6 Ket­ten­sä­gen

Haus & Garten Test - - Inhalt - VON FLO­RI­AN PÖTZSCH

∙ Schnel­le und prä­zi­se Schnit­te

Je­der Klein­gärt­ner träumt re­gel­mä­ßig da­von, schnell mal mit ei­ner Ket­ten­sä­ge dem vie­len Holz Herr zu wer­den. Doch nicht im­mer lohnt ein Ben­zin-mo­dell, denn der Ver­bren­nungs­mo­tor ist laut, muss re­gel­mä­ßig ge­war­tet wer­den und soll­te nicht lan­ge un­be­nutzt im Re­gal lie­gen. Hier bie­ten Ket­ten­sä­gen mit Ak­ku oder Netz­ka­bel die Lö­sung.

ImWerk­zeug- wie auch im Gar­ten­be­reich lie­gen mo­to­ri­sier­te Ge­rä­te mit Ak­ku­be­trieb seit ei­ni­ger Zeit voll im Trend. Vier Ket­ten­sä­gen mit die­ser qua­si war­tungs­frei­en Tech­nik müs­sen sich im Test be­wei­sen. Ein­zig das gro­ße Mo­dell GKS3630L20 von Black+de­cker (B+D) er­reicht den Kun­den be­reits kom­plett auf­ge­baut. Bei al­len wei­te­ren Ge­rä­ten müs­sen erst das bei­ge­leg­te Sä­ge­schwert samt Sä­ge­ket­te mit dem Mo­tor­block zu­sam­men­ge­setzt wer­den.

Kein Ge­rät so­fort be­triebs­be­reit Hier­für wird ein­fach die Ket­ten­ra­dab­de­ckung ge­löst und die Ket­te in die um­lau­fen­de Nut des Schwer­tes ein­ge­legt. Mit ei­ni­gen Hand­grif­fen wer­den nun Schwert und Ket­te in die Auf­nah­me der Ket­ten­sä­ge ein­ge­legt. Die Funk­ti­ons­wei­se ist bei al­len Ge­rä­ten iden­tisch. Nach­dem die Ket­ten­ra­dab­de­ckung wie­der lo­cker an­ge­schraubt ist, wird die Ket­te ge­spannt und dann die Be­fes­ti­gungs­schrau­be fest­ge­zo­gen. Die Ket­te darf ge­ne­rell nie zu fest ge­spannt wer­den, son­dern soll­te in der Mit­te des Schwer­tes noch im­mer um ca. 3 bis 4 Mil­li­me­ter (mm) an­ge­ho­ben wer­den kön­nen. Wer nun denkt, so­fort los­le­gen zu kön­nen, muss ei­nes bes­se­ren be­lehrt wer­den, denn die Sä­gen dür­fen nie oh­ne Sä­ge­ket­ten­öl be­trie­ben wer­den, da die Ket­te we­gen des feh­len­den Schmier­films über­hit­zen und rei­ßen könn­te. Lei­der liegt bei kei­nem Ge­rät im Test­feld das be­nö­tig­te Ket­ten­öl als Zu­be­hör bei. Dies soll­te beim Ein­kauf ein­ge­plant wer­den. Die Grö­ße der Öl­tanks bei den Sä­gen va­ri­iert, bei der klei­nen B+D GKC1825LST ha­ben 55 Mil­li­li­ter (ml) Ket­ten­öl platz, bei der klei­nen Ein­hell GE-LC 18 Li Kit hin­ge­gen 200 ml. Hier kom­men wir zum nächs­ten Pro­blem, denn in den Öl­tank soll­te kein Schmutz ge­lan­gen, da­mit die Ket­te im­mer mit ge­nug Öl ver­sorgt wer­den kann. Da­mit die De­ckel nicht her­un­ter­fal­len und so ver­dre­cken kön­nen, sind sie bei den meis­ten Ge­rä­ten mit ei­nem Bänd­chen be­fes­tigt. Ei­ne Aus­nah­me bil­det die klei­ne B+D GKC1825LST, bei der der De­ckel nicht mit dem Ge­rät ver­bun­den ist. Dies ist auch bei der grö­ße­ren B+D der Fall, sie hat aber als ein­zi­ge Ket­ten­sä­ge im Test­feld ein Sieb im Öl­tank in­te­griert, wel­ches den Dreck her­aus­fil­tert.

Mar­ken-ket­ten und Sä­ge­blät­ter Wie gut ei­ne Ket­ten­sä­ge ar­bei­tet, hängt vor al­lem von der Ket­te samt Sä­ge­blatt ab. Al­le Ge­rä­te ar­bei­ten hier mit Mar­ken­zu­be­hör von Ore­gon und bie­ten da­mit iden­ti­sche Vor­aus­set­zun­gen. Dies ist auch des­halb po­si­tiv, da Er­satz­ket­ten und Sä­ge­blät­ter über­all im ent­spre­chen­den Fach­han­del oder Bau­märk­ten er­hält­lich sind.

Rich­tig sä­gen oh­ne Kraft­auf­wand Ist die Sä­ge­ket­te neu und scharf, geht das Sä­gen recht schnell von der Hand. Die Zäh­ne ras­peln ei­ne Ker­be in das Holz und die Sä­ge „frisst“sich im­mer tie­fer. Der Be­nut­zer kann dies über ei­ne kon­ti­nu­iert­li­che Kipp­be­we­gung un­ter­stüt­zen, da­mit nicht im­mer die ge­sam­te Sä­ge­flä­che von der Ket­te be­ackert wer­den muss. Hier kom­men die Un­ter­schie­de zwi­schen den Sä­gen zum Vor­schein: Al­le Ge­rä­te im Test ver­mö­gen, das wei­che wie tro­cke­ne Holz zu sä­gen, je­doch wird der Zeit­auf­wand län­ger, je schwä­cher die Leis­tung der ein­ge­setz­ten Ak­kus ist. Ex­trem kraft­voll und schnell tritt die Ein­hell GE-LC 36/35 Li-so­lo auf, bei der zwei 18-Volt-ak­kus ge­kop­pelt sind und da­mit die an­de­ren Mo­del­le in den Schat­ten stellt. Die Ket­te flitzt mit 15 Me­ter pro Se­kun­de (m/s) über das Schwert. Knapp da­hin­ter folgt die gro­ße B+D mit 36-Volt-ak­ku und ei­ner Ket­ten­ge­schwin­dig­keit von 5 m/s. Mit et­was Ab­stand fol­gen die klei­ne Ein­hell und die klei­ne B+D, die ent­spre­chend ih­rer ge­rin­ge­ren Leis­tung schon vom Hers­tel-

ler aus auch mit klei­ne­ren Schwer­tern aus­ge­stat­tet wer­den. Sie sind durch ih­re Kom­pakt­heit ide­al für ge­rin­ge­re Stamm­durch­mes­ser ge­eig­net. Pfif­fi­ge Ex­tras Für den Ak­ku der klei­nen B+D GKC1825LST hat sich der Her­stel­ler et­was pfif­fi­ges ein­fal­len las­sen: Er kann auch zum La­den von Smart­pho­ne & Co. ge­nutzt wer­den. An der Un­ter­sei­te be­fin­det sich ein Usb-an­schluss, der die mo­bi­len De­vices mit sat­ten 2,5 Ah ver­sor­gen kann. Wei­te­res Ex­tra ist die Mög­lich­keit, den Ak­ku via Blue­tooth mit dem Han­dy zu kop­peln. In der ent­spre­chen­den App ist dann der La­de­zu­stand ab­les­bar; zu­dem kann der USB-PORT ab­ge­schal­tet wer­den. Rich­tig Power mit Netz­ka­bel Wer auf die vol­le Kraft bei ei­ner Ket­ten­sä­ge setzt, wird Freu­de an den Ge­rä­ten mit Strom­ver­sor­gung ha­ben. Der gro­ße Nach­teil ist zwar das Netz­ka­bel, wel­ches bei un­acht­sa­mem Ver­hal­ten zur Stol­per­fal­le wer­den oder durch­trennt wer­den kann. Je­doch bie­ten bei­de Mo­del­le im Test­feld die Kraft von 2 000 Watt, die die Ket­ten auf 12,5 m/s (B+D CS2245) oder so­gar 14,5 m/s (Ein­hell GE-EC 2240 S) be­schleu­ni­gen. Auch bei di­ckem Hart- holz kön­nen die Sä­gen – sach­ge­mä­ße Be­nut­zung vor­aus­ge­setzt – nicht ge­stoppt wer­den. Zu Be­ginn star­tet die Ein­hell lang­sam und er­höht in­ner­halb von we­ni­gen Se­kun­den auf vol­le Ge­schwin­di­geit, was an­ge­nehm ist, um die Sä­ge ans Holz an­zu­set­zen. Die B+D star­tet ra­sant oh­ne War­te­zeit, was für den ei­nen oder an­de­ren Nut­zer wie­der­um bes­ser ge­fal­len könn­te. Schnell­stopp für mehr Si­cher­heit Ge­ne­rell gilt bei al­len Ket­ten­sä­gen, dass mit den Fin­gern der rech­ten Hand gleich­zei­tig zwei Knöp­fe, al­so die Ein­schalt­sper­re und dann der Ein-/aus­schal­ter ge­drückt wer­den müs­sen, um die Ket­ten­sä­ge zu star­ten. Die bei­den Mo­del­le mit Netz­ka­bel ha­ben im Ver­gleich mit den Ak­ku­ge­rä­ten be­son­ders lan­ge Schwer­ter von 45 cm (B+D) bzw 40,5 cm (Ein­hell), was das Ver­let­zungs­ri­si­ko vor al­lem bei Lai­en noch ein­mal stei­gert. Da ist es wich­tig, dass die Sä­ge so­fort stoppt, so­bald der Netz­tas­ter nicht mehr ge­drückt wird. Da der Mo­tor noch wei­ter­lau­fen wür­de, trennt das Ge­trie­be des Black+de­cker so­fort den An­trieb von der Ket­te und sie bleibt so­fort ste­hen, wäh­rend der Mo­tor aus­lau­fen kann. Wird noch wäh­rend des Aus­lauf­vor­gangs die Sä­ge wie­der ein- ge­schal­tet, wird so­fort wie­der Kraft auf die Ket­te über­tra­gen und es kann wei­ter ge­ar­bei­tet wer­den. Fa­zit Wenn im Früh­jahr und Herbst drau­ßen die Ket­ten­sä­gen ras­seln, geht das Herz man­ches Hob­by­gärt­ners auf. Doch es muss nicht im­mer ei­ne lau­te und stin­ken­de Ben­zin­ket­ten­sä­ge sein, auch un­se­re ge­tes­te­ten Mo­del­le mit Ak­ku und Netz­ka­bel ver­rich­ten ih­ren Di­enst zu­ver­läs­sig, so­lan­ge nicht gleich ein gan­zer Wald ge­ro­det wer­den soll. So­wohl Ein­hell als auch Black+de­cker set­zen seit ge­rau­mer Zeit auf Ge­rä­te­fa­mi­li­en, de­ren Ak­kus un­ter­ein­an­der ge­tauscht wer­den kön­nen. Wer hier auf­rüs­ten möch­te, wird von kei­nem Her­stel­ler ent­täuscht, wie das knap­pe Er­geb­nis zeigt. Je mehr Ak­kus in der Werk­statt auf La­ger lie­gen, des­to län­ger kann auch die Sä­ge ge­nutzt wer­den. Die kraft­vol­le Leis­tung der bei­den Mo­del­le mit Netz­ka­bel er­rei­chen die klei­nen Ket­ten­sä­gen je­doch nicht. Über­zeugt hat im Test das Mo­dell von Ein­hell, ge­folgt vom leicht teu­re­ren Black+de­cker. Doch auch hier soll­ten die Nach­tei­le, die durch die „Strip­pe“ent­ste­hen, be­ach­tet wer­den. Nicht über­all ist ei­ne Steck­do­se vor­han­den.

(1) Bis auf die B+D GKC3630L20 müs­sen al­le Ket­ten­sä­gen vor dem Ein­satz mon­tiert wer­den, hier die Ein­hell GE-LC 36/35 Li-so­lo(2) Un­ter­schie­de beim Ket­ten­öl: Nur ein Mo­dell (B+D GKC3630L20) schützt mit ei­nem Sieb den Tank vor Schmutz. Bei kei­ner Sä­ge ist das Öl im Lie­fer­um­fang

(3) Pfif­fig: Der Ak­ku der B+D GKC1825LST lädt über den USB-PORT auch Smart­pho­ne und Ta­blet(4) Die Kraft der zwei Ak­kus steckt nur in der Ein­hell GE-LC 36/35 Li-so­lo – lei­der sind sie nicht im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten

(5) An fri­schem wie ge­trock­ne­tem Holz schei­tert kei­ne der Ket­ten­sä­gen. Sä­ge­blät­ter und Ket­ten stam­men bei al­len vom glei­chen Mar­ken­zu­lie­fe­rer(6) Via Blue­tooth kann sich der Nut­zer mit dem Ak­ku der B+D GKC1825LST ver­bin­den und am Smart­pho­ne u. a. den La­de­zu­stand ab­ru­fen

(7) Kei­ne Pro­ble­me auch beim Pa­let­ten­holz. Die Sä­gen mit Netz­ka­bel sind hier je­doch be­deu­tend schnel­ler als die Ak­ku-mo­del­le(8) Nach der Ar­beit das Säu­bern nicht ver­ges­sen, sonst läuft das Ket­ten­öl aus. Bei al­len Mo­del­len sam­meln sich die Späh­ne am Ket­ten­an­trieb

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