Har­te Ana­ly­se nach dem EM-Rein­fall

Thor­d­sen und He­ring sehr selbst­kri­tisch. Aber im Hin­blick auf die WM ma­chen sie sich kei­ne Sor­gen.

Hannoversche Allgemeine - - SPORT - Von Si­mon Lan­ge

Han­no­ver. Es war ein Wo­che­n­en­de zum Ver­ges­sen. Und zum Ler­nen. Han­no­vers Ka­nu-As­se Ja­kob Thor­d­sen und Sa­b­ri­na He­ring-Prad­ler ka­men von der EM in Bel­grad oh­ne Me­dail­len zu­rück – und oh­ne Ge­päck. Auf den Flü­gen von Bel­grad über Mün­chen nach Ham­burg gin­gen die Kof­fer der bei­den Ka­nu­ten ver­lo­ren, erst Mon­tag früh wur­de das Ge­päck nach­ge­lie­fert. Ner­vig, aber nicht so är­ger­lich wie die be­schei­de­nen Auf­trit­te in den Fi­nal­läu­fen, wo bei­de in ih­ren K4-Boo­ten je­weils nur auf Platz sechs fuh­ren.

Nach den star­ken Vor­läu­fen am Frei­tag hat­te al­les nach Me­dail­len aus­ge­se­hen. Am Sonn­abend in den End­läu­fen klapp­te je­doch we­nig bis gar nichts. Lan­des­trai­ner Jan Fran­cik, der die Läu­fe nur im Li­vestream ge­se­hen hat­te, war zu­nächst rat­los. Thor­d­sen und He­ring hat­ten Er­klä­run­gen­pa­rat.

„Es war nicht un­ser Ren­nen“, re­sü­mier­te Thor­d­sen, der mit Ja­cob Schopf, Lu­kas Reu­schen­bach und Ta­mas Gec­sö den neu­en Vie­rer über 1000 Me­ter be­setzt. Es war das ers­te Wett­kampf­ren­nen des Quar­tetts nach nur we­ni­gen Trai­nings­ein­hei­ten. „Wir sind un­öko­no­misch ge­fah­ren, mit zu ho­her Fre­quenz und ha­ben über­haupt nicht un­se­ren Rhyth­mus ge­fun­den“, er­klärt der 18-jäh­ri­ge Ju­nio­ren-Welt­meis­ter vom HKC. Zu auf­ge­regt? Über­mo­ti­viert? „Das nicht. Wir wuss­ten, dass wir uns an­stren­gen muss­ten“, sagt Thor­d­sen, „ent­täuscht ist man im­mer. Aber das müs­sen wir jetzt ab­ha­ken und bes­ser trai­nie­ren.“Bis zur WM En­de Au­gust in Por­tu­gal bleibt noch ge­nü­gend Zeit, das Zu­sam­men­spiel zu ver­bes­sern. Das Boot ist si­cher da­bei. Auch die Be­set­zung wird wohl so blei­ben. Viel­leicht gibt es aber Ver­schie­bun­gen in­ner­halb des Boo­tes. „Es kann sein, dass ich von der drit­ten Po­si­ti­on auf die Zwei oder die Vier rü­cke“, sagt Thor­d­sen. 2017 hat­te das Broot in an­de­rer Be­set­zung WM-Bron­ze ge­holt. „Ziel für uns ist ei­ne Top-5-Plat­zie­rung“, sagt Thor­d­sen.

Auch Han­no­vers Olym­pia-Sil­ber­fisch He­ring macht sich kei­ne Sor­gen im Hin­blick auf die WM. Denn sie kennt die Grün­de für den schlech­ten Fi­nal­lauf, der mit dem K4 über 500 Me­ter eben­falls nur auf Platz sechs en­de­te. „Ich ha­be den Start ver­kackt“, gibt He­ring zu, „weil ich das Start­si­gnal nicht rich­tig ge­hört ha­be. Und un­ser Schlag war in der Fol­ge zu kurz und zu hoch. Viel­leicht sind wir ein biss­chen zu lo­cker ins Fi­na­le ge­gan­gen. Aber das ist al­les mach­bar bis zur WM. Wir ha­ben noch ge­nü­gend Zeit“, er­klärt Schlag­frau He­ring, die nach ei­ner Kreuz­band­ver­let­zung im Trai­nings­la­ger kon­di­tio­nell im­mer noch nicht top­fit ist.

Im Ge­gen­satz zum K4 der Her­ren steht bei den Frau­en al­les auf dem Prüf­stein. Con­ny Waß­muth ist bis­lang Er­satz­fah­re­rin für Ti­na Diet­ze, die sich nach ei­ner Schul­ter­blatt­ver­let­zung im Auf­bau be­fin­det. Ob sie zei­tig zur WM fit wird, ist frag­lich. „Bei uns ist al­les mög­lich“, sagt He­ring. So­gar, dass die Bun­des­trai­ner He­ring in ein an­de­res Boot set­zen. Zum Bei­spiel in den K2. Die nächs­ten Trai­nings­wo­chen und die DM am 30. Ju­ni in Wolfs­burg wer­den Klar­heit brin­gen.

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