DTV braucht mehr Spie­le­rin­nen wie Pat­ty Schny­der

Un­be­re­chen­ba­re Bun­des­li­ga: Han­no­vers Ten­nis­da­men fei­ern und fahn­den

Hannoversche Allgemeine - - SPORT - Von Sy­bil­le Schmidt

Han­no­ver. Ver­spro­chen ist ver­spro­chen: „Wenn ihr den Klas­sen­er­halt schafft, mi­xe ich euch ei­nen rie­si­gen Cock­tail.“Der Ehe­mann von Pat­ty Schny­der, der Front­frau der Ten­nis­da­men vom DTV Han­no­ver, stand im Wort und lös­te sein Ver­spre­chen nach dem ent­schei­den­den Sieg ge­gen den Club an der Als­ter Ham­burg so­fort ein: 1. Bun­des­li­ga er­hal­ten, und schon thront ein Zehn-Li­ter-Ei­mer mit Stroh­hal­men im DTV-Club­haus – mit­samt glück­li­chen DTV-Da­men drum her­um.

„Wir ha­ben al­len Grund zu fei­ern“, sagt Trai­ner In­go Kroll. Mit je­weils drei Sie­gen und drei Nie­der­la­gen und ei­nem vier­ten Ta­bel­len­platz ist der Auf­stei­ger zu­frie­den. Dass es vor al­lem der Sieg gleich am ers­ten Spiel­tag ge­gen den al­ten und neu­en deut­schen Meis­ter Ecker­tTen­nis-Team Re­gens­burg war, der gro­ßen An­teil am Klas­sen­er­halt be­kom­men soll­te, spie­gelt die Si­tua­ti­on der deut­schen Eli­te­li­ga wi­der. „Man weiß bis kurz zu­vor nie, mit wel­chem Team man selbst an­tritt und wie es bei den Geg­nern aus­sieht“, er­klärt Kroll. Das ma­che Pla­nun­gen schwie­rig und die kom­plet­te Li­ga un­be­re­chen­bar. Denn so, wie Re­gens­burg an den letz­ten Spiel­ta­gen an­trat, hät­te der DTV kei­ne Chan­ce ge­habt.

Und tat­säch­lich macht die par­al­lel zu den Bun­des­li­ga­spie­len lau­fen­de Sand­platz­sai­son mit den Tur­nie­ren in Ma­drid, Rom, Nürnberg und den French Open in Pa­ris Per­so­nal­ein­sät­ze kaum plan­bar. „Wir schau­en fast stünd­lich auf die Ta­bleaus der Tur­nie­re“, sagt Ge­schäfts­füh­re­rin San­dra Fritsch. Zeit für ei­ne Rück­schau auf den Er­folg der so­eben ab­ge­schlos­se­nen Se­rie gönnt sie sich kaum: „So platt es klingt: Nach der Sai­son ist vor der Sai­son“, sagt sie. Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­team legt so­fort mit der Su­che nach neu­en Spie­lern und auch Spon­so­ren los. Aus­ru­hen? Ver­bo­ten! „Wir brau­chen in der Spit­ze ei­ne stär­ke­re Brei­te“, sagt Fritsch. Im Kl­ar­text: Der DTV braucht mehr Spie­le­rin­nen von der Qua­li­tät ei­ner Pat­ty Schny­der, die auf der Welt­rang­lis­te Rang 150 ein­nimmt.

Das Pro­blem: Auch wenn die Ge­schäfts­füh­re­rin am liebs­ten mit der be­ste­hen­den Mann­schaft an­ge­rei­chert mit Nach­wuchs­ta­len­ten aus der Ten­nis-Ba­se an­tre­ten wür­de („Da herrscht tol­ler Te­am­geist, und die Spie­le­rin­nen sind den Zu­schau­ern auch be­kannt“), auf Dau­er könn­te es eng wer­den.

Fest steht nach dem Klas­sen­er­halt im­mer­hin: Das Gros der Spie­le­rin­nen die­ser Sai­son wird beim DTV blei­ben. „Ins­be­son­de­re auf den hin­te­ren Po­si­tio­nen hat sich das Sys­tem schließ­lich be­währt“, sagt Fritsch, die auf Spie­le­rin­nen aus dem Aus­land setzt. Aus ein­fa­chem Grund. Die­se sind be­zahl­ba­rer als deut­sche Pro­fis.

Un­ter­stüt­zung be­kom­men die Ten­nis­da­men von In­go Herz­ge­rodt, der sei­ne Freun­din und DTV-Spit­zen­ath­le­tin An­na-Le­na Grö­ne­feld ei­ni­ge Wo­chen im Jahr auf Tur­nie­ren be­glei­tet und nach Ver­stär­kung fahn­den wird. Die Qua­li­tät muss stim­men, aber auch das Bud­get. „Wir ha­ben ei­nen zu­ver­läs­si­gen Stamm an Spon­so­ren, den­noch ha­ben Ver­ei­ne wie Re­gens­burg gut und ger­ne das Drei­fa­che an Gel­dern zur Ver­fü­gung“, be­tont San­dra Fritsch. Zum Glück hat die gu­te Haus­halts­füh­rung am En­de für den Rie­sen-Cock­tail ge­reicht.

Spit­zen­spie­le­rin: Pat­ty Schny­der vom Bun­des­li­gis­ten DTV Han­no­ver steht in der Welt­rang­lis­te auf Platz 150. FO­TO: LOBBACK

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