Po­li­zei re­gis­triert we­ni­ger Straf­ta­ten auf Masch­see­fest

Hannoversche Allgemeine - - VORDERSEITE -

Zur Halb­zeit des Masch­see­fes­tes hat die Po­li­zei ein po­si­ti­ves Zwi­schen­fa­zit ge­zo­gen. Die Be­am­ten re­gis­trier­ten bis­lang 100 Straf­ta­ten im Zu­sam­men­hang mit der Fei­er – das sind et­was we­ni­ger als im Vor­jahr, als sie zum glei­chen Zeit­punkt 113 De­lik­te fest­ge­stellt hat­te.

Jüngst wur­den mei­ne Frau und ich auf ei­ner Fahr­rad­stra­ße – es war die Al­te Döh­re­ner – über­holt. Wir sa­ßen auf un­se­ren Rä­dern, zu­ckel­ten mit Tem­po 15 da­hin, und ein Au­to­fah­rer zog mit rund 40 Sa­chen vor­bei. Die­ses völ­lig un­spek­ta­ku­lä­re Er­eig­nis ließ mich über die rund zwei Dut­zend Fahr­rad­stra­ßen nach­den­ken, die es in­zwi­schen in Han­no­ver gibt. Über die­sen gro­ßen Wurf un­se­rer Ver­kehrs­pla­ner, die so ger­ne mit dem Prä­di­kat „fahr­rad­freund­li­che Groß­stadt“hau­sie­ren ge­hen. Die­se bahn­bre­chen­de Re­ge­lung, die er­heb­lich da­zu bei­tra­gen dürf­te, dass im­mer mehr Men­schen vom Au­to aufs Rad um­sat­teln.

Um die­ses Pla­ce­bo – sor­ry, meint na­tür­lich Pri­vi­leg für Zwei­rad­fah­rer zu wür­di­gen, möch­te ich kurz die we­sent­li­chen Un­ter­schie­de zwi­schen ei­ner stink­nor­ma­len Ne­ben­stra­ße und ei­ner Fahr­rad­stra­ße auf­lis­ten. So wie ich sie oft ge­nug in ver­schie­de­nen Vier­teln von Han­no­ver er-fah­ren ha­be.

Ei­ne ge­wöhn­li­che Ne­ben­stra­ße dür­fen Rad­fah­rer, Au­tos und Mo­tor­rä­der be­nut­zen. Ei­ne Fahr­rad­stra­ße? Auch.

Auf ei­ner ge­wöhn­li­chen Ne­ben­stra­ße darf man höchs­tens Tem­po 30 fah­ren. Auf ei­ner Fahr­rad­stra­ße? Auch.

Auf ei­ner ge­wöhn­li­chen Ne­ben­stra­ße gilt grund­sätz­lich die Vor­fahrts­re­ge­lung rechts vor links. Auf ei­ner Fahr­rad­stra­ße? Auch.

Auf ei­ner ge­wöhn­li­chen Ne­ben­stra­ße pas­siert es mir ge­le­gent­lich, dass mir die Vor­fahrt ge­nom­men wird oder Au­to­fah­rer auf die Tu­be drü­cken. Auf ei­ner Fahr­rad­stra­ße? Auch.

Bin ich mit je­mand an­de­rem per Rad auf ei­ner ge­wöhn­li­chen Ne­ben­stra­ße ne­ben­ein­an­der un­ter­wegs und nä­hert sich von hin­ten ein Au­to, schert der au­ßen rol­len­de Rad­ler ein und lässt das Au­to pas­sie­ren (aus Rück­sicht und Selbst­er­hal­tungs­trieb). Bin ich mit je­mand an­de­rem per Rad auf ei­ner Fahr­rad­stra­ße ne­ben­ein­an­der un­ter­wegs, hal­ten wir’s ge­nau­so (aus Rück­sicht und Selbst­er­hal­tungs­trieb) – auch wenn wir die Fahr­rad­stra­ße laut Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung blo­ckie­ren dürf­ten.

Wir Rad­ler aus Han­no­ver und Um­ge­bung soll­ten nicht nör­geln über die zahl­rei­chen Rüt­tel­pis­ten in der Stadt, über ge­fähr­lich schma­le Rad­we­ge oder zeit­rau­ben­de Am­pel­schal­tun­gen wie am Ae­gi. Statt­des­sen soll­ten wir uns freu­en, dass es sie gibt – un­se­re fa­bel­haf­ten Fahr­rad­stra­ßen.

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