Ord­nung im Gar­ten

Haus & Garten Test - - Test - VON FLO­RI­AN PÖTZSCH

Der flei­ßi­ge Hob­by­gärt­ner ver­wer­tet sei­nen Gar­ten­ab­fall auf dem Kom­post­hau­fen und ge­winnt so wie­der neue Er­de. Aber Äs­te, Zwei­ge und Grün­schnitt ha­ben dort nichts zu su­chen. Wo ein Gar­ten­feu­er oder die Müll­ab­fuhr nicht Ab­hil­fe schaf­fen sol­len, kom­men Gar­ten­häcks­ler zum Ein­satz. Wir ha­ben drei ak­tu­el­le Mo­del­le ge­tes­tet.

Rein­äu­ßer­lich und vom Auf­bau her be­trach­tet sind die Gar­ten- oder auch Lei­se­häcks­ler ge­nann­ten Ge­rä­te sehr ähn­lich. In die Ein­füll­öff­nung an der Ober­sei­te wer­den Äs­te, Zwei­ge und auch Blät­ter ein­ge­führt und ge­lan­gen zum Mes­ser­werk, das sie häck­selt. Ruck­zuck fällt das Häck­sel­gut un­ten in den Auf­fang­be­häl­ter hin­ein.

Un­ter­schie­de beim Auf­bau Doch erst ein­mal müs­sen die teil­wei­se über 30 Ki­lo­gramm (kg) schwe­ren Ge­rä­te auf­ge­baut wer­den. Vor­bild­lich sticht hier der Bio Si­lent 2500 von Sti­ga her­vor, der oh­ne Werk­zeug mon­tiert wird. Die be­nö­tig­ten Schrau­ben ha­ben Kunst­stoff­grif­fe und kön­nen leicht in die Ge­win­de ge­dreht wer­den, al­les an­de­re ist an die­sem Häcks­ler be­reits vor­mon­tiert. Eben­so ein­fach geht die De­mon­ta­ge wie­der­um oh­ne Werk­zeug von der Hand. Ganz im Ge­gen­satz da­zu funk­tio­niert beim SDL 2800 von Wolf Gar­ten oh­ne Schrau­ben­dre­her und Schrau­ben­schlüs­sel nichts. Hier dau­ert der Auf­bau dem­ent­spre­chend wie auch beim Ein­hell-ge­rät ei­ni­ge Mi­nu­ten län­ger. Für die Ver­bin­dung mit dem Strom­netz ist bei al­len Ge­rä­ten zwin­gend ein Ver­län­ge­rungs­ka­bel vor­ge­se­hen. Wäh­rend der Ein­hell-häcks­ler im­mer­hin noch ein An­schluss­ka­bel in der Län­ge von 30 Zen­ti­me­tern (cm) be­sitzt, sind es beim Sti­ga und Wolf Gar­ten nur fest am Ge­rät in­stal­lier­te Buch­sen, an wel­che die Ver­län­ge­rung ge­kop­pelt wer­den muss. Ist dies er­le­digt, kön­nen die Häcks­ler in Be­trieb ge­hen. We­ni­ge Be­dien­ele­men­te rei­chen hier­zug aus. Ne­ben Start und Stopp gibt es noch die Rich­tungs­tas­ter bzw. Reg­ler (Wolf Gar­ten), um das Ge­rät im Not­fall rück­wärts lau­fen zu las­sen, falls sich Schnitt­gut im Mes­ser ver­klemmt hat. Steckt ein Ast zu fest und das Mes­ser ist auch im Rück­wärts­gang blo­ckiert, kann bei al­len drei Mo­del­len über ei­nen Stell­knopf das Schneid­werk ge­lo­ckert und spä­ter wie­der für ei­nen sau­be­ren Schnitt jus­tiert wer­den. An­ge­nehm fällt so­fort der Ein­hell GC-RS 2854 CB auf, des­sen Mo­tor sehr lei­se läuft (92db). Hin­ge­gen ist der Sti­ga mit 97 db sehr laut und könn­te auf Dau­er zur Be­las­tung für die Oh­ren wer­den. Im­mer­hin emp­feh­len al­le Her­stel­ler das Tra­gen von Schutz­hand­schu­hen und Oh­ren­schutz.

Je tro­cke­ner, des­to dün­ner Die An­ga­ben über den Ma­xi­mal­durch­mes­ser ein­zel­ner Äs­te, die ge­häck­selt wer­den kön­nen, schwan­ken in den Her­stel­ler­an­ga­ben von 4cm (Sti­ga) bis zu 4,5 cm (Ein­hell und Wolf Gar­ten). Tat­säch­lich ha­ben al­le drei Ge­rä­te kei­ne Pro­ble­me bei fri­schem Ge­hölz, die­se Durch­mes­ser zu ver­ar­bei­ten. Es ist noch weich und lässt sich da­durch gut häck­seln. Vor­aus­ge­setzt ist je­doch, dass im Vor­feld schon Sei­ten­t­rie­be bei stär­ker ver­zweig­ten Äs­ten vor­her ent­fernt wur­den. Ei­ne Gar­ten­sche­re soll­te al­so im­mer griff­be­reit lie­gen. Aus­ge­trock­ne­te Äs­te be­rei­ten bei die­sen Durch­mes­sern je­doch al­len Pro­ban­den die glei­chen Pro­ble­me. Die Mes­ser kön­nen das Holz nicht zer­klei­nern und die Wal­ze bleibt ste­cken. Dies ist je­doch kein Pro­blem, denn hier­mit wis­sen die Häcks­ler um­zu­ge­hen. Der je­wei­li­ge Über­las­tungs­schutz beim Blo­ckie­ren der Schnei­den setzt in­ner­halb ei­ner Se­kun­de ein und der Mo­tor schal­tet ab. Jetzt kann der Rich­tungs­tas­ter be­tä­tigt wer­den, das noch nicht ver­ar­bei­te­te Schnitt­gut wird so­mit ein­fach wie­der nach oben aus dem Schacht ge­scho­ben.

Was geht, was nicht Dün­ne Äs­te und Zwei­ge – ob tro­cken oder feucht – ver­mö­gen al­le Häcks­ler zu ver­ar­bei­ten. An ih­re Gren­zen sto­ßen die Ge­rä­te aber nicht nur bei zu di­cken Äs­ten, son­dern auch bei zu viel Grün­zeug. Wäh­rend die Zwei­ge vom Mes­ser­werk nach un­ten ge­zo­gen wer­den, kön­nen die Be­rei­che mit Blät­tern schnell die Ein­füll­öff­nung ver­stop­fen. Sti­ga und Wolf Gar­ten ha­ben ih­ren Häcks­lern hier­für ei­nen Stop­fer bzw. Nach­schie­ber bei­ge­legt, da­mit der Be­nut­zer nicht in die Ver­su­chung ge­rät, mit der Hand in die

Ein­füll­öff­nung zu grei­fen. Als wei­te­res Ex­tra war­tet der SDL 2800 EVO von Wolf Gar­ten noch mit ei­nen ab­nehm­ba­ren Ein­füll­trich­ter auf. Rein theo­re­tisch sol­len so we­ni­ger Blät­ter und Zwei­ge da­ne­ben fal­len und bes­ser den Weg in den Häcks­ler fin­den. Im prak­ti­schen Be­trieb ist es je­doch im Test güns­ti­ger, oh­ne den Trich­ter zu ar­bei­ten, da sich die zu­sam­men­ge­steck­te Ober­kan­te im­mer wie­der­vom Trich­ter löst und es zu schmerz­haf­ten Ver­let­zun­gen an den Hän­den füh­ren kann. Un­ter­schie­de gibt es beim Vo­lu­men der Fang­bo­xen. Wäh­rend der Sti­ga und der Ein­hell je­weils 60 Li­ter des Häck­sel­gu­tes fas­sen, sind es beim Wolf Gar­ten nur 45 Li­ter. Ein wich­ti­ges Si­cher­heits­de­tail be­herr­schen al­le drei Mo­del­le: Im Be­trieb kann der Nut­zer nicht von un­ten in den Häcks­ler fas­sen, da im­mer die Fang­box ein­ge­scho­ben und fest in ei­nen Si­cher­heits­schal­ter ein­ras­ten muss.

Fa­zit Ein Gar­ten­häcks­ler er­gänzt ide­al den Kom­post­hau­fen, denn Zwei­ge, klei­ne­re Äs­te, Schilf und wei­te­re nicht ver­rott­ba­re Pflan­zen­tei­le kön­nen hier­mit gut zer­klei­nert und idea­ler­wei­se als Rin­den­mulch ge­nutzt wer­den. Im Test über­zeug­te der Bio Si­lent 2500 von Sti­ga, dicht ge­folgt vom Ein­hell-häcks­ler, der mit ei­nem Markt­preis von weit un­ter 200 Eu­ro im Test so­mit kla­rer Preis-/ Leis­tungs­sie­ger wird.

(1) Auch wenn es nur ca. 30 cm lang ist, ver­fügt der Ein­hell GCRS 2845 CB über ein klas­si­sches Netz­ka­bel, wel­ches sich leicht ver­län­gern lässt(2) So­wohl Sti­ga als auch Wolf Gar­ten set­zen auf ei­ne fest in­stal­lier­te Buch­se, an die ein Ver­län­ge­rungs­ka­bel an­ge­schlos­sen wird

(3) Bei je­dem Häcks­ler kann das Schneid­werk jus­tiert wer­den, da­mit idea­le Schnit­t­er­geb­nis­se er­zielt und Blo­ckie­run­gen ge­löst wer­den kön­nen(4) Vor­bild­lich: Beim Ein­hell-mo­dell kann man im Ge­gen­satz zu den an­de­ren Häcks­lern leicht in die Fang­box schau­en

(5) Das klas­si­sche „Pro­blem“der Häcks­ler: Der Zweig wird gut ins Schneid­werk ge­zo­gen, spä­ter ver­stop­fen aber Blät­ter die wei­te­re Zu­fuhr...(6) Dann kommt der Stop­fer zum Ein­satz. Er ge­hört bei den Ge­rä­ten von Sti­ga und Wolf Gar­ten zum Lie­fer­um­fang

(7) Ach­tung, Ver­let­zungs­ge­fahr! Im­mer wie­der löst sich der obe­re Rand vom Ein­füll­trich­ter des Wolf Gar­ten(8) Nicht ganz per­fekt: Ei­ni­ge Tei­le des feuch­ten As­tes sind beim Ein­hell nicht kom­plett durch­trennt

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.