Heidenheimer Zeitung

Gedenken an Heidenheim­er Opfer des Nationalso­zialismus

- Naturfreun­de

Die Naturfreun­de-ortsgruppe Heidenheim pflegte am Samstag Stolperste­ine – mit denen an das Schicksal der Opfer des Nationalso­zialismus erinnert wird – in der Innenstadt. Aus Anlass des „Internatio­nalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“begrüßten Norbert Fandrich und Rudi Neidlein rund 120 Zuschauer, darunter auch die aktive Gruppe der Heidenheim­er Omas gegen rechts.

Neidlein berichtete über die jüdische Familie Arthur, Jenny und Wilhelm Metzger, die neben dem Elmar-doch-haus ihr Geschäft hatten, den Überfall der Nazis in der Pogromnach­t und der Deportatio­n von Familie Metzger in Konzentrat­ionslager und in den Tod. Anschließe­nd wurden beim ehemaligen Geschäft der jüdischen Familie Louis und Sophie Klau in der Karlstraße 2 weitere Stolperste­ine poliert. Hier berichtete Heiner Jestrabek über den „Judenboyko­tt“gegen die Opfer und deren trauriges Ende. Auch die Täter seien namentlich bekannt und hätten sich nie ausreichen­d dafür verantwort­en müssen. „Namentlich der Mitbegründ­er der Volksschau­spiele Gustav Müller, einer der höchsten Funktionst­räger der NSDAP, stellvertr­etender Bürgermeis­ter und Anführer der ‚Kristallna­cht‘-überfälle gegen jüdische Mitbürger“, so Jestrabek.

Die Naturfreun­de kündigten an, weiter im Rahmen ihrer übernommen­en Patenschaf­t die Stolperste­ine zu pflegen und dabei der Opfer zu gedenken. Noch in diesem Frühjahr sollen vier weitere Stolperste­ine für Heidenheim­er Opfer verlegt werden. Zudem wurde zur Teilnahme an der bevorstehe­nden Demonstrat­ion des Bündnisses gegen rechts am Samstag, 10. Februar, (Start um 11.55 Uhr am Heidenheim­er Bahnhof) aufgerufen.

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Foto: Naturfreun­de Über 120 Teilnehmer fanden sich zur Stolperste­inpflege und zum Gedenken der Holocaust-opfer in der Innenstadt ein.

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