Stadt sucht „DNA des St­ein­tor­plat­zes“

Bür­ger­be­tei­li­gung zur Um­ge­stal­tung des Plat­zes star­tet mit gro­ßer Re­so­nanz / Pro­jekt läuft bis En­de des Jah­res

Hannoversche Allgemeine - - SPORT - Von Con­rad von Me­ding

Mit die­ser Re­so­nanz hat­te so­gar Stadt­bau­rat Uwe Bo­de­mann nicht ge­rech­net. Mehr als 200 In­ter­es­sier­te sind am Diens­tag zum Start der Bür­ger­be­tei­li­gung für die Neu­ge­stal­tung des St­ein­tor­plat­zes ge­kom­men.

Mar­kan­ter Blick­fang für die Bür­ger­be­tei­li­gung ist ein Dop­pel­de­cker­bus als Treff­punkt und Pla­nungs­werk­statt. Von meh­re­ren An­lie­gern gab es Lob da­für. Hans-Joa­chim Fleb­be, Be­trei­ber der Hoch­haus-Licht­spie­le am Platz, et­wa sag­te: „Ich ha­be al­le Bau­sün­den in die­ser Stadt mit­er­lebt, vom Rasch­platz über das Kröp­cke-Cen­ter bis zum Ih­me-Zen­trum.“Für den St­ein­tor­platz gel­te: „Es kann nur bes­ser wer­den – seit mei­ner Ju­gend wur­de auf die­sem Platz nichts ge­macht.“Markt­kir­chen­pas­to­rin Han­na Krei­selLie­ber­mann bat drin­gend dar­um, dass bei der Dis­kus­si­on auch Kin­der und Men­schen mit Han­di­cap be­tei­ligt wer­den.

Gün­ter Evert, Ver­lags­lei­ter der Mad­sack Me­di­en­grup­pe, be­rich­te­te von der lau­fen­den Mo­der­ni­sie­rung des be­nach­bar­ten An­zei­ger-Hoch­hau­ses und den Vor­be­rei­tun­gen für das 125-jäh­ri­ge Ver­lags­ju­bi­lä­um am Wo­che­n­en­de. „Uns liegt der Platz sehr am Her­zen, denn wir sind der In­nen­stadt sehr ver­bun­den“, sag­te Evert.

Martin Prenz­ler von der Ci­ty­Ge­mein­schaft be­rich­te­te, dass der Platz für die In­nen­stadt­Kauf­leu­te wich­tig sei. Das jah­re­lan­ge Ge­zer­re um die Zu­kunft „mün­det in Un­ord­nung“. Die Stadt stel­le kei­ne Pflan­zen­kü­bel mehr auf, al­les se­he pro­vi­so­risch aus: „Der St­ein­tor­platz ist in­zwi­schen ein Un­ort.“Alex­an­der Schrei­ber, dem mit sei­nem Bru­der das Ge­bäu­de St­ein­tor-Pla­za (Con­rad Elek­tro­nik) ge­hört, lenk­te den Blick auf die Lan­ge Lau­be: „Sie hat sich seit der Um­ge­stal­tung sehr gut ent­wi­ckelt.“Das er­hof­fe man sich nun auch vom St­ein­tor.

Es gab aber auch Kri­tik. Jens Pi­la­wa von der In­itia­ti­ve Pro DTun­nel spot­te­te, es ha­be doch längst ei­ne Be­tei­li­gung zum Platz ge­ge­ben, als 2016 über ei­ne Be­bau­ung des Plat­zes dis­ku­tiert wur­de, „aber die Mehr­heits­par­tei­en im Rat ha­ben al­le Bür­ger­ein­wän­de zu 100 Pro­zent weg­ge­wischt.“

Und dann kam noch spon­tan ei­ne Ob­dach­lo­se zu Wort, Eri­ka Hei­ne, die kri­ti­sier­te, dass Men­schen oh­ne Woh­nung durch die stän­di­ge Um­ge­stal­tung von Plät­zen zu­neh­mend ver­drängt und aus­ge­grenzt wür­den. Prof. Klaus Over­mey­er vom Ber­li­ner Bü­ro Ur­ban Ca­ta­lyst, das die Bür­ger­be­tei­li­gung or­ga­ni­siert, griff den Ball auf: „Sie und al­le an­de­ren sol­len Ih­re Ide­en in den kom­men­den Mo­na­ten ein­brin­gen.“Es ge­be „kei­ne Denk­ver­bo­te“, sag­te Over­mey­er: „Wir wol­len die DNA des St­ein­tor­plat­zes fin­den, wol­len wis­sen, wel­che Ta­len­te der Platz hat, was in ihm steckt, wel­che Rol­le er für die Han­no­ve­ra­ner spielt.“

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