Kin­des­wohl­ge­fähr­dung durch das Ge­richt?

Hannoversche Allgemeine - - NIEDERSACHSEN & DER NORDEN -

Die Mut­ter der Wals­ro­der Mäd­chen Auch wenn es Streit gibt, Kri­ti­ker wie der Ju­rist Sol­che Maß­nah­men

Einst wur­de das Sor­ge­recht na­he­zu au­to­ma­tisch der Mut­ter über­tra­gen, aber seit der Re­form des Kind­schafts­rechts von 1997 gilt, dass El­tern zu glei­chen Tei­len El­tern blei­ben sol­len.ver­su­chen Fa­mi­li­en­ge­rich­te heu­te, ei­ne ein­ver­nehm­li­che Lö­sung hin­zu­be­kom­men. Als Ba­sis dient da­bei oft das so­ge­nann­te Co­che­mer Mo­dell, ent­wi­ckelt von dem dor­ti­gen Fa­mi­li­en­rich­ter Jür­gen Ru­dolph, bei dem es vor­ran­gig um ei­ne Ei­ni­gung des ge­trenn­ten Paa­res im In­ter­es­se des Kin­des ge­hen soll.Rein­hard Wies­ner, Va­ter der Kin­der- und Ju­gend­hil­fe­rechts­re­form von 1990, oder der Ju­ra­pro­fes­sor und Fa­mi­li­en­rechts­ex­per- te Lud­wig Sal­go wen­den al­ler­dings ein, dass es vor al­lem bei ver­fein­de­ten El­tern Gren­zen des Rechts ge­be. Wies­ner schreibt in ei­nem Auf­satz, die Er­war­tung, dass das ge­mein­sa­me Sor­ge­recht das Streit­ni­veau re­du­zie­re, ha­be sich nicht be­stä­tigt. Sal­go spricht sich in ei­nem In­ter­view da­ge­gen aus, ei­ne Ei­ni­gung der El­tern um je­den Preis er­rei­chen zu wol­len, und for­dert, die Ge­rich­te müss­ten die Per­sön­lich­keits­rech­te der Kin­der im Blick be­hal­ten. Er wen­det sich strikt ge­gen Zwangs­maß­nah­men.– et­wa so­ge­nann­te Inob­hut­nah­men, bei de­nen die Ju­gend­äm­ter die Kin­der in Hei­men un­ter­brin­gen, weil sich El­tern nicht ei­ni­gen kön­nen oder die Kin­der den

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