Hoch­druck­rei­ni­ger

Ob beim Heim­wer­ken, der Au­t­o­pfle­ge oder im wil­den Fa­mi­li­en­all­tag: ein flin­ker Hel­fer, der Schmutz und Flüs­sig­kei­ten mü­he­los ver­schwin­den lässt, wird häu­fig her­bei­ge­wünscht. Die­ses Wun­der­werk ver­spre­chen die Her­stel­ler von Nass-tro­cken-kes­selsau­gern. Ob Wu

Haus & Garten Test - - INHALT -

Schmutz­ge­fecht

VON CHAR­LOT­TE TOEWE

Die Re­no­vie­rung der Kü­che steht an oder das Par­kett muss er­neu­ert wer­den. Heim­wer­ken dient der Ver­schö­ne­rung des Am­bi­en­tes, da soll­te das Auf­räu­men nicht mehr Mü­he ma­chen, als die Hand­ar­beit selbst. Ge­fragt sind hier Haus­halts­hel­fer, de­nen man auch mal et­was mehr zu­trau­en kann. Denn wenn es um gro­ben Schmutz geht, kom­men ge­wöhn­li­che Haus­staub­sau­ger schnell an ih­re Gren­zen. Al­lein die ver­se­hent­li­che Auf­nah­me von Flüs­sig­kei­ten führt zu üb­len Ge­rü­chen aus dem Staub­beu­tel und im schlimms­ten Fall wird der Mo­tor durch ei­nen Kurz­schluss be­schä­digt. Dem­nach sind Nass-tro­cken-kes­selsau­ger ei­ne Hil­fe, wenn feuch­te Ma­te­ria­li­en be­zwun­gen wer­den müs­sen oder ein um­fang­rei­che­res Fas­sungs­ver­mö­gen ge­fragt ist.

Gro­ßes ge­gen Klei­nes Für fei­nen Schmutz wird in die Kes­sel der ge­tes­te­ten Pro­duk­te ein ex­tra­gro­ßer Vlie­so­der Pa­pier­staub­beu­tel ein­ge­setzt. Beim Test­sie­ger von Kär­cher kön­nen so bis zu 20 Li­ter Grob- und Fe­in­staub auf­ge­nom­men wer­den. Bei den bei­den Sprin­tus Pro­duk­ten und beim Nil­fisk Mul­ti 30 T sind es im­mer­hin groß­zü­gi­ge 12- bzw. 13 Li­ter. Will man noch mehr Ka­pa­zi­tät, kann man auch di­rekt in die leicht zu rei­ni­gen­den Edel­stahl­kes­sel sau­gen und so­mit bei al­len Pro- duk­ten bis auf die bei­den klei­nen Ty­pen von Sich­ler und Kär­cher, auf ein Fas­sungs­ver­mö­gen von 30 Li­tern zu­rück­grei­fen. Für Flüs­sig­kei­ten sind die Vo­lu­men mit zehn bis zwan­zig Li­tern et­was ge­rin­ger, aber den­noch in Grö­ßen­ord­nun­gen, um um­ge­kipp­ten Was­ser­ka­nis­tern be­den­ken­los zu Lei­be rü­cken zu kön­nen, oh­ne stän­dig die Ge­rä­te zwi­schen­lee­ren zu müs­sen.

Gro­ßes ge­gen Gro­bes Doch schau­en wir uns die Nut­zungs­spe­zi­fi­ka der Al­lessau­ger et­was ge­nau­er an: Auf Rol­len mon­tiert, folgt ein bis zu 30 Li­ter gro­ßer auf­rech­ter Kes­sel, trotz ei­nes Durch­schnitts­leer­ge­wichts von et­wa 9 kg, leicht­gän­gig dem Rei­ni­gungs­spe­zia­lis­ten. Im Durch­mes­ser et­wa dop­pelt so groß wie beim her­kömm­li­chen Staub­sau­ger, sind die Saug­roh­re al­ler Test­pro­duk­te viel gro­bem Schmutz ge­gen­über to­le­ran­ter. Be­son­ders ef­fek­tiv in der Auf­nah­me von Sand, Mehl und Schlamm auf har­tem Un­ter­grund sind die bei­den Pro­duk­te von Sprin­tus und Kär­cher. Sprin­tus Wa­ter­king und Ar­tos ver­fü­gen über ex­tra lan­ge, sehr ef­fek­ti­ve Saug­dü­sen, die kleins­te Spä­ne auch aus den Ecken zie­hen. Für die Be­ar­bei­tung von feuch­ten Flä­chen wird bei bei­den Ge­rä­ten ein se­pa­ra­ter Dü­sen­auf­satz mit­ge­lie­fert. Der Um­bau lohnt sich, schon beim ers­ten Zie­hen über die Ei­sen­ter­ras­se, ist die­se vom Sä­ge­mehl­schlamm be­freit. Das Ge­rät von Kär­cher ver­traut wie der Nil­fisk Mul­ti auf ei­ne be­que­me Kom­bi­bürs­te, wel­che ei­nen schnel­len Wech­sel zwi­schen Un­ter­grün­den und Ma­te­ria­li­en er­laubt, al­ler­dings da­zu führt, dass die Bors­ten mit­un­ter ver­kle­ben. Die Er­geb­nis­se beim Wegs­au­gen von Schlamm auf rau­er Me­tall­ober­flä­che wa­ren den­noch ab­so­lut über­zeu­gend. Was rein kommt, muss auch wie­der raus! Prak­tisch sind hier­für die Ablass­ven­ti­le beim Nil­fisk und Kär­cher WD 6P. Mit 1 000 Watt beim Kär­cher WD 3 Pre­mi­um und knapp über 1 400 Watt beim Nil­fisk Mul­ti 30 T ahnt man schon, wo­mit man die Leis­tungs­fä­hig­keit al­ler Pro­duk­te lei­der zah­len muss. Für sie ist die seit 2017 gül­ti­ge Eu-be­stim­mung zur Watt­be­schrän­kung bei Staub­sau­gern nicht bin­dend. Ent­spre­chend hoch sind die Ge­räusch­pe­gel der Mo­to­ren. Al­lein beim Sich­ler NC-5743 sind durch den bo­den­na­hen Kor­pus die Nut­zungs­ge­räu­sche auf Hö­he des Oh­res ge­rin­ger. Al­ler­dings ent­spricht er mit ei­nem Auf­nah­me­vo­lu­men von nur 3 Li­tern Flüs­sig­keit und 7 Li­tern Grob­schmutz, eher der Ka­pa­zi­tät ei­nes ge­wöhn­li­chen Staub­sau­gers als ei­nem Kes­selsau­ger. Auch sein De­sign, be­ste­hend aus ei­nem ro­ten Hart­plas­tik­be­häl­ter mit nur 7 Li­tern Ge­samt­vo­lu­men, bringt ihm

ei­ne Son­der­stel­lung ge­gen­über den an­de­ren Test­pro­duk­ten ein. In den trag­ba­ren, beu­tel­lo­sen Tank kön­nen 3 Li­ter Flüs­sig­keit auf­ge­nom­men wer­den, dann sorgt die Ab­schalt­au­to­ma­tik für ei­nen Saug­s­topp. Das reicht si­cher für ein klei­nes Un­glück un­ter dem Kü­chen­tisch, groß­flä­chi­ger Ter­ras­sen­pfle­ge hin­ge­gen hält der Sich­ler NC-5743 wohl nicht stand. Da­für ver­fügt er über ei­nen HEPA Fe­in­staub­fil­ter und sei­ne kom­pak­te Grö­ße so­wie die leich­te Be­dien­bar­keit er­mög­li­chen ihm die um­ge­kehr­te Nut­zung als Staub­sau­ger mit Was­ser­fil­ter­funk­ti­on, was vor al­lem All­er­gi­ker zu schät­zen wis­sen wer­den.

Al­les­kön­ner in der Pfle­ge Beim The­ma Rei­ni­gung des Rei­ni­gungs­ge­rä­tes über­zeugt er­neut der Test­sie­ger aus dem letz­ten Jahr. Der Wech­sel des pa­ten­tier­ten Flach­fal­ten­fil­ters im Kär­cher WD 6P er­le­digt sich kin­der­leicht von au­ßen durch ei­ne Klap­pe und man kommt kaum mit Schmutz in Be­rüh­rung. Der WD 6P, der Nil­fisk Mul­ti 30 T und der Sprin­tus Wa­ter­king ver­fü­gen über ei­ne Fil­ter­rei­ni­gungs­tas­te. Per Knopf­druck wird so die Saug­kraft in Se­kun­den­schnel­le wie­der er­höht und der Fil­ter­wech­sel in wei­te Fer­ne ver­scho­ben. Auch das ein klu­ges Hilfs­mit­tel. Den­noch, durch die Dop­pel­be­nut­zung der Ge­rä­te als Nas­sau­ger ist hin und wie­der ein Um­bau nö­tig und hier ha­ben die Her­stel­ler in der Pro­dukt­ent­wick­lung den Kom­fort des Kun­den un­ter­schied­lich ge­wich­tet. We­ni­ger als 1 Mi­nu­te dau­ert der Aus­tausch des Pa­tro­nen­tro­cken­fil­ters beim Sprin­tus Wa­ter­king. Das Zy­klon-was­ser­ab­schei­de­sys­tem ga­ran­tiert ei­nen ab­so­lu­ten Schutz des Mo­tors. Das glei­che Sys­tem über­zeugt beim Sprin­tus Ar­tos – je­doch das Zu­be­hör, wel­ches am De­ckel ver­staut wird, wiegt schwer, wenn man die­sen auf den Kni­en ba­lan­ciert, um den Fil­ter ab­zu­dre­hen. Auch der wuch­ti­ge Nil­fisk Mul­ti 30 T lei­det un­ter dem vie­len Zu­be­hör und sei­nem lan­gen Saug­rohr, wel­ches nur am De­ckel ver­staut wer­den kann. Da ver­klem­men sich auch mal bei­de Ver­schluss­bü­gel. Sein Vor­teil: der Kom­bi­fil­ter muss nur zum Trock­nen aus dem Ge­rät ge­holt wer­den. An­sons­ten ist ein Um­bau nicht nö­tig.

Al­les­kön­ner in der Pau­se Ver­ste­cken las­sen sich die­se Haus­halts­hel­fer, ob ih­res Auf­nah­me­vo­lu­mens lei­der nicht in je­der Ecke, aber al­le Her­stel­ler ha­ben sich be­müht, viel­fäl­ti­ge Zu­be­hör­auf­nah­men di­rekt am Ge­rät zu in­te­grie­ren. Be­son­ders kom­pakt er­scheint der Kär­cher WD 3. Der klei­ne Sich­ler ist zwar der ein­zi­ge mit Te­le­sko­prohr, lei­der fehlt hier ei­ne klu­ge Be­fes­ti­gung am Ge­rät. Rü­cken­scho­nend sind die aus­klapp­ba­ren Zieh­grif­fe beim Kär­cher WD 6P und Nil­fisk Mul­ti 30 T.

Al­les­kön­ner in Haus und Gar­ten Sich­ler, Kär­cher WD 6P Pre­mi­um und die bei­den Ge­rä­te von Sprin­tus kön­nen auch als Laub­blä­ser ein­ge­setzt wer­den. Die Letzt­ge­nann­ten, der Test­sie­ger und der Nil­fisk Mul­ti 30 T ver­fü­gen über ei­nen Ad­ap­ter für den An­schluss von Elek­tro­werk­zeu­gen, so kann der Heim­wer­ker kin­der­leicht da­für sor­gen, dass beim Ho­beln gar nicht erst Spä­ne zu Bo­den fal­len, son­dern gleich im Bauch der Al­lessau­ger ver­schwin­den. Der Test­sie­ger Kär­cher WD 6P Pre­mi­um be­sticht durch ein kom­plett durch­dach­tes In­ne­res und Äu­ße­res. Das schlägt al­ler­dings auch preis­lich zu Bu­che und be­an­sprucht viel La­ger­platz. Kom­pak­ter hin­ge­gen sind der Kär­cher WD 3 Pre­mi­um, der Sich­ler NC-5743 und der na­gel­neue Sprin­tus Ar­tos. Letz­te­rer und Ers­te­rer mit fan­tas­ti­schen Leis­tungs­merk­ma­len, der Sich­ler als Mul­ti­ta­lent für den in­ner­häu­si­gen Ge­brauch. Nil­fisk Mul­ti 30 T In­ox VSC und Sprin­tus Wa­ter­king sind Kraft­pa­ke­te mit rie­si­gem Ak­ti­ons­ra­di­us und Fas­sungs­ver­mö­gen, die es mit gro­ßen, un­rei­nen Flä­chen spie­lend auf­neh­men kön­nen.

(1) Klein aber „oho“: ein Klick-sys­tem er­mög­licht es, die Saug­dü­se des Kär­cher WD 3 mit we­ni­gen Hand­grif­fen … (2) … für die Rei­ni­gung von Schlamm oder Flüs­sig­kei­ten um­zu­rüs­ten: die grau­en He­bel drü­cken und die Bors­ten ge­gen die Wi­scher aus­tau­schen

Sich­ler Staub­sau­ger mit Nass­funk­ti­on: Er setzt auf ei­ne brei­te Bo­dendüse mit Um­schal­ter für Tep­pich­bo­den … (4) … und sorgt mit sei­nem Was­ser­tank für ein gu­tes Raum­kli­ma nach dem Staub­sau­gen

(5) Ganz oh­ne Um­bau wech­selt die Dü­se vom Nil­fisk Mul­ti 30 T zwi­schen fei­nem Sand in der Ecke auf glat­tem Bo­den und … (6) … gro­bem Schlamm auf un­ebe­nem Bal­ko­n­un­ter­grund. Mit ei­nem lan­gen Saug­schlauch ver­fügt er über den größ­ten Ak­ti­ons­ra­di­us

(7) Da­ne­ben die ex­tral­an­ge Bo­dendüse der Fir­ma Sprin­tus, die gro­ben Schmutz, wie kleins­te Par­ti­kel wir­kungs­voll auf gro­ßer Flä­che ver­schluckt (8) Ein sau­be­rer Test­sie­ger mit Leis­tungs­reg­ler, Ge­rä­te­an­schluss und Kom­bi­dü­se mit Um­schal­ter für die Nass- und Tro­cken­pfle­ge

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