri­gen – mit des­sen Freun­din. Es kam zwi­schen den Män­nern zu ei­ner Aus­ein­an­der­set­zung, erst ver­bal, dann kör­per­lich. Wie das Op­fer ges­tern aus­sag­te, ha­be ihn der an­de­re ge­ohr­feigt, dar­auf­hin ha­be er die­sen in den Schwitz­kas­ten ge­nom­men. Auch von Grif­fen in den Ge­ni­tal­be­reich war die Re­de. Trotz der zwei Sti­che mit dem Klapp­mes­ser, die er am Rü­cken er­litt, konn­te der 32-Jäh­ri­ge aus dem Haus flüch­ten. P. ha­be auch noch ei­ne Fla­sche nach ihm ge­wor­fen, sag­te der Li­be­ria­ner, ha­be ge­droht, ihn um­zu­brin­gen. Dar­auf­hin ha­be er die Po­li­zei an­ge­ru­fen und um Hil­fe ge­be­ten.

Der 32-Jäh­ri­ge hat­te Glück: Die zehn Zen­ti­me­ter lan­ge Klin­ge rutsch­te von ei­nem Rip­pen­bo­gen ab, ver­letz­te kei­ne in­ne­ren Or­ga­ne. Trotz­dem muss­te sich der Mann in je­ner Nacht am Nord­stadt­kli­ni­kum ei­ner No­tope­ra­ti­on un­ter­zie­hen. Die vie­len Bluts­trop­fen, die aus dem Zim­mer über das Trep­pen­haus bis hin­aus in den Schnee führ­ten, be­stä­tig­ten die­sen Teil sei­ner Aus­sa­ge. Ra­pha­el P. wie­der­um, der mit ei­nem Ali­as­na­men und zwei ver­schie­de­nen Al­ters­an­ga­ben von 26 und 34 Jah­ren un­ter­wegs war, ließ über sei­nen Ver­tei­di­ger Di­mi­tri­os Ko­ti­os er­klä­ren, aus Not­wehr ge­han­delt zu ha­ben. Der Pro­zess wird nächs­ten Mon­tag fort­ge­setzt.

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