Wer steu­ert die Üs­tra?

Beim Streit um die Neu­be­set­zung des Vor­stands des Ver­kehrs­un­ter­neh­mens über­zieht der Be­triebs­rat sein Man­dat, meint

Hannoversche Allgemeine - - HANNOVER -

im Auf­sichts­rat ge­ei­nigt zu ha­ben. Wie es bis­her eben so üb­lich war – üb­ri­gens in vie­len öf­fent­li­chen Be­trie­ben in Stadt und Re­gi­on. Das muss nicht über­all zu Filz füh­ren, sieht aber zu­wei­len doch sehr da­nach aus.

Nun steht Üs­tra-Vor­stand­skan­di­da­tin El­ke van Za­del im Feu­er des Be­triebs­rats. Die Kom­pe­tenz der Ge­schäfts­füh­re­rin von Re­gio­bus und Lei­te­rin der Ver­kehrs­ab­tei­lung der Re­gi­on ist un­be­strit­ten. Aber zum ei­nen hat van Za­del bei Re­gio­bus ei­nen Stel­len­ab­bau an­ge­kün­digt, zum an­de­ren soll sie die Ko­ope­ra­ti­on von Üs­tra und Re­gio­bus vor­an­brin­gen, was na­tür­lich, auf lan­ge Sicht auch mit we­ni­ger Stel­len ver­bun­den wä­re. Und ein wei­te­rer Vor­stands­pos­ten, der ne­ben dem von Vor­stands­chef Volk­hardt Klöpp­ner von der Re­gi­on be­setzt wer­den wird, schwächt zu­dem die Po­si­ti­on des drit­ten Vor­stands De­ni­se Hain. Die ehe­ma­li­ge Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de war vor ei­nem Jahr von den Ar­beit­neh­mern in den Vor­stand ent­sandt wor­den. Sie will an der Pa­ri­tät fest­hal­ten.

Ja­gau und Franz wer­den ih­ren Per­so­nal­vor­schlag den­noch durch­set­zen. Ob mit der lang ge­üb­ten Ein­ver­nehm­lich­keit im Auf­sichts­rat – oder eben nicht. Der Re­gi­on geht es um die Zu­kunfts­fä­hig­keit ih­rer bei­den Ver­kehrs­un­ter­neh­men. Vor al­lem die Üs­tra ist für Han­no­ver ein wich­ti­ger Stand­ort­fak­tor. Sie braucht ein Ma­nage­ment auf der Hö­he der Zeit.

Na­tür­lich ist es gut, wenn sich Be­triebs- und Per­so­nal­rä­te en­er­gisch und en­ga­giert für die Rech­te der Mit­ar­bei­ter ein­set­zen. Aber sie ha­ben kein gleich­sam po­li­ti­sches Man­dat. Dass sich der Üs­tra-Be­triebs­rat im­mer wie­der an Per­so­na­li­en fest­beißt oder wie vor ei­nem Jahr mit dem an­ge­droh­ten Fa­ckel­marsch für den frü­he­ren Vor­stand Lin­den­berg die Rich­tung vor­ge­ben will, wird auch von im­mer mehr Üs­tra-Mit­ar­bei­tern kri­tisch be­ob­ach­tet. Statt läh­men­der Per­so­nal­de­bat­ten braucht das Un­ter­neh­men ei­nen Auf­sichts­rat, in dem al­le Mit­glie­der am bes­ten und ef­fek­tivs­ten Zu­kunfts­weg für den Nah­ver­kehr kon­struk­tiv mit­ar­bei­ten wol­len. Ha­ben die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter da­zu noch die Kraft?

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